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Altersvorsorge: Chef, wie steht's mit Betriebsrente?

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Chef, wie steht's mit einer Betriebsrente?

12.08.2012, 16:08 Uhr | dapd, t-online.de

Altersvorsorge: Chef, wie steht's mit Betriebsrente?. Sparen mit dem Boss kann jeder Mitarbeiter (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sparen mit dem Boss kann jeder Mitarbeiter (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Seit dem Jahr 2002 haben Beschäftigte das Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Doch zehn Jahre später lassen immer noch viele Mitarbeiter ihre Chance auf eine staatlich geförderte Rente über die Firma sausen, vor allem in kleinen Betrieben. Dabei kann es sich lohnen, Monat für Monat Geld vom Bruttolohn anzusparen. Experten erklären, wie das am besten funktioniert.

Beim Boss nachhaken

Eine Möglichkeit, Geld für den Ruhestand zurückzulegen, bietet eine Direktversicherung - vorausgesetzt, der Chef schießt einen Teil zu, wie Altersvorsorgespezialist Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern erläutert. Hat der Arbeitgeber bislang keine Anstalten in Sachen Altersvorsorge gemacht, können Mitarbeiter ruhig einmal nachfragen, wie es mit einer Betriebsrente steht.

Jeder kann von seinem Chef verlangen, dass er einen Vertrag abschließt. Dann wird vom Bruttoverdienst Geld abgezwackt - und zwar noch bevor der Mitarbeiter darauf Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. Weil viele Arbeitgeber sich nicht auskennen, ist der Abschluss einer Direktversicherung für sie meist der bequemste Weg, wie Theo Pischke von "Finanztest" in Berlin sagt. Derzeit werden Einzahlungen bis zu 4488 Euro im Jahr vom Staat gefördert.

Boss sollte 20 Prozent beisteuern

Grundsätzlich zahle sich die Direktversicherung allerdings nur dann richtig aus, wenn der Chef noch ordentlich etwas zu den monatlichen Beiträgen beisteuere, sagt Pamela Bässler, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Ihr Rat: Konkret um einen Zuschuss bitten, das bringt auch dem Arbeitgeber finanzielle Vorteile. Ein Extra vom Boss von mindestens 20 Prozent sei notwendig, damit sich die Investition für den Mitarbeiter wirklich rechne, davon ist Larisch überzeugt: "Wenn nur der Beschäftigte allein zahlt, wird es häufig ein Verlustgeschäft."

Deutliche Unterschiede bei den Angeboten

Entscheidend ist zudem, welchen Vertrag der Arbeitgeber überhaupt abschließt. Er hat immer das letzte Wort dabei. Eine schlechte Direktversicherung bringt Pischke zufolge einem späteren Betriebsrentner über 20 Jahre gerechnet gut 4000 Euro weniger ein als eine gute Police. Bei ihrer Modellrechnung wollten die Berliner Tester wissen, was ein Mann, der 27 Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlt, garantiert herausbekommt - mögliche Überschüsse nicht mitgerechnet.

Größere Firmen haben meist günstige Rabattverträge ausgehandelt, die sie ihren Mitarbeitern anbieten. Darf der Mitarbeiter selbst Vorschläge für eine Direktversicherung machen, sollte er sich vorher gut beraten lassen, mahnt Larisch.

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Direktversicherung hat auch Nachteile

Wer sich zu einer Direktversicherung entschließt, sollte auch deren Nachteile kennen. Dazu gehört, dass gesetzlich Krankenversicherte auf ihre spätere Rente den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen müssen. Das gilt auch dann, wenn sie den gesamten Beitrag selbst aus ihrem Bruttogehalt gestemmt haben.

Außerdem lässt sich der Vertrag bei Finanznot nicht kündigen. Es ist nur eine Beitragsfreistellung möglich. Erst mit 62 Jahren kann der Kunde an sein Geld. Der Zusatzhaken dieser Variante: Bei einem Jobwechsel kann der Vertrag nicht immer ohne Einbußen weitergeführt werden.

Riester-Sparplan für Frauen oft besser

"Wir raten jungen Geringverdienern oft ab, sich eine Direktversicherung zuzulegen und sich auf Jahrzehnte finanziell zu binden", sagt Bässler. Ein guter Riester-Banksparplan sei flexibler, betont auch Larisch. Vor allem für Frauen mit wenig bis null Einkommen sei die staatlich geförderte, private Riester-Rente empfehlenswerter, besonders wenn sie von der Kinderzulage profitieren können. Für Beschäftigte mit hoher Steuerlast ist die Betriebsrente dagegen erste Wahl.

Ab Dezember nur noch Unisex-Verträge

Ein wichtiger Punkt ist außerdem, dass vom 21. Dezember an Versicherer nur noch Unisex-Verträge verkaufen dürfen. Bisher bekamen Frauen für den gleichen Beitrag weniger Rente garantiert als Männer, weil sie im Schnitt länger leben. Mit der Ungleichbehandlung soll dann Schluss sein. Das bedeutet aber auch: Männer, die sich für eine Direktversicherung interessieren, sollten noch möglichst bis zum Stichtag abschließen, empfiehlt Pischke.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung steigen ihre Tarife dann um bis zu sechs Prozent. Für Frauen wird es demnach um bis zu drei Prozent günstiger. Sie bekommen in der Regel dann eine etwas höhere Rente für ihr Geld.

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