Sie sind hier: Home > Finanzen > Altersvorsorge > Rentenbesteurung >

Rentenpaket um Rente mit 63 verringert Rentenerhöhung 2015

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gesetzliche Rente  

Rentenerhöhung fällt nächstes Jahr wegen Rentenpaket geringer aus

25.06.2014, 13:52 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Rentenpaket um Rente mit 63 verringert Rentenerhöhung 2015. Die jährliche Rentenanpassung wird wegen Rentenpaket geringer ausfallen (Quelle: dpa)

Die jährliche Rentenanpassung soll höher ausfallen als erwartet (Quelle: dpa)

Gute Nachricht für Ruheständler, die bald mit 63 Jahren aus dem Arbeitsleben scheiden, schlechte für alle anderen: Das Rentenpaket der großen Koalition verringert die jährliche Rentenerhöhung 2015 voraussichtlich um etwa 1,4 Prozentpunkte. Bezogen auf die sogenannte Standardrente könnte die zu erwartende Erhöhung monatlich im Schnitt etwa 16 Euro geringer ausfallen. Der Erhöhungssatz wird allerdings erst im nächsten Frühjahr festgelegt. Im vergangenen Jahr hatten Rentner in Deutschland noch knapp 15 bis über 30 Euro zusätzlich im Monat bekommen.

Allein der Verzicht auf die in diesem Jahr eigentlich mögliche Beitragssatzsenkung auf 18,3 Prozent vermindere die Rentenanpassung um 0,8 Punkte, sagte der Vorstandschef der Deutschen Rentenversicherung Bund, Hartmann Kleiner. Die erwartete Zunahme der Rentenausgaben vor allem durch die höhere Mütterrente und die Rente ab 63 um 4,4 Milliarden Euro im zweiten Halbjahr 2014 dämpfe die Rentenerhöhung um weitere 0,6 Prozentpunkte.

"Den Leistungsausweitungen für bestimmte Versichertengruppen stehen also nicht nur marginale Leistungsbegrenzungen für alle heutigen und zukünftigen Rentner gegenüber", sagte Kleiner.

UMFRAGE
Finden Sie das deutsche Rentensystem ungerecht?

Über 100 Milliarden Euro mehr für Ausweitung der Mütterrente

Auf einer Vertreterversammlung in Potsdam kritisierte der Vorstandschef die Finanzierung der Mütterrente vor allem aus Beitragsmitteln. Erst ab 2019 solle der zusätzliche Steuerzuschuss steigen und 2022 etwa zwei Milliarden Euro erreichen. "Das ist angesichts der bereits vorher anfallenden Kosten zu spät und in der Höhe bei weitem nicht ausreichend", sagte Kleiner. Die Kosten der Ausweitung der Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder beliefen sich auf über 100 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030.

Die Auszahlung der höheren Mütterrente an über neun Millionen Rentnerinnen wird sich nach Kleiners Worten hinziehen. Die Zahlungen "wollen wir spätestens bis zum Jahresende auf den Weg bringen", sagte Kleiner laut Redetext.

Rentenschätzer

Schätzen Sie hier Ihre monatliche Rente und erfahren Sie, ob Sie richtig liegen.

 

Das Rentenpaket der großen Koalition tritt am 1. Juli in Kraft. Neben der Ausweitung der Mütterrente sieht es auch eine neue abschlagfreie Rente ab 63 Jahren nach 45 Beitragsjahren und eine leichte Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten vor.

In Ostdeutschland weiterhin niedrigeres Rentenniveau

Derweil gibt es in Ost und West weiterhin unterschiedliche Rentenwerte. Grund: Die Lohnangleichung ist auch fast 25 Jahre nach dem Mauerfall noch nicht abgeschlossen. Und die Ostrentner werden noch einige Jahre mit einer Differenz im Rentenrecht leben müssen. Denn auch die schwarz-rote Koalition hat die Lösung des hochkomplexen Problems aufgeschoben - bis Ende 2019. Zu diesem Termin läuft auch der Solidarpakt aus. Erst dann soll laut Koalitionsvertrag gleiches Rentenrecht in Ost und West herrschen.

Dass die Sache nur im Schneckentempo vorankommt, hängt mit dem in Ost und West immer noch unterschiedlichen Lohnniveau zusammen. Das Lohnniveau lag in den neuen Ländern im Jahr 1992 im Durchschnitt um 44 Prozent unter dem Westniveau. 2014 sind es noch knapp 19 Prozent. Damit fallen Ost-Renten rechnerisch automatisch niedriger aus.

100 Euro Differenz in der Standardrente

Für ein Jahr Beitragszahlung erwirbt ein Durchschnittsverdiener aktuell einen Rentenanspruch von 28,61 Euro im Westen und 26,39 Euro im Osten. Dieser Wert der sogenannten Entgeltpunkte wird jeweils zur Jahresmitte entsprechend der Lohnentwicklung angepasst.

