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Schwangerschaft: Wie sinnvoll ist ein Wehenbelastungstest?

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Stress-Test vor der Geburt  

Wie sinnvoll ist ein Wehenbelastungstest?

07.10.2016, 14:37 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de

Schwangerschaft: Wie sinnvoll ist ein Wehenbelastungstest?. Eine schwangere Frau liegt mit Venenzugang im Krankenhaus. Das wehenfördernde Mittel Oxytocin wird meist über einen Tropf verabreicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine schwangere Frau liegt mit Venenzugang im Krankenhaus. Das wehenfördernde Mittel Oxytocin wird meist über einen Tropf verabreicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wehenbelastungstest - viele verbinden damit Komplikationen und Gefahren für das ungeborene Baby. Doch dieser Check ist nicht automatisch ein Indikator für eine bevorstehende Risiko-Entbindung. Wir erklären, was ein Wehenbelastungstest ist und wann dieses Verfahren sinnvoll ist.

Zur den Routineuntersuchungen während einer Schwangerschaft gehört der Wehenbelastungstest nicht. Er wird nur unter bestimmten Bedingungen durchgeführt – zum Beispiel wenn das CTG (Aufzeichnung der Herztöne und der Wehen) auffällig ist oder eine Plazentainsuffizienz diagnostiziert wurde, also das Ungeborene über den Mutterkuchen nicht mehr ausreichend versorgt wird.

Am häufigsten kommt der Test zur Anwendung, wenn der errechnete Geburtstermin (ET) um mehr als eine Woche überschritten ist. Dann wächst das Risiko, dass das Kind nicht genug Sauerstoff bekommt die Strapazen der Geburt gefährlich werden können.

Hormon-Infusionen setzen den Stresstest in Gang

Der Wehenbelastungstest heißt in der medizinischen Fachsprache Oxytocin-Belastungstest (OBT), weil dabei das Hormon Oxytocin von außen zugeführt wird. Es wird normalerweise bei Geburtsbeginn von der Hirnanhangsdrüse der Mutter ausgeschüttet und löst Wehen aus. Auch beim Sex und beim Stillen wirkt Oxytocin als stimulierender Botenstoff.

Bevor es grünes Licht für einen OBT gibt, muss mittels eines Wehenschreibers (CTG) sichergestellt werden, dass die Herztätigkeit des Kindes stabil ist. Auch während des Stresstests und danach wird das Ungeborene permanent mit dem Wehenschreiber überwacht, damit man in jeder Phase sehen kann, wie das Kind auf die künstlich erzeugten Wehen reagiert.

Fitness-Check für Ungeborene durch künstlich erzeugte Wehen

Die Schwangere bekommt das Geburtshormon als Infusion über den Arm oder als Gel direkt am Muttermund verabreicht. Die Menge des Wirkstoffes wird während des Tests, der einige Stunden dauern kann, kontinuierlich in kleinen Schritten gesteigert, bis die künstlich ausgelösten Wehen einsetzen. Diese sind nicht so stark wie natürliche Wehen.

Die Kontraktionstätigkeit wird dann noch etwa 30 Minuten aufrecht erhalten. So ist es möglich, belastbare Aussagen über den Zustand der Plazenta beziehungsweise die Sauerstoffversorgung zu machen, um letztendlich die "Fitness" des Babys beurteilen zu können.

Wenn ein Belastungstest nicht ausreicht

Fällt das Testergebnis unauffällig aus und alles ist in Ordnung, darf sich die werdende Mutter zumeist wieder uneingeschränkt bewegen. Doch häufig folgt wenige Tage nach dem ersten ein zweiter Stresstest - vor allem, wenn der Körper der Schwangeren beim ersten Versuch nicht ausreichend auf das Hormon reagiert hat oder wenn bis zu diesem Zeitpunkt eine natürliche Geburt immer noch nicht von alleine in Gang gekommen ist.

"Es tat nicht so weh wie befürchtet"

Auch Mila musste vor der Entbindung ihres dritten Kindes das Prozedere über sich ergehen lassen, denn der errechnete Entbindungstermin war bei ihr um neun Tage überschritten. "Die künstlich provozierten Wehen taten aber nicht so weh, wie ich befürchtet hatte. Bei mir glich es eher starken Menstruationsbeschwerden", erzählt sie. "Eine Geduldsprobe war es trotzdem. Meinen Sohn, dessen Werte in allen Phasen in Ordnung waren, hat der Test aber nicht aus der Ruhe gebracht. Er blieb, wo er war. So drohte mir am elften Tag über dem ET nochmal der gleiche Marathon. Glücklicherweise hat es sich unser Kleiner einen Tag vor der nächsten Untersuchung anders überlegt und ist von allein gekommen - ohne Komplikationen und völlig gesund."

Die Oxytocin-Gabe kann die natürliche Geburt anstoßen

Nicht immer lässt sich die Dynamik der Oxytocin-Stimulanz kontrolliert ausbremsen. Manchmal ist der Stresstest die Initialzündung für natürliche Wehen. So war es bei Jacky. In einem Elternforum berichtet sie, dass der Belastungstest nötig wurde, weil ihre Tochter erhebliche Verspätung hatte. "Ich bin froh, dass ich an diesem Tag schon meinen Krankenhauskoffer mitgebracht hatte. Denn nach dem Stresstest, bei dem sich meine Tochter als putzmunter erwies, entwickelten sich echte, heftige Wehen. Eigentlich war ich froh darüber. Denn so hatte ich irgendwann alles im Gesamtpaket hinter mir."

Was aber, wenn sich während des Belastungschecks Auffälligkeiten ergeben und das Risiko einer Mangelversorgung bei dem Baby besteht? Dann ordnen die Ärzte entweder eine engmaschige Beobachtung von Mutter und Kind in der Klinik an oder leiten zügig die Geburt ein - oder veranlassen einen Kaiserschnitt.

Wehenbelastungstest gilt als überholt

Inzwischen gilt der Wehenbelastungstest als veraltet. Immer seltener wird der OBT in Geburtsstationen angewendet, weil die Aussagekraft des Verfahrens mittlerweile umstritten ist.

So lehnt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) den Wehenbelastungstest heute vor allem bei einer Überschreitung des errechneten Geburtstermins strikt ab. Als Grund nennt die DGGG in den Leitlinien von 2013 neben dem hohen Untersuchungsaufwand vor allem die fast fünfzigprozentige Quote von falschpositiven Ergebnissen. Das bedeutet, dass der Stresstest bei etwa der Hälfte aller Patientinnen falschen Alarm auslöst und zum Beispiel eine eingeschränkte Funktion der Plazenta anzeigt, obwohl das Baby noch optimal mit Sauerstoff versorgt ist.

Alternativ wird in den Mutterschaftsrichtlinien nun die risikofreie farbkodierte Dopplersonographie (DS) empfohlen – insbesondere dann, wenn sich das Baby weit über den errechneten Geburtstermin hinaus verspätet.

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