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Angedocktes Babybett: Beistellbetten sicherer für Babys

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Schutz vor plötzlichem Kindstod  

Im Beistellbett schläft das Baby am sichersten

04.04.2016, 13:37 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Angedocktes Babybett: Beistellbetten sicherer für Babys. In einem Beistellbett ist das Baby für die Mutter bequem erreichbar, ohne dass sie extra aufstehen muss. (Quelle: Gesslein/Newspress.de)

In einem Beistellbett ist das Baby für die Mutter bequem erreichbar, ohne dass sie extra aufstehen muss. (Quelle: Gesslein/Newspress.de)

Ein Baby schläft bis zu 15 Stunden am Tag. Nur nicht am Stück und nicht immer dann, wenn die Eltern Schlaf nötig hätten. Es scheint einfacher, das Baby mit ins Bett zu nehmen, so muss die Mutter zum Stillen nicht aufstehen. Doch Ärzte warnen vor der Gefahr des plötzlichen Kindstods im Elternbett. Eine gute Alternative sind Beistellbetten.

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben Eltern ihre Säuglinge alleine ins Kinderzimmer gelegt, wenn sie der Meinung waren, es sei jetzt Zeit zum Schlafen. Man hat sie dort schreien lassen – mit dem Argument, das stärke die Lunge.

Heute weiß man, dass das Alleinlassen von Babys gravierende Folgen haben kann: "Als verlässliche Bindungspartner werden Eltern ihre Säuglinge heute nicht mehr alleine schlafen lassen. Bindung ist ein 24/7-Prozess, der keinen Feierabend kennt", erklärt der Entwicklungs- und Gehirnforscher Ralph Dawirs. Sonst könne die Entwicklung des Urvertrauens beeinträchtigt werden. Ein gestörtes Urvertrauen kann langfristig zu massiven emotionalen und sozialen Schwierigkeiten führen.

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Kann man sich auf den Ammenschlaf noch verlassen?

Allerdings warnen viele Experten davor, das Baby mit ins eigene Bett zu nehmen. Die Zahlen sprechen für diese These: Acht von 100.000 Babys sterben ohne erklärbare Ursache in ihrem eigenen Bett am plötzlichen Kindstod. Im Elternbett verdreifacht sich die Zahl. Am stärksten gefährdet sind Kinder, die jünger als ein Vierteljahr sind.

Viele Mütter möchten ihr Baby trotzdem bei sich haben, vertrauen auf ihren Instinkt. "Hormonelle Umstellungen begünstigen bei Müttern den sogenannten Ammenschlaf, aus dem sie sofort aufwachen, wenn das Baby sie benötigt. Auch Väter können ihren Kindern gegenüber eine so ausgeprägte Sensitivität entwickeln, dass sie selbst bei leisen Geräuschen wach werden." Allerdings warnt der Schlafforscher Alfred Wiater davor, darauf zu vertrauen.

Auch die Erlanger Hebamme Roswitha Glimm ist skeptisch: "Unsere urzeitlichen Instinkte sind vorhanden, keine Frage. Aber sie gehen ja leider in unserer modernen Zivilisation immer mehr verloren. Wir verlassen uns zunehmend auf die Technik und verlieren dabei das Vertrauen in Intuition, Instinkt, in Rhythmus und Zyklus."

Beistellbettchen als Alternative zum Elternbett

Laut den Empfehlungen zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes sollen Babys im ersten Lebensjahr im eigenen Bett im Elternschlafzimmer schlafen. Am besten in einem Schlafsack auf dem Rücken liegend, ohne einengende Materialien wie Nestchen, Decken oder Plüschtiere.

"Ein ans Elternbett angedocktes Babybett bietet dafür gute Voraussetzungen", so Wiater. Diese Beistellbettchen, die es in verschiedenen Ausführungen und sogar für Zwillinge gibt, sind an einer Seite offen und werden am Elternbett befestigt. So hat jeder seinen eigenen Raum, und doch sind Mutter und Kind direkt miteinander verbunden.

Für die Mutter zählt jede Minute Schlaf 

Rund um die Uhr verfügbar zu sein, bringt Eltern oft an ihre Grenzen. Vor allem stillende Mütter kommen in manchen Nächten kaum zum Schlafen – zum Beispiel, wenn das Kind einen Entwicklungsschub durchmacht und mehr Nahrung einfordert. Sie sind dann froh, nicht aufstehen zu müssen. Mit einem Beistellbett kann man das Kind einfach zu sich heranziehen und weiterdösen. 

Allerdings hat das den Nachteil, dass manches Baby sich fühlt wie an einer Dauertankstelle. "Wichtig ist, beim Baby frühzeitig den Tag-Nacht-Rhythmus zu bahnen. Dafür ist das Stillen als sozialer Zeitgeber ebenso entscheidend wie Licht und Dunkelheit." Das Baby lernt also trotzdem im Beistellbettchen viel schneller und völlig unkompliziert, dass jetzt nicht Spiel- oder Essens-, sondern Schlafenszeit ist. 

Gute Erfahrungen mit dem "Pforzheimer Bettchen"

Krankenhäuser wie das als babyfreundlich ausgezeichnete Theresienkrankenhaus in Nürnberg haben mit den "Pforzheimer Bettchen" gute Erfahrungen gemacht. "Wir benutzen diese Bettchen schon seit 2010. Babys brauchen die Nähe der Mama", sagt Hebamme Glimm. "Sie gibt ihm Sicherheit, Wärme und fördert auch das Stillverhalten positiv. Zudem müssen Frauen, wenn das Baby weint, nicht aufstehen. Das hilft vor allem Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten oder solchen, die sehr erschöpft von einer anstrengenden Geburt sind. Unsere Mütter und Babys lieben den direkten Kontakt und die Nähe."

Sie sieht die Bettchen als eine sichere und einfache Möglichkeit, das Baby gefahrlos bei sich haben zu können. Der Säugling kann so weder auf den Boden stürzen, noch erdrückt werden. Das ermöglicht ein gefahrloses "Rooming in" und damit eine ungehinderte Bindung.

Das Baby ist schnell herausgewachsen

Die meisten Beistellbettchen sind allerdings ziemlich klein. Mit einem dreiviertel Jahr, spätestens mit einem Jahr sind die Babys zu groß und zu bewegungsfreudig dafür. Theoretisch kann ein Kind in diesem Alter allein zu schlafen. Praktisch machen das trotzdem die wenigsten gerne. Dafür haben heute viele Eltern auch Verständnis.

So manch ein Sprössling darf dann doch noch - in diesem Alter relativ gefahrlos -  ins Elternbett.  Andere ziehen zu den Geschwistern ins Zimmer. Das ist eine Entscheidung, die jede Familie für sich treffen muss und die stark von den persönlichen Schlafgewohnheiten abhängt. 

Eltern müssen jedenfalls nicht fürchten, dass sie ihr Bett nie wieder für sich allein haben werden. Denn irgendwann wollen die Kinder sowieso in ihrem eigenen Reich schlafen. Sie kommen höchstens wieder, um mal kurz Geborgenheit zu tanken, wenn es draußen donnert, wenn sich eine Krankheit anschleicht oder sie schlecht geträumt haben. 

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