Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schwangerschaft >

Befruchtete Eizellen von toter Frau bleiben unter Verschluss

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Klage abgewiesen  

Befruchtete Eizellen von toter Frau bleiben unter Verschluss

18.06.2016, 10:50 Uhr | dpa

Befruchtete Eizellen von toter Frau bleiben unter Verschluss. Eine künstliche Befruchtung ist für Paare manchmal die einzige Möglichkeit Kinder zu bekommen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine künstliche Befruchtung ist für Paare manchmal die einzige Möglichkeit Kinder zu bekommen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Um später Kinder haben zu können, lässt ein Ehepaar befruchtete Eizellen in der Uniklinik Freiburg einfrieren. Nachdem die Frau gestorben ist, klagt der Mann auf Herausgabe der Zellen. Der Zivilsenat des Oberlandesgerichtes (OLG) Karlsruhe hat die Klage des wiederverheirateten Witwers jetzt abgewiesen.

Die Uniklinik Freiburg dürfe die 15 Eizellen der 2010 an Krebs verstorbenen Frau nicht herausgeben, entschied das Gericht. Das deutsche Embryonenschutzgesetz verbiete die vom Kläger geforderte Herausgabe der Eizellen.

Uniklinik muss sich an Verträge halten

Der Fall ist ungewöhnlich: Ein Ehepaar plant Nachwuchs. Doch die Frau erkrankt an Krebs. Weil die Gefahr besteht, dass sie durch die Krebsbehandlung unfruchtbar wird, friert das Paar an der Uniklinik Freiburg noch vor der Chemotherapie der Frau 2008 insgesamt 15 befruchtete Eizellen ein. Der Plan: Ist der Krebs überstanden, werden die Eizellen aufgetaut und die Frau kann schwanger werden. Doch sie verliert den Kampf gegen den Krebs, stirbt 2010.

Der Kläger wollte sich mit Hilfe der Eizellen und gemeinsam mit seiner neuen Ehefrau, mit der er seit 2012 verheiratet ist, einen Kinderwunsch erfüllen. Er plante, die Zellen von seiner zweiten Ehefrau austragen zu lassen. Dies entspreche sowohl dem Wunsch seiner ersten als auch dem Willen seiner zweiten Frau, sagte er. Die Klinik lehnte dies jedoch ab und hielt die Eizellen unter Verschluss.

Das Gericht folgte nun dieser Einschätzung (Az.: 14 U 165/15). Nach dem Vertrag, den das Ehepaar und die Klinik geschlossen hatten, dürften die Eizellen nur an das Ehepaar gemeinsam gegeben werden, sagte der Vorsitzende Richter Bernhard Joos. Daran müsse sich die Klinik halten. Nach Angaben des Richters ist es das erste Mal, dass die Justiz in Deutschland über einen solchen Fall entscheidet.

Weiterleiten von Eizellen ist verboten

Zudem sei der Wunsch des Klägers nicht mit dem in Deutschland geltenden Embryonenschutzgesetz vereinbar. Dieses verbiete generell ein Weiterleiten solcher Eizellen an Dritte: Nur die Frau, von der die Eizellen stammen, darf sie zur Schwangerschaft nutzen. Die Rechtslage sei hier eindeutig, betonte der Richter in der Urteilsbegründung.

Schon das Landgericht Freiburg hatte in der vorherigen Instanz im Oktober vergangenen Jahres die Klage des Witwers abgewiesen. Der Kläger akzeptierte das nicht und zog vor das Oberlandesgericht. Eine Revision gegen das Urteil ließ das OLG nicht zu. Die am Prozess Beteiligten haben aber die Möglichkeit, gegen diese Nichtzulassung der Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) Beschwerde einzulegen.

Gespaltene Mutterschaft verboten

Im Paragraf 1, Absatz 1, Nummer 2 heißt es: Es ist verboten, "eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt".

Das bedeutet: Nur die Frau, von der die Eizelle stammt, darf mit ihr schwanger werden. Eine Weitergabe der Eizelle an Dritte ist verboten. Der Gesetzgeber will damit eine sogenannte "gespaltene Mutterschaft" verhindern. Wer dagegen verstößt, kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder mit einer Geldstrafe belangt werden.


Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal