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Adoption: Homo-Paare dürfen auf Gleichberechtigung hoffen

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Homo-Paare dürfen auf Gleichstellung bei der Adoption hoffen

18.12.2012, 16:29 Uhr | dapd, AFP, dpa

Adoption: Homo-Paare dürfen auf Gleichberechtigung hoffen. Adoption: Homosexuelle Partner dürfen nur leibliche Kinder des Partners adoptieren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Ich habe zwei Papas" - rund 2000 Kinder in Deutschland leben in "Regenbogenfamilien". (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gleiches Adoptionsrecht für alle - darauf dürfen nun homosexuelle Paare hoffen, die ein Kind adoptieren möchten. Vor dem Bundesverfassungsgericht sprachen sich heute fast alle Experten in der mündlichen Verhandlung dafür aus, Homosexuellen eine Adoption auch dann zu ermöglichen, wenn ihr Lebenspartner das Kind zuvor selbst adoptiert hatte.

Sukzessivadoption bisher in Homo-Ehen nicht möglich

Nach geltendem Recht können Einzelpersonen zunächst unabhängig vom Familienstand und ihrer sexuellen Orientierung Kinder adoptieren. Bringen sie dieses Kind in eine Ehe mit, darf zwar der Ehepartner dieses Kind auch noch adoptieren. In einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft ist solch eine sogenannte Sukzessivadoption dagegen verboten; nur die Adoption eines leiblichen Kindes des Partners ist erlaubt.

Ärztin will Adoptivkind ihrer Partnerin adoptieren

Die Karlsruher Richter verhandelten unter anderem über die Beschwerde einer Ärztin aus Münster. Ihre Lebenspartnerin, eine Innenarchitektin, hatte 2004 ein Mädchen aus Bulgarien adoptiert. Das Kind, inzwischen 13 Jahre alt, lebt mit beiden im gemeinsamen Haushalt - doch den Wunsch der Ärztin, gleichfalls Adoptivmutter zu werden, lehnten die Gerichte entsprechend der gesetzlichen Regelung ab.

Experten: "Es dient dem Wohl des Kindes"

Die Experten betonten, dass die Kinder in solchen Fällen ohnehin bereits mit beiden Lebenspartnern in einem gemeinsamen Haushalt leben. "Es dient dem Wohl des Kindes, wenn eine faktische Beziehung auch rechtlich abgesichert wird", sagte Nina Dethloff von der wissenschaftlichen Vereinigung für Familienrecht. Psychologen betonten, dass Kinder in so genannten Regenbogenfamilien sich genauso gut entwickeln wie in anderen Familienformen. "Eine Aufspaltung der Elternrolle kann nicht im Sinne des Kindes sein", sagte Marion Schwarz von Berufsverband der Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.

Der Grünen-Politiker Volker Beck betonte, es gehe dabei "zuallererst um die Rechte der Kinder und nicht um die Rechte der Lebenspartner". Für die Kinder sei es von Vorteil, wenn zwei Eltern sorgerechtlich und unterhaltsrechtlich verpflichtet seien.

Mehr Sicherheit für das Adoptivkind

Der Vorsitzende des Deutschen Familiengerichtstags, Gerd Brudermüller, sagte dazu in Karlsruhe, wenn die Adoption durch den zweiten Elternteil möglich gemacht würde, führe das grundsätzlich "zu einem Rechtsgewinn für das Kind". Dies gelte etwa für den Unterhalt beim Tod des Alleinsorgeberechtigen oder bei der Trennung der Lebenspartnerschaft, weil dann das Kind mitentscheiden könne, bei welchen der beiden Eltern es leben wolle.

Nur der Deutsche Familienverband übt Kritik

Bedenken kamen nur vom Deutschen Familienverband (DFV). Kinder homosexueller Eltern liefen Gefahr, "Opfer von Stigmatisierung zu werden", sagte DFV-Präsident Klaus Zeh. Dabei sei die Suche nach der eigenen Identität für adoptierte Kinder ohnehin schwierig.

Bei den Richtern schien Zeh damit nicht viel Eindruck zu machen. Schließlich werde bei der Sukzessivadoption nur eine zusätzliche Bezugsperson geschaffen, sagte Verfassungsrichter Andreas Paulus. "Ich sehe nicht, wie das die Identitätssuche verschlimmert." Und mehrere Experten betonten, dass möglicherweise bestehende Diskriminierungen kein Anlass sein dürften für eine rechtliche Schlechterstellung.

Schon in mehreren Entscheidungen hat das Bundesverfassungsgericht die Rechte von homosexuellen Paaren gestärkt - etwa bei der Erbschaftssteuer und beim Familienzuschlag für Beamte. Mit einer Entscheidung über die Sukzessivadoption ist erst im kommenden Jahr zu rechnen.

Sukzessivadoption ist bisher die Ausnahme

Nach Angaben des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) sind zahlenmäßig nur einige wenige Kinder überhaupt von der Sukzessivadoption betroffen. Zwar gab es in Deutschland demnach 2011 insgesamt 27.000 eingetragene Lebenspartnerschaften. In "Regenbogenfamilien" lebten schätzungsweise 2000 Kinder, doch davon sind mehr als 90 Prozent leibliche Kinder von einem der beiden Partner.

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