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Künstliche Befruchtung: Briten wollen Drei-Eltern-Baby zulassen

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Künstliche Befruchtung: Briten wollen "Drei-Eltern-Baby" zulassen

28.06.2013, 15:36 Uhr | Maria Cheng, AP, dapd, AFP

Künstliche Befruchtung: Briten wollen Drei-Eltern-Baby zulassen. Künstliche Befruchtung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In den USA und in Großbritannien wird über das "Drei-Eltern-Baby" mit Erbgut von zwei Müttern debattiert. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es ist nicht nur eine neue Methode der künstlichen Befruchtung, sondern ein massiver Eingriff ins menschliche Erbgut: Als weltweit erstes Land plant Großbritannien, künstliche Befruchtungen mit den Genen von drei Elternteilen zu ermöglichen. Kritiker sprechen warnend von "Drei-Eltern-Babys".

Die Befruchtungsmethode, bei der DNA von drei Menschen verwendet wird, soll nur in seltenen Fällen zum Einsatz kommen, um die Weitervererbung eines seltenen Gendefekts von Müttern auf ihre Kinder zu verhindern, erklärt Sally Davies, die höchste medizinische Regierungsberaterin von Großbritannien. Mit der neuen Methode würden Frauen mit geschädigten Mitochondrien diesen Defekt nicht mehr auf ihre Babys übertragen.

Mitochondrien sind die Energiekraftwerke der Zellen. In ihnen wird Energie aus Nahrung in eine Form umgewandelt wird, die der Körper nutzen kann. Funktionieren sie nicht richtig, können vor allem Gehirn, Nervensystem, Herz oder die Skelettmuskulatur geschädigt werden. Eines von 6500 Kindern kommt mit solchen Fehlfunktionen auf die Welt.

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Erbgut von zwei Frauen wird kombiniert

Bei der neuen Technik entnehmen die Ärzte von einer Frau mit geschädigten Mitochondrien nur das gesunde Genmaterial aus ihrer Eizelle oder dem Embryo. Dieses Material wird in eine gespendete, gesunde Eizelle oder ein Embryo eingefügt, bei dem dieser Teil der DNA entfernt ist. Im Reagenzglas wird die Hybrid-Eizelle mit der Spermazelle des Vaters verschmolzen. Damit ist es möglich, durch Befruchtung einen gesunden Embryo zu erhalten. Dieser hätte aber nur die Eigenschaften seiner beiden Eltern, weil diese in der DNA des Zellkerns gespeichert werden, nicht in den Mitochondrien. Schließlich wird diese Eizelle, beziehungsweise das Embryo, wieder in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.

Charakter und viele andere Eigenschaften eines Kindes sollen nach Darstellung des britischen Gesundheitsministeriums durch das Zellmaterial der Spenderin nicht beeinflusst werden.

Gesundheitsbeamtin befürwortet "lebensrettende Behandlung"

Die Methode wird derzeit im Labor erforscht, die so erhaltenen Embryos dürfen aber nicht in die Gebärmutter eingepflanzt werden. "Wissenschaftler haben dieses bahnbrechende neue Verfahren entwickelt, die eine Vererbung dieser Krankheit stoppen können", sagt Davies. "Es ist nur richtig, wenn wir uns bemühen, diese lebensrettende Behandlung so schnell wie möglich einzuführen." Die Methode wurde erstmals 2008 öffentlich erwähnt und ist ethisch umstritten. Gegner lehnen unter anderem die Zerstörung von Eizellen oder Embryonen als unmoralisch ab. David King, Direktor von der Humangenetik-Organisation, sagte dem Sender BBC: "Diese Techniken sind unnötig und unsicher." Die britische Boulevardpresse sprach von dem "Drei-Eltern-Baby". Einer Umfrage aus diesem Jahr zufolge befürwortet aber eine Mehrheit der Briten die neue Methode.

Großbritannien als Vorreiter der neuen Befruchtungsmethode

Die britische Regierung hat am 27. Juni beschlossen, einen Gesetzentwurf für diese neue und umstrittene Technik im kommenden Jahr im Parlament debattieren zu lassen. Damit könnte Großbritannien das erste Land werden, in dem diese Behandlung angewendet werden darf. In Deutschland sind derartige Eingriffe nicht zugelassen. Das Embryonenschutzgesetz verbietet auch die Eizellenspende.


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