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Rentenerhöhung bringt dem Staat mehr Steuern: 625 Millionen Euro zusätzlich

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Mehr Rentner müssen blechen  

Rentenerhöhung bringt dem Staat 625 Millionen Euro mehr Steuern

24.03.2017, 12:47 Uhr | dpa, dpa-tmn

Rentenerhöhung bringt dem Staat mehr Steuern: 625 Millionen Euro zusätzlich. Keine Ruhe vor dem Fiskus - Rentner und die Steuererklärung (Quelle: dpa/tmn)

Keine Ruhe vor dem Fiskus - Rentner und die Steuererklärung (Quelle: dpa/tmn)

Die im Juli fällige Rentenerhöhung spült in diesem und im nächsten Jahr zusätzliche Steuereinnahmen von 625 Millionen Euro in die Staatskassen. Das geht aus Berechnungen des Bundesfinanzministeriums hervor.

Danach führt die geplante Anhebung der gesetzlichen Altersbezüge zum 1. Juli um 1,9 Prozent im Westen und um 3,6 Prozent im Osten im Veranlagungszeitraum 2017 zu Mehreinnahmen für den Fiskus von rund 205 Millionen Euro. Im Zeitraum 2018 sind Steuermehreinnahmen von 420 Millionen Euro zu erwarten.

Steuerpflichtige nicht mit Personen gleichzusetzen

Zuletzt gab es etwa 21 Millionen Bezieher einer gesetzlichen Rente. Wegen der Rentenanhebung zum Juli steigt auch die Zahl steuerpflichtiger Ruheständler.

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In diesem Jahr werden laut Finanzministerium etwa 4,25 Millionen "Steuerpflichtige mit Rentenbezug" vom Fiskus belangt, 2018 werden es etwa 4,35 Millionen sein.

Zu beachten ist, dass ein zusammen veranlagtes Paar als ein Steuerpflichtiger zählt. "Steuerpflichtige" sind also nicht gleichzusetzen mit Personen. Ohne die Rentenanpassung wären 2017 den Angaben zufolge von diesen Ruheständlern rund 40.000 und 2018 rund 80.000 Steuerpflichtige mit Rentenbezug nicht vom Fiskus belangt worden.

Zum Vergleich: Die starke Renten-Anhebung 2016 hat dazu geführt, dass etwa 160.000 Rentner nun Steuern zahlen müssen.

Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen

Die seit 2005 erhobene Rentensteuer trifft damit weiterhin eine eher kleine, aber jährlich wachsende Gruppe Ruheständler. Infolge des steigenden steuerpflichtigen Teils der Rente sowie von Rentenerhöhungen werden immer mehr Neurentner vom Fiskus belangt.

Im Gegenzug werden aber die von Arbeitnehmern eingezahlten Rentenbeiträge über die Jahre von der Einkommensteuer freigestellt und die Beschäftigten so entlastet.

Steuerpflicht von Einkünften abhängig

2005 betrug der steuerpflichtige Rentenanteil 50 Prozent. Ist also jemand vor 2006 in Rente gegangen, werden nur 50 Prozent seiner Rente in die Besteuerung einbezogen. Dieser Prozentsatz steigt mit jedem weiteren Rentner-Jahrgang: für Neurentner 2017 auf 74 Prozent. Somit bleiben also 26 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt also für im Jahr 2017 neu hinzukommende Rentner-Jahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibt es beim festgesetzten steuerfreien Anteil.

Ob Senioren eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte insgesamt ab - neben Renteneinkünften also auch von weiteren Einnahmen wie Erträge aus Kapitalanlagen, Mieteinnahmen oder Betriebsrenten.

Fällig wird sie, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem Grundfreibetrag (8820 Euro/Verheirate 17.640 Euro) liegen. Wegen der schrittweisen Erhöhung des steuerpflichtigen Anteils der Rente werden viele Senioren, die keine weiteren veranlagungspflichtigen Einkünfte haben, vom Fiskus verschont. 

Irrglaube: Warten bis Finanzamt sich meldet

Wer unsicher ist, ob er eine Einkommensteuererklärung machen muss, sollte sich Hilfe suchen, zum Beispiel bei einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater. "Sie können sich dann ausrechnen lassen, ob Sie Steuern zahlen müssen", sagt Isabel Klocke vom Steuerzahlerzahlerbund.

Das ist vor allem deshalb ratsam, weil das Finanzamt Betroffene nicht von sich aus auffordern muss, eine Steuererklärung abzugeben. "Viele glauben, sie können warten", sagt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. "Das ist aber falsch: Steuerzahler haben in Bezug auf die Steuererklärung eine Bringpflicht." Und das gilt auch für Rentner.

Allerdings müssen Rentner nicht mühsam alle ihre Einnahmen zusammensuchen. Zumindest bei den Altersbezügen gibt es Hilfe: Die Rentenversicherung stelle Rentnern auf Wunsch kostenlose Bescheinigungen aus, die beim Ausfüllen der Steuervordrucke helfen, erklärt Klocke. Diese Papiere enthalten alle relevanten Beträge mit Hinweisen, in welchen Zeilen dieser Vordrucke die Werte eingetragen werden müssen. "Wenn Sie sie einmal bestellt haben, bekommen Sie die Bescheinigung automatisch jedes Jahr neu zugeschickt."

Viele Ausgaben von Ruheständlern absetzbar

Und noch eine gute Nachricht: Wer eine Einkommensteurerklärung abgeben muss, muss nicht in jedem Fall Steuern zahlen. "Rentner können eine Reihe von Ausgaben steuerlich geltend machen", so Klocke. Dazu zählen zum Beispiel Sonderausgaben wie Kirchensteuern oder Spenden. Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung mindern die Steuerlast.

"Wenn Sie Haushaltshilfen oder Pflegedienste beschäftigen, können Sie diese Kosten ebenfalls absetzen", sagt Klocke. Wichtig hierbei: "Das Honorar darf nicht bar bezahlt werden." Denn das Finanzamt erkennt in diesem Fall nur Überweisungen an.

Einen großen Posten können Gesundheitsausgaben bilden. Allerdings müssen auch Rentner eine zumutbare Eigenbelastung tragen. "Sammeln Sie also alle Belege für Brille, Zahnersatz, Medikamente, Kuren oder Gehhilfen", rät Klocke.

Senioren mit gesundheitlichen Einschränkungen können zusätzlich vom Behindertenpauschalbetrag profitieren. Er liegt je nach Grad der Behinderung zwischen 310 Euro und 3700 Euro. "Viele wissen das nicht", sagt Klocke. Voraussetzung ist aber, dass ein Schwerbehindertenausweis beziehungsweise eine entsprechende Bescheinigung vorgelegt werden kann.

Und selbst Werbungskosten können Rentner geltend machen: "Wenn Sie einen Rentenberater nutzen, können Sie diese Ausgaben geltend machen", erklärt Rauhöft. Zusätzlich profitieren Ruheständler von Steuerfreibeträgen wie dem Altersentlastungsbetrag. 

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