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Hormonbehandlung bei Kinderwunsch - Was passiert da eigentlich?

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Unerfüllter Kinderwunsch  

Das passiert bei einer Hormonbehandlung

25.11.2013, 16:00 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Hormonbehandlung bei Kinderwunsch - Was passiert da eigentlich? . Unerfüllter Kinderwunsch: Bei Störungen im Hormonhaushalt kann eine Hormonbehandlung helfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Störungen im Hormonhaushalt kann eine Hormonbehandlung helfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Körper eines Menschen gibt es Tausende von Hormonen. Gerade für die Fortpflanzung spielen einige davon eine entscheidende Rolle. Bei etwa 30 bis 40 Prozent aller Frauen lässt sich ein unerfüllter Kinderwunsch auf hormonelle Störungen zurückführen. In diesem Fall ermöglicht oftmals eine Hormonbehandlung einen normalen Eisprung - sie erfordert aber Geduld und einige Arztbesuche.

Geschlechtshormone haben die Funktion, die Eibläschen (Follikel) der Frau reifen und die Gebärmutterschleimhaut wachsen zu lassen sowie den Eisprung auszulösen. Außerdem sorgen sie dafür, dass sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Ist der Hormonhaushalt gestört, funktioniert dieser Ablauf nicht mehr reibungslos. Oftmals wissen Frauen gar nicht, dass ihre Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind, denn sie bekommen ganz normal ihre Periode. Doch Störungen im Hormonhaushalt gehören zu den häufigsten Gründen, warum eine Frau nicht schwanger wird.

Was bringt eine Hormonbehandlung?

Da eine eingeschränkte Funktion der Eierstöcke zu den häufigsten Ursachen bei der weiblichen Unfruchtbarkeit zählt, ist Ziel der Hormonbehandlung, den Zyklus wieder zu stabilisieren, die Eizellenreifung zu stimulieren und so einen Eisprung zu ermöglichen. Um die Hormone wieder zu harmonisieren, werden Hormonpräparate gespritzt, die die Produktivität der Eileiter anregen und so das Wachstum der Eibläschen steigern sollen. Auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse und andere hormonelle Störungen wie beispielsweise das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO) - eine Stoffwechselstörung - werden mit einer Hormontherapie behandelt.

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Letzte Chance: künstliche Befruchtung

Bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, wird so nachgeholfen. zum Video

Ob eine Hormontherapie anschlägt, ist natürlich stark von der individuellen hormonellen Störung abhängig. Im Durchschnitt wird jede dritte Frau, die sich einer Hormonbehandlung ohne anschließende künstliche Befruchtung unterzogen hat, schwanger.

Wie ist der Ablauf einer Hormontherapie?

Zuerst wird die Frau gründlich untersucht und es wird ein sogenanntes Zyklusmonitoring durchgeführt. Hierfür testet der Arzt den Hormonhaushalt während des Zyklus und bestimmt mit zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen, ob und welche Hormone fehlen, wie der Zyklus der Patientin eingestellt ist und wann (und ob) es bei ihr zum Eisprung kommt. Kommt er zu dem Ergebnis, dass eine Hormonbehandlung helfen kann, verabreicht er der Frau hormonelle Präparate in Form von Tabletten oder Spritzen. Meistens beginnt die Behandlung am dritten Tag der Monatsperiode.

Die Frau nimmt dann Tabletten mit Clomifen ein oder spritzt sich das follikelstimuliernde Hormon FSH, um den natürlichen Zyklus zu stimulieren. Zusätzlich kann das Gelbkörper-Hormon LH (luteinisierendes Hormon) helfen. Der Arzt verfolgt den Verlauf des Zyklus und misst etwa ab dem achten Tag mit einer Blutabnahme den Hormonspiegel. Mit einer Ultraschalluntersuchung beobachtet er die Entwicklung zusätzlich. Haben sich Follikel gebildet, löst er mit einer weiteren Hormonspritze, dem humanen Choriongonadotropin (hCG), den Eisprung künstlich aus.

Die Chance, dass sich beim Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft einstellt, ist jetzt sehr hoch. Stellt der Arzt aber fest, dass die Eierstöcke auf die Clomifenbehandlung nicht reagiert haben, setzt er meistens die Hormonbehandlung mit Gonadotropinen, FSH und LH fort und der Zyklus wird weiterhin genau dokumentiert und kontrolliert.

Risiken einer Hormontherapie

Hormone steuern unseren Körper, natürlich kann es daher bei einem hormonellen Eingriff zu Nebenwirkungen kommen. Allerdings sind diese, zumindest bei der beschriebenen Hormontherapie im Vergleich dazu, was sie der Patientin bringen kann, relativ gering:

  • Überstimulationssyndrom: Durch die Überstimulation der Eierstöcke entstehen große und viele Eibläschen, was zu Zystenbildung führen kann. Um das zu verhindern, beobachtet der Arzt jedoch die Eierstöcke und den gesamten Zyklus sehr genau.

  • Mehrlingsschwangerschaft: Durch die Hormonbehandlung steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Der Arzt rät dem Paar deshalb sogar vom Geschlechtsverkehr ab, wenn sich zu viele Eizellen gebildet haben.

  • Hormonbedingte Körperempfindungen: Ähnlich wie in den Wechseljahren kann es bei der Frau zu Hitzewallungen, Kopfschmerzen oder depressiven Verstimmungen kommen.

Wer zahlt die Hormonbehandlung?

Anders als eine künstliche Befruchtung wird eine reine Hormonbehandlung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch die Diagnostik der Kinderlosigkeit wird von den Kassen ohne weitere Einschränkung übernommen. Hierfür gibt es auch keine Altersgrenze und das Paar muss nicht verheiratet sein - was dagegen für eine teilweise Bezahlung einer künstlichen Befruchtung Voraussetzung ist.

Hormonstörungen treten nicht nur bei Frauen auf

Der Hormonhaushalt kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern gestört sein. Bei Männern werden ununterbrochen Millionen von Samenzellen im Hodengewebe produziert, was auch über Hormone gesteuert wird. Beim Mann sind die gleichen Hormone an der Steuerung der Hodenfunktion beteiligt wie bei der Frau an der Steuerung der Eierstockfunktion, nämlich Follitropin (FSH) und Lutropin (LH). FSH führt beim Mann zur Reifung der Samenzellen im Hodengewebe, während LH für die Produktion des männlichen Geschlechtshormons (Testosteron) verantwortlich ist. Fehlt FSH, kommt es zu einer verringerten Samenzellbildung, fehlt LH, wird zu wenig Testosteron produziert. Eine Hormonbehandlung wird bei Männern jedoch sehr selten vorgenommen, da sie weit weniger hilft als bei Frauen.

Keine Angst vor der Hormontherapie

Im Gegensatz zu den Anfängen der hormonellen Therapie verabreichen Mediziner heutzutage keine "Hormonhämmer" mehr. Die Dosierung ist genau auf den individuellen Hormonhaushalt der Patientin abgestimmt, so dass sie nicht zu viel und nicht zu wenig der Hormone verabreicht bekommt. Entscheiden Frauen sich für eine Hormonbehandlung, brauchen sie etwas Geduld, doch wie gesagt, sie haben dafür gute Chancen ihr Wunschbaby bald in den Armen zu halten - ohne eine teure und anstrengende künstliche Befruchtung.

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