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Adoption: Gibt es bald nicht mehr genug Adoptiveltern?

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Gibt es bald nicht mehr genug Adoptiveltern?

09.08.2011, 17:25 Uhr | dpa, dapd

Adoption: Gibt es bald nicht mehr genug Adoptiveltern?. Adoption: Der Weg zum Wunschkind ist langwierig.  (Quelle: imago)

Adoption: Der Weg zum Wunschkind ist langwierig. (Quelle: imago)

Die Zahl der Adoptionen in Deutschland hat 2010 erstmals seit 17 Jahre wieder leicht zugenommen. 4.021 Kinder und Jugendliche wurden adoptiert. Das sind 3,4 Prozent mehr als 2009, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Doch die Tendenz zur Adoption ist fallend, die Zahl der Bewerber für ein Adoptivkind sinkt seit der Wiedervereinigung ständig. Die Gründe sind vielfältig.

Am häufigsten ist Adoption durch Stiefeltern

In mehr als der Hälfte der Fälle wurden die Kinder und Jugendlichen von ihrer Stiefmutter oder ihrem Stiefvater adoptiert, also von einem neuen Partner eines leiblichen Elternteils. 168 Minderjährige wurden von Verwandten adoptiert und nur 1669 kamen in fremde Familien. Der Anteil der Kleinkinder nahm weiter leicht zu: Rund ein Drittel aller Adoptivkinder waren jünger als drei Jahre. Bei den sogenannten Fremdadoptionen waren sogar fast zwei Drittel noch nicht im Kindergartenalter. Drei Viertel der 2010 adoptierten Kinder hatte die deutsche Staatsangehörigkeit, ein Viertel der Kinder eine andere.

Gibt es bald zu wenig potenzielle Adoptiveltern?

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die für eine Adoption vorgemerkt waren, stieg um rund 15 Prozent auf 944, die Zahl der potenziellen Adoptiveltern ging um zehn Prozent auf 6.460 zurück. "Rechnerisch standen damit einem zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen sieben mögliche Adoptiveltern gegenüber", so die Statistiker. Zwei weniger als im Vorjahr. "Viel weniger sollten es nicht werden", sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Pflege- und Adoptivfamilien (PFAD), Dagmar Trautner.

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Auch ältere oder gleichgeschlechtliche Paare gefragt

Um die richtigen Eltern für ein Kind zu finden, müsse unbedingt aus einem Pool ausgewählt werden können. "Das kann auch mal ein älteres oder ein gleichgeschlechtliches Paar sein", betont Trautner. "Diese Beschränkungen bei den Bewerbern sind unnötig." An Eltern mit Adoptionswunsch appelliert sie im Sinne der Kinder: "Sie sollten sich auf das ausführliche Verfahren einlassen, auch wenn es teilweise unangenehm ist." Der Verband, dem nach eigenen Bekunden die "Qualität von Adoption stärker am Herzen liegt als die Quantität" macht sich zudem für die dauerhafte Begleitung von Adoptivfamilien stark.

Adoption ist ein langwieriger Prozess

Allen Bewerbern ist klar, wie die Chancen sind", nennt Trautner einen Grund für die sinkende Adoptions-Bereitschaft. Adoption ist mit einem enormen Aufwand verbunden. So müssen Bewerber zahlreiche Voraussetzungen und Auflagen erfüllen. Das Jugendamt prüft zunächst, ob sie für die Aufnahme eines Kindes geeignet sind. Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis ein Paar ein Adoptivkind bei sich aufnehmen kann.

Ansprüche an Adoptiveltern steigen

Die Ansprüche an gute Eltern seien zudem gestiegen und das Problembewusstsein gewachsen. So etwa über die Bedeutung der leiblichen Mütter und Väter für die Kinder. "Das reine Umtopfen reicht nicht, die Herkunftsfamilie muss auch ihren Platz haben."

Familienplanung im Wandel

Die Chancen, mit Hilfe der Reproduktionsmedizin schwanger zu werden, seien gewachsen. Aber auch ein Leben ohne Kinder erfährt heute mehr gesellschaftliche Akzeptanz als früher. "Man kann auch in anderen Lebensformen leben, beispielsweise mit einem Partner, der eigene Kinder mitbringt." Allerdings: "Für viele ist es heute persönlich noch ein Manko, kinderlos zu bleiben."

Viele setzen zu lange auf Reproduktionsmedizin

Das Alter ist ein Problem: "Viele kinderlose Paare versuchen es erst mit Reproduktionsmedizin und stellen dann an der Kante zu 40 fest, dass sie bei der klassischen Adoption keine besonders guten Aussichten mehr haben", berichtet der Hamburger Psychologe Kay-Uwe Fock, der seit vielen Jahren adoptionswillige Paare berät. Immer mehr entschieden sich dann, Pflegekinder aufzunehmen - also oft nur vorübergehend und ohne Sorgerecht. "Alle Kommunen suchen dringend und händeringend Pflegeeltern."

Auslandsadoption birgt einige Tücken

So manches adoptionswillige Paar geht den Weg der Auslandsadoption. Darüber gibt es aber keine amtliche Statistik. Fachleute schätzen die Zahl auf 500 bis 1000 Kinder pro Jahr. Fock sieht das kritisch: "Kinder aus dem Ausland bringen oft hammerharte Erfahrungen mit." Wenn solche Kinder dann auf Eltern stießen, die nicht sehr reflektiert an die Adoption heran gingen, seien die Schwierigkeiten absehbar. Trautner sieht allerdings keine große Abwanderung in die Auslandsadoption. "Dass das ein langer, schwieriger Weg ist, ist vielen klar."

Ratgeber - Voraussetzungen für eine Adoption in Deutschland

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