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Kinderwunsch: Zu viele Hürden für Frauen

18.05.2012, 11:23 Uhr | Maria Cheng, dapd

Kinderwunsch: Zu viele Hürden für Frauen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Künstliche Befruchtung - nicht für alle Paare möglich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Geburt von Louise Brown, dem weltweit ersten Retortenbaby, haben sich für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch viele Türen geöffnet. Viele bleiben ihnen aber weiter verschlossen - zu viele in Europa, wie manche Mediziner beklagen. Das sind die Rahmenbedingungen zur künstlichen Befruchtung, für Eispende und Leihmutterschaft in Europa.

Künstliche Befruchtung, Ei- und Samenspende: Wer darf das?

Zahlreiche Länder regeln streng, wer sich einer Behandlung unterziehen darf. Frankreich und Italien etwa schließen alleinstehende Frauen oder lesbische Paare von künstlicher Befruchtung aus; Österreich und Italien untersagen Ei- und Samenspenden für In-Vitro-Fertilisation (IVF), Deutschland und Norwegen zumindest die Eispende. Und in vielen Ländern Europas ist die Ersatzmutterschaft ausgeschlossen.

"Diese Gesetze sind völlig überholt"

"Diese Gesetze sind völlig überholt", beklagt Francoise Shenfield vom University College London. "Es geht um eine medizinische Behandlung, und die Entscheidung über die Behandlung sollte bei den Ärzten liegen." Verbote von Ei- und Samenspenden seien "eine Diskriminierung unfruchtbarer Paare", sagt sie. Für die Entscheidung gegen eine Schwangerschaft beispielsweise bei Frauen über 50 gebe es schon allein gewichtige medizinische Gründe.

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Kinderwunsch: Niedrigere Hürden in USA, Kanada, Australien

In den USA, Kanada oder Australien sind die Einschränkungen weit geringer. Experten schätzen, dass tausende Europäerinnen jährlich im Ausland Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch suchen. Oft sind es Frauen ohne Partner, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen. Rund 40 Prozent seiner Patientinnen kämen aus dem Ausland, viele davon aus Europa, berichtet der Mediziner Norbert Gleicher vom privaten Zentrum für Reproduktionsmedizin in New York.

Zur Samenbank ins Ausland

Auch die Schwedin Marie Eriksson war betroffen. Mittlerweile zeigt sich ihr Land offener, aber die 36-Jährige protestiert gegen alle noch bestehenden Beschränkungen: "Ein Kind zu haben ist kein Recht, aber die Möglichkeit sollte nicht verwehrt werden, weil man keinen Partner hat." Die Bibliothekarin fand eine Klinik in Dänemark, die den Kinderwunsch der alleinstehenden Frau erfüllen half. Als Alternative hätte sie höchstens "in einer Kneipe einen Fremden" anmachen können, meint die 36-Jährige. Ihre Tochter Sonja wurde 2008 geboren. "Das war es auf jeden Fall wert."

Auch für die Italienerinnen Giuseppina La Delfa und Raphaelle Hoedts bedeutete die Entscheidung für ein Kind, dass sie jenseits der Grenze nach Hilfe suchen mussten. Sie bemühten sich in Belgien um eine Samenspende für eine In-Vitro-Behandlung, die ihnen in Italien verwehrt war. Nach langem Anlauf gebar La Delfa schließlich ihre Tochter Lisa-Marie.

Es kostet eine Menge Geld

"Es war sehr schwierig und kostete eine Menge Geld, aber es war der einzige Weg", sagt die Französisch-Lehrerin. "Nichts war uns wichtiger als sie." Im vergangenen Jahr reisten die beiden Mütter erneut ins Ausland, diesmal nach Spanien. Jetzt ist Hoedts mit dem zweiten Kind des Paares schwanger.

Angebote für lesbische Paare

Während inzwischen etwa in Belgien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Schweden die Betreuung für lesbische Paare seitens der Samenbanken rechtlich sicher sei, seien solche Paare in Deutschland auf den guten Willen der Samenbanken und Reprozentren angewiesen, erklärt der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in einem Beratungsheft für Regenbogenfamilien.

Zwar sei es in Deutschland gesetzlich nicht strafbar, eine lesbische Frau bei der Insemination mit Spendersamen zu unterstützen, ist der LSVD überzeugt. Doch gebe die Bundesärztekammer in ihren Richtlinien den Gynäkologen vor, dass es sich dabei um einen Verstoß gegen das Berufsrecht handele, beklagt der Verband.

Nicht verboten, aber auch nicht erlaubt?

Manche Samenbanken zeigen sich daher zurückhaltend. Andere werben hingegen damit, auch lesbischen Paaren Unterstützung anzubieten. Die Cryobank München etwa schreibt auf ihrer Internet-Seite: "Gerne behandeln wir lesbische Paare und begleiten sie auf ihrem Weg zum Kinderwunsch, wenn sie verpartnert sind und gemeinsam den Behandlungsvertrag unterschreiben."

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