Nach 45 Beitragsjahren mit 45 Entgeltpunkten errechnet sich daraus eine sogenannte Standardrente von derzeit 1287 Euro im Westen und 1187 Euro im Osten. Dies entspricht 92,2 Prozent des Westniveaus. 2012 waren es 88,8 Prozent, im Jahr 2000 noch 87,0 Prozent.

Ost-Einkommen werden rechnerisch aufgewertet

Allerdings gibt es eine Besonderheit: Ost-Einkommen werden für die Rente wegen des niedrigeren Durchschnittseinkommens zwischen Rügen und Erzgebirge derzeit um 18,73 Prozent aufgewertet. Damit wird der Rückstand von 7,8 Prozent beim Rentenwert immerhin mehr als ausgeglichen.

Das Problem dabei: Die Aufwertung gilt generell - und führt dazu, dass bei gleichen Einkommen Ost-Beschäftigte besser dastehen als ihre West-Kollegen. Ein Beispiel: 2000 Euro Monatslohn werden im Osten so bewertet als wären es 2374,60 Euro. Trotz des niedrigeren Rentenwertes Ost erhalten dadurch die Beschäftigten im Osten einen höheren Rentenanspruch als die West-Kollegen mit gleichem Gehalt.

Nicht gewollte Vorteile

Der Nachteilsausgleich für den Osten hat sich in diesen Fällen zu einem vom Gesetzgeber nicht gewollten Vorteil umgekehrt: Für das gleiche Geld gibt es in Rostock mehr Rente als in Stuttgart. Dies empfinden Westler als ungerecht. Experten wie der ehemalige Chef der Rentenversicherung, Franz Ruland, haben deshalb gefordert, die teure Höherwertung abzuschaffen. Um die Ost-Renten auszahlen zu können, fließen jährlich knapp 15 Milliarden Euro von den alten in die neuen Länder.

Die Linkspartei pocht darauf, den Rentenwert Ost umgehend an den West-Wert anzugleichen, die Lohn-Aufwertung aber beizubehalten. Das freilich würde bestehende Verwerfungen noch einmal verstärken. "Man schafft also eine neue Ungerechtigkeit, nämlich für die Westrentner und Westrentnerinnen", kritisiert der CDU-Rentenexperte Peter Weiß das Linken-Konzept.

Angleichung wäre finanzierbar

Die würde nach Rechnung Birkwalds "jede Steuerzahlerin und jeden Steuerzahler in diesem Jahr durchschnittlich nur 1,80 Euro im Monat kosten", sei also finanzierbar. Insider, die die Gesamtkosten im Blick haben, sprechen aktuell von rund 4,5 Milliarden Euro zusätzlich für die Renteneinheit pro Jahr.

Die Herstellung gleichen Rentenrechts muss nach den Worten von Weiß zum Ziel haben, "dass jeder in die Rentenversicherung einbezahlte Euro das gleiche wert ist - im Osten und im Westen". Und: "Zielmarke ist das Jahr 2019."

Ost-Ruheständler bekommen derzeit mehr gesetzliche Rente

Ein Blick in die Statistiken der Rentenversichrung ergibt noch ein anderes Bild deutsch-deutscher Unterschiede: Wer im Osten schon im Ruhestand ist, bekommt im Schnitt derzeit deutlich mehr gesetzliche Rente als die Altersgenossen im Westen. Das liegt an den durchweg längeren und durchgängigeren Beschäftigungszeiten in der DDR - die zudem ebenfalls hochgewertet wurden.

Besonders deutlich zeigt sich das bei den Rentnerinnen: Während sie im Westen derzeit im Schnitt 512 Euro monatlich erhalten, kommen ihre Altersgenossinnen im Osten auf immerhin 755 Euro. Bei den Männern ist der Unterschied nicht ganz so groß: 1096 Euro zu 1003 Euro.

Bei Neu-Rentnern weisen die statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung für Männer im Westen 2013 eine durchschnittliche Altersrente von 913 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es 898 Euro. Bei Neurentnerinnen stieg die durchschnittliche Auszahlung von 493 auf 505 Euro. Für Frauen im Osten erhöhte sich die Altersrente von 753 auf im Schnitt 786 Euro.

Das Verhältnis dürfte sich mittelfristig aber umkehren, und zwar dann, wenn in Ostdeutschland immer mehr Geringverdiener und Langzeitarbeitslose mit geringen Rentenansprüchen ins Rentenalter kommen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Neu: NIVEA PURE SKIN Gesichtsreinigungsbürste
jetzt versandkostenfrei bestellen auf NIVEA.de
Shopping
Jetzt portofrei Weihnachts- geschenke bestellen!
schnell zu JAKO-O.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017