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"Gebärmutter-Vermietung": Leihmütter in der Ukraine

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Leihmütter  

"Gebärmutter-Vermietung": Leihmütter in der Ukraine

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"Gebärmutter-Vermietung": Leihmütter in der Ukraine. Kaum gesetzliche Hindernisse: In der Ukraine wächst das Geschäft mit Leihmüttern.

Kaum gesetzliche Hindernisse: In der Ukraine wächst das Geschäft mit Leihmüttern. (Bild: Imago)

"Ich verkaufe meinen Körper nicht, er wird lediglich zum Brutkasten", sagt Lida, die demnächst das Kind fremder Eltern austragen wird. Die 27-Jährige aus Lwiw nutzt wie viele Ukrainerinnen die liberale Gesetzgebung des Landes, um als Leihmutter Geld zu verdienen. Im Internet schaltete sie eine Anzeige, in der sie für 120.000 Hrywnja (11.200 Euro) ihre Dienste anbot. Zwei kinderlose Paare meldeten sich daraufhin, mit einem russischen Paar einigte sich Lida schließlich auf einen Preis von 100.000 Hrywnja. Das Geld kann Lida gut gebrauchen, in der Verwaltung eines Hotels verdient sie nicht viel und ihre siebenjährige Tochter muss sie nach der Scheidung allein erziehen.

"Alle werden glücklich"

"Ich hätte gern weitere Kinder, aber das ist in meiner finanziellen Situation nicht möglich. Deshalb dachte ich mir: Warum soll ich nicht für andere Leute ein Baby zur Welt bringen?", sagt Lida. "Alle werden glücklich: die Eltern, das Baby und ich." Ihre Bekannten sollen dennoch nichts von der Leihmutterschaft erfahren.

Steigende Nachfrage

Da Leihmütter in den meisten europäischen Ländern verboten sind oder diese Praxis streng reglementiert ist, suchen immer mehr unfruchtbare Paare ihr Elternglück in der Ukraine. Nach Schätzung des Berufsverbandes der Frauenärzte ist jedes zehnte deutsche Paar ungewollt kinderlos. In der ehemaligen Sowjetrepublik ist die Leihmutterschaft seit 2004 erlaubt. Nach Informationen der ukrainischen Wochenzeitung "Profil" verdreifachte sich die Nachfrage innerhalb von drei Jahren.

Die biologischen Eltern sind meistens Ausländer

Der Leiter der Isida-Klinik für künstliche Befruchtung ist zurückhaltender: "Die Nachfrage wird wachsen, aber sie explodiert nicht", sagt Viktor Kosin. "Wir kümmern uns um 15 bis 20 Leihmütter pro Jahr. Im ganzen Land, in den 16 anderen ähnlichen Kliniken, wird die Zahl bei insgesamt nicht über hundert liegen", schätzt der Reproduktionsmediziner. "Die Hälfte - wenn nicht sogar mehr - der biologischen Eltern sind Ausländer." Circa ein bis zwei Anfragen kinderloser europäischer Paare bekommt die Klinik monatlich. Pro Paar werden zwei bis drei Leihmütter vorgestellt, von denen dann eine als Kindsmutter gewählt werden kann.

Per Leihmutterschaft aus der Armut

Vielen Leihmüttern scheint ihre Gebärmutter das einzige Mittel, ihrer wirtschaftlichen Not zu entkommen. Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt in der Ukraine unter 170 Euro. Schon vor der Wirtschaftskrise, die das Land hart trifft, lebten fast 30 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Eine Leihmutter könne mit einer Schwangerschaft bis zu 30.000 Dollar (21.500 Euro) verdienen, sagt die Juristin Olena Babitsch, die sich mit Fragen der Leihmutterschaft beschäftigt.

Unkomplizierte Abwicklung

Die gesetzlichen Hürden sind sehr niedrig: Die biologischen Eltern müssen verheiratet sein und keine Kinder bekommen können, die Leihmutter muss volljährig sein und mindestens ein gesundes Kind haben. Nicht einmal ein schriftlicher Vertrag wird verlangt, in der Praxis jedoch wird meist eine vertragliche Vereinbarung getroffen. Erst seit März 2009 muss eine Bescheinigung vorgelegt werden, die die genetische Verwandtschaft zwischen dem Neugeborenen und zumindest einem Elternteil nachweist. Damit soll Kinderhandel verhindert werden. Als Eltern des Kindes gelten die genetische Mutter und/oder der genetische Vater.

Kein Schutz für Leihmütter

Die Leihmütter seien nach dieser Gesetzesänderung immer noch schutzlos, sagt die Juristin. "Zwar garantieren die meisten Verträge die Bezahlung auch dann, wenn das Kind behindert zur Welt kommt. Der Fall jedoch, dass die leiblichen Eltern während der Schwangerschaft sterben oder die Leihmutter die Geburt nicht überlebt, ist nicht geregelt", sagt Babitsch. "Man will den Teufel nicht an die Wand malen, aber dann wird es wirklich sehr schwierig."

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