Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schwangerschaft >

Künstliche Befruchtung

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Zweifelhafte Geschöpfe"  

Schriftstellerin Lewitscharoff nennt künstliche Befruchtung "abscheulichen Vorgang"

06.03.2014, 21:06 Uhr | dpa

Künstliche Befruchtung. Schriftstellerin und Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff  (Quelle: dpa)

Schriftstellerin und Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff (Quelle: dpa)

Mit einer flammenden Rede gegen künstliche Befruchtung hat die Schriftstellerin und Büchnerpreisträgerin Sibylle Lewitscharoff für Empörung. Der Chefdramaturg des Staatsschauspiels Dresden, Robert Koall, warf Lewitscharoff in einem Offenen Brief gefährliche Stimmungsmache und indirekt die Verletzung der Menschenwürde vor.

Lewitscharoff, eine der wichtigsten deutschen Schriftstellerinnen, hatte am 2. März in Dresden über Kinder, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, gesagt: "Nicht ganz echt sind sie in meinen Augen, sondern zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas." Eine Stellungnahme Lewitscharoffs war auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zunächst nicht zu erhalten.

"Menschenbild, das Verklemmung mit Verachtung paart"

Das Dresdner Schauspiel war Mitorganisator der Veranstaltung, auf der Lewitscharoff gesprochen hatte. "Man muss sehr viel Selbstbeherrschung aufbringen, um sich vom Sprachduktus nicht an Zeiten erinnert zu fühlen, in denen eine solche Wortwahl dazu diente, die Würde von Menschen antastbar zu machen", schreibt Koall. Eine der meistbeachteten deutschen Schriftstellerinnen pflege öffentlich ein Menschenbild, "das Verklemmung mit Verachtung paart". Die Kopulation zwischen Mann und Frau sei für sie der einzige akzeptable Weg zur Menschentstehung.

Lewitscharoff bezeichnet künstliche Befruchtung als Horror

Lewitscharoff hatte die künstliche Befruchtung laut Manuskript als "Horror" bezeichnet. Die "weithin geschätzten Reproduktionsmediziner" nannte sie "Frau Doktor und Herr Doktor Frankenstein". Mittlerweile gehe es dabei "sehr rein und fein und überaus vernünftig" zu. "Der Vorgang selbst ist darum nichts weniger als abscheulich", so Lewitscharoff.

"Früher habe ich mich über das drastische biblische Onanieverbot gern lustig gemacht, inzwischen erscheint es mir geradezu als weise", sagte sie mit Blick auf die Samenspende.

Schauspieldramaturg kritisiert "gefährliche Worte"

"Das Tendenziöse, die Stimmungsmache, das tropfenweise verabreichte Gift", mache Lewitscharoffs Rede gefährlich, schreibt Koall. "Ihre Worte sind nicht harmlos, Frau Lewitscharoff. Aus falschen Worten wird falsches Denken. Und dem folgen Taten. Deshalb sind es gefährliche Worte."

Die 59-jährige Lewitscharoff gehört zu den renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen. Für ihren Roman "Pong" erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Außerdem erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse, den Kleist-Preis und 2013 den Georg-Büchner-Preis.

Lewitscharoff steht zu ihren Aussagen

In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" verteidigte Lewitscharoff am 6. März ihre Äußerungen. Der FAZ sagte sie: "Nein, ich will es nicht zurücknehmen." Allerdings habe sie auch klargemacht, dass ein Kind nichts dafürkönne. "Niemals würde ich einem Kind, das auf solchen Wegen entstanden ist und das mir sympathisch ist, meine Zuneigung verweigern."


Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal