Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schwangerschaft >

Krampfadern in der Schwangerschaft: Diese Tricks helfen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gefährlicher Blutstau  

Krampfadern in der Schwangerschaft erhöhen die Thrombosegefahr

22.09.2015, 14:44 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Krampfadern in der Schwangerschaft: Diese Tricks helfen. Nicht immer sind Krampfadern auf den ersten Blick zu erkennen. Tieferliegende Stauungen sind nur durch Ultraschall nachweisbar. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht immer sind Krampfadern auf den ersten Blick zu erkennen. Tieferliegende Stauungen sind nur durch Ultraschall nachweisbar. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Schwangere leiden unter Krampfadern - nicht nur an den Beinen, sondern auch im After- und Intimbereich. Diese sogenannten Varizen bergen ein hohes Thromboserisiko. Verhindern kann man Krampfadern nicht, aber man kann ihnen mit einigen Tricks entgegenwirken. 

Ob eine Schwangere Krampfadern bekommt oder nicht, hängt zu einem großen Teil von ihren Genen ab. Ähnlich wie bei den Schwangerschaftsstreifen gilt: wer ein gutes Bindegewebe hat, bleibt wahrscheinlich verschont oder kommt mit ein paar kleinen Besenreisern davon. Bei allen anderen bilden sich, so das Gefäßzentrum Nürnberg, bereits im ersten Viertel der Schwangerschaft rund 70 Prozent der Krampfadern. 

Hormone sorgen für Entspannung

Während der Schwangerschaft arbeitet das Herz der Mutter für zwei. Es transportiert nicht nur das eigene Blut, sondern auch das des Kindes. Das Blutvolumen erhöht sich dabei um rund 40 Prozent. Hinzu kommt ab der zweiten Schwangerschaftshälfte der Druck auf die Bauchvene durch das steigende Gewicht.

Schwangerschaftskalender 
Das passiert nach der Befruchtung

Verfolgen Sie Woche für Woche die faszinierende Entwicklung des ungeborenen Lebens. mehr

Auch hormonell verändert sich der Körper. Hormone sorgen nicht nur dafür, das Gewebe für das Baby vorzubereiten, indem sie es weicher machen, sondern entspannen gleich alles - auch die Muskelwände der Blutgefäße. Diese werden dadurch weiter. Bei schlechtem Bindegewebe hat das negative Folgen. Das vermehrte Blut kann nicht mehr gut zum Herz zurückfließen und staut sich in den Beinen, Krampfadern entstehen. 

Nicht immer sind Krampfadern offensichtlich

Normalerweise arbeiten die Beinmuskeln wie eine Pumpe, bei der die Venenklappen verhindern, dass das Blut wieder zurückfließt. Genau dieser Mechanismus funktioniert bei Krampfadern nicht mehr so gut. Die Klappen sind wie ausgeleiert und das Blut staut sich. Geschieht dies direkt unter der Haut, sieht man die bläulich-rote Verfärbung und oft auch knotige Punkte. Befinden sich die Stauungen in tieferen Gewebsschichten, sind sie dagegen erst im Ultraschall erkennbar. 

Krampfadern im Intimbereich sind schwer zu behandeln 

Typischerweise entstehen die Varizen, wie sie medizinisch genannt werden, an den Beinen, speziell an den Rückseiten der Schenkel. Krampfadern im Bereich des Afters werden als Hämorriden bezeichnet. Sie machen sich meist juckend, schmerzend und blutend am Darmausgang bemerkbar. Auch an den Schamlippen und in der Scheide kann eine Frau Krampfadern bekommen. Im Intimbereich ist die Behandlung besonders schwierig. Aber man kann mit kalten Umschlägen arbeiten, mit lindernden medizinischen Salben und mit dicken Hygienebinden, um den Druck etwas herauszunehmen. Krampfadern im Intimbereich verschwinden nach der Geburt oft von alleine wieder. 

Es spricht nichts gegen eine Schwangerschaft 

Krampfadern sind aber nicht nur ein kosmetisches Problem, sie können auch sehr schmerzhaft sein. Außerdem bergen sie die Gefahr von Venenentzündungen und Thrombosen. Also Blutgerinnseln, die im schlimmsten Fall zur Lunge wandern und dort zu einer lebensgefährlichen Embolie führen können. 

UMFRAGE - GEBURT
Haben Sie sich vor der Geburt ihrer Kinder gefürchtet?

Gerade Frauen, die bereits eine Venenthrombose hatten, haben oft Angst, eine Schwangerschaft zu wagen. Doch dank der regelmäßigen Kontrollen sowie der zur Verfügung stehenden vorbeugenden Maßnahmen müssen die Ärzte nur in den seltensten Fällen davon abraten. "Nur dann, wenn eine Frau zwei, drei Mal eine ausgeprägte Thrombose mit Lungenembolie hatte, wird man das in  Erwägung ziehen. Aber generell kann man sagen, dass Probleme mit den Venen kein Grund sind, auf eine Schwangerschaft zu verzichten", erklärt der beratende Venenspezialist der Deutschen Venen-Liga, Aljoscha Greiner.

