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Vornamen: Deutsche Babynamen als Zankapfel der Statistiker

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Ben oder Maximilian? Streit um beliebteste Vornamen des Jahres

09.03.2012, 11:01 Uhr | dpa, t-online.de

Vornamen: Deutsche Babynamen als Zankapfel der Statistiker. Leon oder Maximilian - ihm ist der Streit um die Vornamensstatistik egal.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Leon oder Maximilian - ihm ist der Streit um die Vornamensstatistik egal. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mia oder Sophie? Ben oder Maximilian? Jedes Jahr konkurrieren ein Hobbyforscher und renommierte Sprachwissenschaftler bei der Statistik der Vornamen. Damit verbunden ist auch ein Kampf von Internet gegen Papier. Wie kommen die unterschiedlichen Resultate zustande?

Die beliebtesten Vornamen 2011 laut der Gesellschaft für deutsche Sprache

Liegt Mia an der Spitze der beliebtesten Mädchennamen oder ist es Sophie? Heißen Jungen häufiger Ben oder Maximilian? Jahr für Jahr gibt es Streit in Deutschland, wer die genauere Hitliste der populärsten Vornamen erstellt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat nun in Wiesbaden ihr Forschungsergebnis für 2011 bekannt gegeben. Doch es wurmt die ehrwürdige Gesellschaft, dass immer schon zum Jahreswechsel der Hobbyforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg bei Hamburg seine Hitliste der Vornamen vorstellt - und damit auf großes Interesse bei den Medien stößt. Für Bielefeld waren 2011 Mia bei den Mädchen und Ben bei den Jungen top. Hier ist zum Vergleich das Ranking der Gesellschaft für deutsche Sprache (in Klammern die Platzierungen des Vorjahres):

RangMädchennamenJungennamen
1Sophie/Sofie (1)Maximilian (1)
2Marie (2) Alexander (2) 
3Maria (3) Paul (3) 
4Mia (5)Leon/Léon (4) 
5Sophia/Sofia (4) Ben (11) 
6Emma (8) Lukas/Lucas (5)
7Anna (6)  Luka/Luca (6) 
8Hannah/Hanna (9) Louis/Luis (8)
9Johanna (10) Elias (7) 
10Leonie (12)  Jonas (9)
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"Wir haben die Liste, die deutlich präziser ist", nimmt Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels für die GfdS in Anspruch. "Wir sind mit mehr als 500 Standesämtern in Kontakt." Doch geschützt ist die Kür der populärsten Vornamen nicht. Es gibt keine amtliche Namensstatistik in Deutschland, die Daten der GfdS kommen einer offiziellen Zählung noch am nächsten.

Kleiner Krieg zwischen Papier und Internet

Es ist auch ein Konflikt zwischen Populärwissenschaft und akademischer Linguistik, zwischen Computerrecherche und dem Papierkrieg mit Behörden. "Ich werte öffentlich zugängliche Quellen aus", sagt der Wirtschaftsinformatiker Knud Bielefeld. Das sind vor allem die Internetseiten von Kranken- oder Geburtshäusern, auf denen täglich die Ankunft neuer Erdenbürger verzeichnet wird.

Mit Helfern sammelt er Monat für Monat die Namen, ergänzt sie um Geburtsanzeigen und die Angaben einiger Standesämter - pünktlich zum Jahresende ist seine Zählung fertig. "Ich muss nicht warten, bis mir das geschickt wird." 2011 erfasste Bielefeld nach eigenen Angaben knapp ein Viertel aller Geburten in Deutschland. Seine Internetseite trägt sich durch Werbung selbst.


Wissenschaftler contra Hobbyforscher

Bielefelds Gegenspieler bei der GfdS, der Sprachwissenschaftler Lutz Kuntzsch, muss warten, bis das Jahr herum ist. Dann schicken die Standesämter ihre Listen zur Auswertung nach Wiesbaden. Die GfdS hat ihre Stichprobe in den vergangenen Jahren ausgeweitet. Für 2011 lieferten 575 Ämter Daten zu. "Wir haben 75 Prozent der Geburten erfasst", sagt Kuntzsch. Für die Gesellschaft ist wichtig, dass ihre Ergebnisse wissenschaftlich valide sind - Namensforschung war schon immer ein wichtiger Zweig der Linguistik.

Die Top Ten der Konkurrenten ähneln sich

Wenn aber alle Lenas und Pauls ausgezählt sind, liegen die Konkurrenten nicht weit auseinander. "Er kommt nicht zu grundsätzlich anderen Ergebnissen", sagt Kuntzsch über Bielefeld. Die Top Ten sind bis auf drei oder vier Namen identisch, nur die Rangfolge ist anders.

Welche Methode ist genauer?

Bei der GfdS führen meist Namen, die als Erst- wie als Zweitnamen populär sind. Das sind Sophie/Sophie oder Maria/Marie bei den Mädchen, Maximilian und Alexander bei den Jungen. Zwei von fünf Kindern haben mehrere Vornamen - die Standesämter zählen sie ohne Unterschied. Hobbyforscher Bielefeld macht getrennte Einträge für erste und zweite Namen. Auch wenn die GfdS die Wissenschaftlichkeit seiner Ergebnisse bezweifelt, hält er seine Methode für genau.

Interaktive Karte der beliebtesten Vornamen 2011

Diese interaktive Karte bietet einen Überblick über die beliebtesten Vornamen des Jahres 2011 auf Basis der Auswertungen von Knud Bielefeld. Beim Klick auf die Markierung "männlich" / "weiblich" öffnet sich eine Liste mit den zehn Favoriten des jeweiligen Bundeslandes. Zum Vergleich finden Sie oben rechts die gesamtdeutsche Top Ten.

 

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