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Deutschland: Wirtschaftsweise fordern Rente mit 69

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Wirtschaftsweise fordern Rente mit 69

20.05.2011, 12:36 Uhr | dpa, dpa

Deutschland: Wirtschaftsweise fordern Rente mit 69. Deutsche sollen immer länger arbeiten: Wirtschaftsweise empfehlen Rente mit 69 (Foto: imago) (Quelle: imago)

Deutsche sollen immer länger arbeiten: Wirtschaftsweise empfehlen Rente mit 69 (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der demographische Wandel zwingt die Deutschen immer länger zu arbeiten. So müsse das Renteneintrittsalter bis zum Jahr 2060 stufenweise auf 69 Jahre angehoben werden, meinen die "Fünf Wirtschaftsweisen", in einem Gutachten des Sachverständigenrates für die Bundesregierung.

Sollte die Politik diesem Rat folgen und den Rentenbeginn zunächst auf das Alter von 68 im Jahr 2045 anheben, wären davon Kinder und Jugendliche betroffen, die nach 1977 geboren sind.

Wirtschaftsweisen befürchten Anstieg der Staatsschulden

Die Wirtschaftsweisen warnten davor, an der "Rente mit 67" zu rütteln. Ohne die schrittweise Anhebung des Eintrittsalters in die abschlagsfreie Altersversorgung bis 2029 drohe ein dramatischer Anstieg der Staatsschulden - mit massiven Lasten für künftige Generationen.

"Daher ist es zunächst zwingend notwendig, die vorgesehene Erhöhung der "Rente mit 67" im Jahr 2029 umzusetzen", heißt es in dem Bericht mit dem Titel "Herausforderungen des demografischen Wandels". Um diesen zu begegnen, sei "keine Zeit zu verlieren", mahnen die Wissenschaftler. Nur dann seien die Demografie-Konsequenzen beherrschbar, die sich aus schrumpfender Bevölkerungszahl und steigender Lebenserwartung der Bundesbürger ergäben.

Auch Bundesbank für eine Anhebung des Renteneintrittsalters

Sie kommen in ihrer Analyse zu dem Schluss: "In den Jahren 2045 und 2060 wird dann vermutlich ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 68 beziehungsweise 69 Jahren erforderlich sein." Für spezielle Berufe könnten Ausnahmen geprüft werden. Die höheren Altersgrenzen sollten auch für die Beamtenversorgung gelten. Für eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters über das 67. Lebensjahr hinaus hatte sich bereits die Bundesbank ausgesprochen.

Derzeit liegt die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in Deutschland bei 18,2 Jahren. Im Jahr 1960 bezog ein Ruheständler nur knapp zehn Jahre Rente. Wer vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Berufsleben ausscheidet, muss Abschläge in Kauf nehmen.

Philipp Rösler (FDP) unterstützt Bericht

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) stellte sich hinter die Empfehlungen, die Lasten der demografischen Entwicklung für die öffentlichen Haushalte nicht über höhere Steuern und Beiträge zu decken. "Der Sachverständigenrat bestätigt unsere Leitlinien für eine langfristig orientierte Wirtschaftspolitik. Die Lebenserwartung steigt und die Menschen bleiben länger gesund. Dieses Geschenk müssen wir nutzen, um unsere Arbeitsmärkte und Sozialsysteme fit zu machen für die Zukunft."

So halten die Regierungsberater auch mehr Bildungsanstrengungen und "Innovationsaktivitäten" der Wirtschaft für unverzichtbar, um den Lebensstandard der Bürger zu halten. Ansonsten werde das Pro-Kopf-Einkommen "in den nächsten Dekaden" jährlich nur zwischen 0,7 und 1,3 Prozent wachsen.

Renten- und Krankenversicherung belastet Staatshaushalt

Nach Feststellung der Wirtschaftsweisen tragen die Gesetzliche Renten- und die Krankenversicherung "zu einem erheblichen Teil" zum aktuellen Staatsdefizit bei. Für den Gesundheitsmarkt schlagen sie deshalb mehr Wettbewerb vor. Trotz zahlreicher Gesundheitsreformen sei es - so ihre Kritik - bisher nicht gelungen, ein kostengünstiges Versorgungsniveau sicherzustellen. Sie raten zudem, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen, damit mehr Frauen erwerbstätig sein können. Die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften könne ebenfalls "eine Entlastung bewirken".

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