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Ifo-Chef Werner Sinn prophezeit gesellschaftliche Krise in Deutschland

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Ifo-Chef Sinn: Rentenbeitrag kann um 50 Prozent steigen

18.07.2013, 08:24 Uhr | t-online.de

Ifo-Chef Werner Sinn prophezeit gesellschaftliche Krise in Deutschland. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn: Deutschland steuert unabwendbar auf eine demografische Krise zu (Quelle: imago/IPON)

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn: Deutschland steuert unabwendbar auf eine demografische Krise zu (Quelle: imago/IPON)

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hat eine gesellschaftliche Krise in Deutschland vorhergesagt. Sie wird durch den demografischen Wandel - die zunehmende Überalterung der Bevölkerung - verursacht und ist laut Sinn unabwendbar. Die Folgen sind drastisch: Sinn rechnete in einem Interview mit der "Welt" vor, dass beispielsweise die Rentenbeiträge um 50 Prozent steigen müssten.

Sinn sagte, die deutschen Babyboomer seien jetzt knapp 50 Jahre alt, während die nachfolgenden Jahrgänge gleichzeitig immer dünner besetzt seien. Dies mache sich bereits bei der Facharbeitersuche der Firmen bemerkbar. Jedoch: "Wenn die Babyboomer in 15 bis 20 Jahren in die Rente gehen, werden alle Bürger die Auswirkungen der geringeren Geburtenraten spüren. Dann müssen die Steuern oder die Sozialabgaben dramatisch angehoben werden, um die Renten der Babyboomer zu finanzieren, und doch werden diese Renten weit unter dem Niveau liegen, das man erwartet hat", sagte Sinn.

Steigende Rentenbeiträge und sinkender Lebensstandard

Wenn die Renten unangetastet bleiben sollten, müssten die Rentenbeiträge um bis zu 50 Prozent steigen, sagte Sinn. Das habe Auswirkungen auf die Unternehmen und die Arbeitnehmer. Die Firmen wären durch steigende Arbeitskosten belastet, während gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte im Ausland abnehme. Zusätzliche sinke der Lebensstandard der Arbeitnehmer.

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Statt die Rentenbeiträge so stark anzuheben, könne der Staat natürlich auch die Renten weiter kürzen. So oder so sei jedoch ein Verteilungskonflikt programmiert, sagte der Wirtschaftsforscher. Hinzu kämen noch die Lasten aus der Euro-Krise.

"Es wird im Gebälk knirschen"

Bei der demografischen Entwicklung sei das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Entscheidungen hierzu hätten in den 80er Jahren getroffen werden müssen. Die Politik denke jedoch nicht in den hier erforderlichen langen Zeiträumen. "Sie wird dann also in 15 oder 20 Jahren Maßnahmen für eine höhere Geburtenrate treffen, aber die werden erst eine Generation später greifen", so Sinn.

Der Ifo-Chef warnte davor, bei der Entwicklung auf einen schleichenden Prozess zu hoffen: "Es wird ziemlich knirschen im Gebälk. Schließlich konzentrieren sich die geburtenstarken Jahrgänge auf das Jahrzehnt zwischen 1960 und 1970. Wenn die in Rente gehen, haben wir das Problem."

Rente mit 67 nicht das Ende der Fahnenstange

Schon jetzt müssen sich die Deutschen auf ein längeres Erwerbsleben einstellen. Das Rentenalter steigt schrittweise auf 67 Jahre. Dass es dabei wahrscheinlich nicht bleiben wird, ist schon verschiedentlich diskutiert worden. Auch der Rentenexperte Bert Rürup sagte hierzu der "Welt": "Wir werden im nächsten Jahrzehnt sicher noch einmal über die Altersgrenze reden."

Eine weitere Möglichkeit ist eine verstärkte Zuwanderung aus Ländern, deren Geburtenrate höher liegt als für eine stabile Bevölkerungsentwicklung nötig ist. Hierzu äußerten sich jedoch weder Sinn noch Rürup.

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