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Transsexualität und Kinderwunsch: Warum es schwangere Männer und "Väterinnen" geben kann

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Transsexualität und Kinderwunsch

Gibt es bald häufiger "Väterinnen"?

09.09.2013, 18:31 Uhr | dpa

In Berlin hat ein "Transmann" ein Kind zur Welt gebracht (Symbolfoto). (Quelle: imago\Insadco)

In Berlin hat ein "Transmann" ein Kind zur Welt gebracht (Symbolfoto). (Quelle: Insadco/imago)

Transsexualität und Kinderwunsch - medizinisch und rechtlich ist es längst möglich, beides miteinander zu vereinbaren. Nun gilt es, an der gesellschaftlichen Anerkennung von "Väterinnen" zu arbeiten, denn die Geschlechteridentität ist nicht bei jedem Menschen eindeutig männlich oder weiblich. In Berlin hat im März ein Mann ein Baby bekommen. Der Transsexuelle wurde mit einem weiblichen Körper geboren, fühlt sich aber als Mann und ist als solcher von den Behörden anerkannt. Gebärende Männer könnte es künftig häufiger geben. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts macht es möglich.

Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (DGTI) gibt es mindestens 80.000 transsexuelle Menschen in Deutschland. Um offiziell das andere Geschlecht anerkennen zu lassen, mussten Transsexuelle bis 2011 fortpflanzungsunfähig sein und sich umoperieren lassen. So sollte eine deutliche Annäherung an das neue Geschlecht erreicht werden. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Vorgaben im Jahr 2011 gekippt. Männer, die einst mit weiblichen Körpern geboren wurden und sich nicht mehr operieren lassen müssen, können daher noch Kinder bekommen. Umgekehrt können auch Frauen, die in männlichen Körpern zur Welt kamen, Kinder zeugen.

Transsexuelle mussten sich schwerwiegenden Operationen unterziehen

Bei Männern, die vor dem Urteil die Anerkennung als Frau erreichen wollten, mussten unter anderem der Penisschaft amputiert und der Hoden entfernt werden. Bei biologischen Frauen, die sich als Männer anerkennen lassen wollten, mussten die Gebärmutter, die Eierstöcke und der Eileiter entfernt und oft auch die Brust verkleinert werden. Das Bundesverfassungsgericht sah darin einen Verstoß gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit.

Grenzfall: Mann sein, aber trotzdem gebären wollen

Der Fall aus Berlin ist aus medizinischer Sicht unkompliziert, weil der Mann noch weibliche Geschlechtsorgane hat. Interessant ist eher die psychische Ebene. Der Transsexuelle fühlt sich zwar als Mann, vollzieht mit Schwangerschaft und Geburt aber etwas typisch Weibliches. Es gibt hier kein endgültiges "Ich will jetzt Mann sein", sondern er lebt auch seine weibliche Seite aus.

Intakte Gebärmutter ist die Grundvoraussetzung

Transsexuelle nehmen oft Hormone, um möglichst männlich zu wirken. Doch für eine Empfängnis und Geburt müssen bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllt sein. Es reicht eine Gebärmutter. Einen eigenen Menstruationszyklus braucht man nicht. Mit Hormonen lässt sich dieser wieder herbeiführen und die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereiten.

So wirken sich die männlichen Hormone auf die Entwicklung des Kindes aus

Wenn das Baby ein Junge wird, stören die männlichen Hormone, die Transsexuelle bekommen, nur in hohen Konzentrationen. Wenn der Fötus weiblich ist, muss man den Hormonspiegel kontrollieren und notfalls reduzieren, damit das Mädchen nicht vermännlicht und somit veränderte äußere Geschlechtsorgane hat.

Wenn der Vater eine Frau ist

Welche Folgen es für ein Kind hat, wenn sein Vater eigentlich eine Frau ist, lässt sich noch nicht sagen, da es dazu in Deutschland keine Erfahrungen über eine längere Zeit gibt. Der Fall aus Berlin ist der einzige, der der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität bekannt ist. Der Verband rechnet aber damit, dass es künftig auch andere gebärende Männer und "Väterinnen" gibt.

Ein unerfüllter Kinderwunsch belastet beide Partner sehr. So kann die Medizin nachhelfen.

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09.09.2013, 18:31 Uhr | dpa

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