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Kinderwunsch: Angst des Mannes vor dem Treffer

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Schwanger werden  

Die Angst des Mannes vor dem "Treffer"

26.11.2010, 15:46 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Kinderwunsch: Angst des Mannes vor dem Treffer. Nachdenklicher Mann: Nicht selten ist der Kinderwunsch bei Paaren unterschiedlich stark ausgeprägt. (Bild: Imago)

Nicht selten ist der Kinderwunsch bei Paaren unterschiedlich stark ausgeprägt. (Bild: Imago)

Wenn man glaubt, den richtigen Partner für eine gemeinsame Zukunft gefunden zu haben, kommt schnell - vor allem ab einem bestimmten Alter - die Frage nach Kindern auf. Wenn man sich da einig ist, kann man den Rest zunächst einmal hoffnungsvoll der Natur überlassen. Aber was, wenn der Mann sich nicht ganz sicher ist? Oder gar überhaupt nicht möchte? Nicht nur für die Frauen eine schwierige Situation.

Sie möchte ein Kind, er nicht

Es könnte alles so schön sein. Man hat gemeinsame Interessen, kann über die gleichen Dinge lachen und sich stundenlang miteinander beschäftigen, ohne sich auch nur eine Minute dabei zu langweilen. Der Freundeskreis hat den Partner voll akzeptiert, selbst mit den Schwiegereltern in spe kommt man wunderbar aus. Nur eines passt nicht: Sie möchte ein Kind, er nicht. Noch nicht zumindest. Familientherapeutin Margarita Straub rät Paaren in einer solchen Situation, sich damit auseinanderzusetzen, welche Wünsche, aber auch welche Ängste sich mit einer Schwangerschaft, einer Geburt und einem eigenen Kind verbinden. "Vielleicht gibt es noch etwas zu klären, vielleicht braucht ein Partner noch etwas Zeit. Es kann auch normal sein, dass der Kinderwunsch bei beiden unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Wichtig ist, dass jeder den anderen zuerst mal so akzeptiert, wie er oder sie gerade empfindet."

Hilfe vom Fachmann

Doch das ist nicht immer einfach. Denn manchmal läuft einem die Zeit davon und gerade Frauen, die um die Vierzig sind, haben häufig ein massives Problem damit, wenn der Partner den Kinderwunsch nicht teilt. Letztendlich hat man nur zwei Alternativen: Entweder man trennt sich, weil der Beziehung zwei nicht vereinbarende Lebensmodelle zugrunde liegen und man davon ausgeht, dass ein Verzicht auf einen so starken Wunsch, das Unterdrücken der eigenen Bedürfnisse dem anderen zuliebe irgendwann zur Folge haben wird, dass man dem Partner die Schuld dafür geben wird. "Es ist aber auch möglich, dass die Partnerschaft beiden so viel bedeutet, dass ein Leben auch ohne Kinder vorstellbar wird. Mit anderen, vielleicht auch neuen Lebensinhalten." Margarita Straub ist Mitglied des Beratungsnetzwerkes Kinderwunsch Deutschland (Bkid.e.V.) und kennt eine mögliche Lösung des Problems: "Manchmal kann eine psychosoziale Beratung bei einer erfahrenen Fachperson sehr hilfreich sein, um Konflikte und Belastungen rund um den Kinderwunsch zu lösen und zu überwinden."

Keinen "Alleingang" starten

Die Entscheidung für ein Kind hat starke Auswirkungen auf das Privatleben und die persönliche Freiheit. Das macht es gerade Männern, bei denen die biologische Uhr meist lang nicht so laut tickt, oft schwer, sich mit dem Gedanken an ein eigenes Kind anzufreunden. Doch ihn zu seinem vermeintlichen Glück zu zwingen, sollte keine Alternative sein. "Die Verhütung und die Familienplanung sollte von beiden Partnern gemeinsam getragen und entschieden werden. Vater wider Willen ist keine gute Ausgangsbasis für eine gelingende Elternschaft", da ist sich die Therapeutin sicher. "Deshalb sollte die Frau versuchen, ihren Partner 'ins Boot zu bekommen' und keinen 'Alleingang' starten." Denn ein Kind um jeden Preis, das könnte nach hinten losgehen. Wenn nicht beide Partner hundertprozentig hinter dieser Entscheidung stehen, kann das in einer persönlichen Katastrophe enden. Nicht nur für das Paar, sondern vor allem auch für das Kind.

Angst vor der Vaterrolle

Doch es gibt auch Situationen, in denen beide wollen und der Mann trotzdem Angst vor dem "Treffer" hat. Vor der Veränderung seines ganzen Lebens und vor der Verantwortung, die auf ihn zukommt. Das klassische Bild des "Versorgers" ist nach wie vor aktuell. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass eine werdende Mutter ihren Beruf weiterhin ausüben kann und will. Hier sind gemeinsame Gespräche über die finanzielle Zukunft der geplanten Familie sehr wichtig, um dem Mann die Angst vor der Versorgerrolle zu nehmen. Für viele Männer ist es auch nicht einfach, sich einzugestehen, dass sie ein wenig neidisch wären auf die Zuwendung, die einer schwangeren Frau zukommt und auf das Kind selbst, das so viel Raum im Leben der Mutter einnehmen wird. Die Angst, bei der Geliebten vom Sockel gestoßen zu werden und vom Mann zum außenstehenden Vater zu mutieren, ist oft nicht unerheblich. Auch hier kann die Unterstützung von Fachleuten weiterhelfen.

Kein Sex nach "Fahrplan"

Aber auch, wenn eine Schwangerschaft auf sich warten lässt, kann das für beide Partner eine seelische Belastung und eine Stresssituation darstellen. Für viele Männer ist es schwer nachzuvollziehen, warum die Frau in ihrem Ringen um ein Kind immer verkrampfter wird. Sex ist kein Vergnügen mehr und wird nur noch nach "Fahrplan" durchgeführt, die Spannung gegen Ende des Zyklus ist unerträglich, genau wie das seelische Loch, in das die Frau oft fällt, wenn sie wieder nicht schwanger ist. "Man fühlt sich in seiner Lebensplanung und als Frau oder als Mann in Frage gestellt. Frauen sind körperlich näher dran und reagieren deshalb manchmal unmittelbarer", so Margarita Straub, die seit 15 Jahren bei der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen und Familienplanung in Ulm arbeitet. "Aber auch Männer können in einer solchen Situation Trauer, Wut oder Ohnmachtgefühle verspüren. Sie sind gleichzeitig sehr bemüht, ihrer Partnerin Mut zu machen und lassen sich deshalb häufig weniger anmerken. Manchmal helfen sie der Partnerin aber gerade, wenn sie zeigen, dass auch ihnen das Warten zu Herzen geht."

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