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Alkohol in der Schwangerschaft: Folgen werden drastisch unterschätzt

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Gefährliche Unkenntnis  

Jeder Fünfte findet ein Glas Bier in der Schwangerschaft in Ordnung

09.09.2015, 11:29 Uhr | AFP, dpa

Alkohol in der Schwangerschaft: Folgen werden drastisch unterschätzt. Alkohol in der Schwangerschaft ist Gift fürs Baby. Schon ein Glas Bier kann das Ungeborene schwer schädigen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alkohol in der Schwangerschaft ist Gift fürs Baby. Schon ein Glas Bier kann das Ungeborene schwer schädigen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alkohol in der Schwangerschaft ist tabu. Schon kleine Mengen können beim Kind schwere Behinderungen zur Folge haben. Viele unterschätzen das: 18 Prozent der Deutschen findet ein gelegentliches Glas Sekt oder Bier für werdende Mütter in Ordnung. Das ergab eine Umfrage des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Die große Mehrheit von 72 Prozent der Befragten hält Alkohol während der Schwangerschaft für unangemessen. Zehn Prozent äußerten keine eindeutige Meinung. Bei den Jüngeren ist das Bewusstsein für die Gefahr ausgeprägter: Nur vier Prozent der 18- bis 24-Jährigen halten kleine Mengen Alkohol für werdende Mütter für vertretbar. Bei den über 54-Jährigen sind immerhin fast ein Viertel dieser Ansicht.

Null Alkohol in der Schwangerschaft

Alkohol geht aus dem Blut über die Plazenta auf das ungeborene Kind über und kann bei ihm schwere Schäden anrichten. Das Baby braucht ungefähr zehnmal länger als die Mutter, um den Alkohol abzubauen. Besonders groß sind die Auswirkungen während der ersten drei Monate der Schwangerschaft, weil in dieser Zeit Organe und Gehirn besonders intensiv entwickelt werden.

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Der PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach betont: "In der Schwangerschaft gilt: Null Komma Null Alkohol. Schon kleine Mengen können das Kind im Mutterleib schädigen - bis hin zu schlimmsten Behinderungen." "Alkohol ist ein Gift, auch wenn er gesellschaftlich verharmlost wird", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU) nach Veröffentlichung der Umfrage zur "Bild"-Zeitung.

12.000 Babys pro Jahr kommen mit Alkoholschäden zur Welt

In Deutschland werden pro Jahr schätzungsweise mindestens 2000 Kinder mit dem fetalen Alkoholsyndrom (FAS) geboren, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Hinzu kommt: Jedes zweite betroffene Baby ist später selbst suchtgefährdet.

Alkoholgeschädigte Babys kommen häufig zu klein und zu leicht auf die Welt. Möglich sind auch Erkrankungen der Organe wie Niere oder Herz. Zudem zeigen sich später geistige Behinderungen. Im Gesicht kann es zu Auffälligkeiten wie schmaler Oberlippe oder kurzen Lidspalten kommen. Die Beeinträchtigungen bleiben in der Regel ein Leben lang.

Mindestens 10.000 weitere Kinder leiden unter weniger auffälligen Schädigungen, die als fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) bezeichnet werden. Auch sie sind meist ein Leben lang auf Hilfe angewiesen, betonte die Drogenbeauftragte bei der Vorstellung des Buches "Suchtgefährdete Erwachsene mit fetalen Alkoholspektrumsstörungen". Nach Schätzungen der Herausgeber leben in Deutschland heute 500.000 bis 600.000 Erwachsene mit FASD.

"FASD ist die einzige Behinderung eines Kindes, die zu 100 Prozent vermieden werden kann", sagte Gisela Michalowski, Vorsitzende des Vereins FASD Deutschland. Sie ist die Pflegemutter von vier betroffenen Kindern.

Viele Schwangere sind zu sorglos

"Studien zeigen, dass mehr als ein Viertel der Schwangeren zumindest gelegentlich Alkohol trinkt", erklärte Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie vermutet, dass dies oft aus Unwissenheit geschieht. Deshalb fördert der Bund die Aufklärung über die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft und hat den 9. September zum "Tag des Alkoholgeschädigten Kindes" ernannt.

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