Bei den ersten Anzeichen gegensteuern 

Als Schwangere ist man den Krampfadern auch nicht hilflos ausgeliefert. Bereits bei den ersten Anzeichen, oder noch besser davor, kann man gegenarbeiten. Mit Fahrradfahren, Schwimmen in kühlem Wasser und zügigem Laufen, flachen Schuhen und Strümpfen, die nicht einschnüren, mit einer kontrollierten Gewichtszunahme und dem Verzicht auf Vollbäder, vor allem auf heiße. Aber die sind während einer Schwangerschaft sowieso tabu. 

Den Blutstau mit Tricks in den Griff bekommen 

Nimmt das Problem zu, dann sollte man darauf achten, die Beine nicht übereinanderzuschlagen oder unter den Körper zu ziehen und sich immer so zu setzen, dass man die Füße weit von sich streckt und auch mal kreisen lassen kann. Außerdem sollte man die Beine so oft wie möglich hochlegen, auch nachts erhöht betten. Kleine Übungen wie die sogenannte Muskelpumpe, bei der man im Liegen die Zehen immer wieder zu sich zieht, helfen zusätzlich, genauso wie Wechselduschen. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Venenwände können sich nicht so stark ausdehnen. 

Homöopathisch konstitutionell gegenarbeiten

Auch kühlende Umschläge oder Cremes aus der Apotheke  mit Wirkstoffen wie Calendula oder Rosmarin können helfen. Es gibt zahlreiche naturheilkundliche Mittel, die den Blutkreislauf in Schwung bringen, doch deren Verwendung sollte in einer Schwangerschaft nicht auf eigene Faust geschehen. Eine Rücksprache mit der Hebamme ist immer sinnvoll, um das Baby nicht zu gefährden. Homöopathische Globuli gegen Krampfadern gibt es nicht. "Aber man kann konstitutionell arbeiten" und so den Körper unterstützen, erklärt die Nürnberger Heilpraktikerin Gudrun Barwig in einem Gespräch mit t-online.de. 

Kompressionsstrümpfe: nicht schön, aber sinnvoll

Eine gute Möglichkeit, die Krampfadern im Griff zu halten, sind auch Stützstrümpfe, die der Arzt verschreiben kann. Sie werden individuell angepasst und helfen dem stark beanspruchten weiblichen Körper dabei, das Blut in Richtung Herz zu pumpen. Bei sehr ausgeprägten Krampfadern im Oberschenkelbereich kann auch auf spezielle Strumpfhosen zurückgegriffen werden, die im Bereich des Bauches, aber eben nur da, aus sehr dehnbarem, teilweise auch verstellbarem Material sind.

So fördert man zusätzlich die spontane Rückbildung nach der Geburt des Babys. Ist die Gefahr einer Thrombose sehr hoch, dann greift man auf vorbeugende Spritzen mit dem Wirkstoff Heparin zurück, einem Blutgerinnungshemmer. "Für das Ungeborene besteht dadurch aber keine Gefahr", so Venenspezialist Greiner. 

Thromboserisiko steigt im Wochenbett

Ist das Baby ist erst einmal da, erscheint alles andere schnell unwichtig. Thrombosevorbeugung wird in diesem Moment oft nicht ernstgenommen oder ganz unterlassen. Dabei besteht vor allem nach einem Kaiserschnitt, aber auch nach einem hohen Blutverlust während der Geburt eine erhöhte Gefahr. Frauen mit Venenproblemen sollten also nicht nur bei der Geburt, sondern auch in den Wochen danach ihre Beine entweder gut wickeln oder entsprechende Strümpfe tragen.

Wann eine Operation sinnvoll ist

Auch, wenn es vielleicht nicht schön aussieht, während der Schwangerschaft kommen Eingriffe, die Krampfadern beseitigen, nicht in Frage. Erstens aus gesundheitlichen Gründen und zweitens, weil sich die Krampfadern, die man während des Babywachstums bekommt, sowieso bei vielen Frauen spontan zurückbilden. Denn oft handelt es sich gar nicht um Krampfadern im klassischen Sinn, sondern einfach nur um erweiterte Venen.

"In den ersten drei bis sechs Monaten bilden sich diese Krampfadern zurück. Bleiben sie allerdings über diesen Zeitraum hinaus oder hat die Frau Schmerzen beziehungsweise ein Stauungsgefühl im Unterschenkel und ein Gefühl der Überwärmung, dann sollte man einen Facharzt aufsuchen", rät Phlebologe Greiner. Das betrifft vor allem die Frauen, die schon vorher damit Probleme hatten. 

Wenn Veröden nicht genügt, dann kann man über eine Operation nachdenken. Die Kosten dafür muss man in der Regel selbst übernehmen. Bis zum Abschluss der Familienplanung warten muss man aber nicht. Im Gegenteil: Bei starker Neigung zu Krampfadern kann es sogar gesundheitlich von Vorteil sein, sich zwischen zwei Schwangerschaften behandeln zu lassen.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal