Sie sind hier: Home > Finanzen > Altersvorsorge > Rentenbesteurung >

Gewinner und Verlierer: Neuregelung der Renten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Pralles Reformpaket  

Gewinner und Verlierer: Neuregelung der Renten

01.06.2017, 20:18 Uhr | Basil Wegener, Ruppert Mayr, Thorsten Severin, dpa

Gewinner und Verlierer: Neuregelung der Renten. Andrea Nahles (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Die Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) ist das Reformpaket wichtig (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode hat der Bundestag gleich mehrere wichtige Rentengesetze beschlossen. Eine der mit den Stimmen der Koalition verabschiedeten Neuregelungen sieht vor, Arbeitgeber bei Betriebsrenten von der bisherigen Haftung für einen bestimmten Ertrag der Beiträge zu entbinden. Zudem beschloss der Bundestag die Ost-West-Angleichung der gesetzlichen Rente und Verbesserungen für Empfänger von Erwerbsminderungsrenten.

Mit der Schaffung des Sozialpartnermodells bei der Betriebsrente verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, dass diese künftig stärker auch für Geringverdiener sowie die Beschäftigten in kleineren Betrieben angeboten werden. Hier gibt es nach Auffassung der Bundesregierung bislang noch Lücken.

Geringverdiener erhalten Zuschuss von bis zu 480 Euro

Die durch den Wegfall der Arbeitgebergarantie eingesparten Sozialbeiträge müssen künftig in Höhe von 15 Prozent an die Beschäftigten weitergegeben werden, wenn diese eine Betriebsrente abschließen. Geringverdiener mit einem Einkommen von bis zu 2200 Euro im Monat sollen nach den Plänen der großen Koalition einen Zuschuss von bis zu 480 Euro enthalten, an dem sich der Fiskus mit 144 Euro beteiligt. Wer im Alter auf staatliche Grundsicherung angewiesen ist, soll bis zu 200 Euro monatlich von seiner Betriebsrente einbehalten dürfen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) wies in der Debatte Befürchtungen der Opposition zurück, der Wegfall der Arbeitgebergarantien erzeuge neue Risiken für die Beschäftigten. Die bislang geltenden Garantien seien das Haupthemmnis dafür, dass Betriebsrenten gerade in kleineren Betrieben oft nicht angeboten würden, sagte sie. Zudem gebe es die Kontrolle der Sozialpartner, die die neue Rente in Tarifverträgen vereinbaren.

Die Renten in Ost und West werden angeglichen

Die Unterschiede zwischen den Rentenwerten in Ost und West sollen einem weiteren Gesetzesbeschluss zufolge in sieben Schritten bis Juli 2024 verschwinden. Weitere rechtliche Unterschiede fallen bis Anfang 2025. Dazu gehört der Hochwertungsfaktor, der bislang ostdeutsche Beitragszahler besser stellt, sowie die im Osten noch niedrigere Beitragsbemessunsgrenze.

Die Kosten der Angleichung werden für das Startjahr 2018 mit 600 Millionen Euro veranschlagt, im Jahr der kompletten Angleichung des Rentenrechts 2025 sollen es dann 3,9 Milliarden Euro sein.

Für Rentner im Osten bedeutet dies größere Anhebungen ihrer Bezüge. Die höheren Kosten bis zu 15,7 Milliarden Euro bis 2024 sollen größtenteils die Beitragszahler aufbringen. Ab 2022 beteiligt sich der Bund mit einem Zuschuss, der ab 2025 jährlich zwei Milliarden Euro beträgt.

Aktiven Arbeitnehmern im Osten bringt die Neuregelung indes eine Verschlechterung: Sie erwerben zurzeit mit demselben Lohn höhere Rentenansprüche als im Westen, um das geringere Lohnniveau im Osten auszugleichen. Diese Höherbewertung der Löhne wird schrittweise bis zum Jahr 2025 abgebaut.

Reform der Erwerbsminderungsrente

Der Bundestag billigte zudem die Reform der Erwerbsminderungsrente. Deren Bezieher werden schrittweise so gestellt, als hätten sie bis zum 65. Lebensjahr weitergearbeitet. Bislang gilt hier das 62. Lebensjahr. Die Erwerbsgeminderten seien stärker von Grundsicherungsleistungen abhängig als Altersrentner, hieß es zur Begründung. Die neuen Rentenregelungen müssen noch den Bundesrat passieren.

Rentenniveau könnte immer weiter sinken

Die Zukunft der Rente sieht dennoch nicht unbedingt rosig aus. Zwar sind mit 737.000 heute viel weniger Menschen ab 55 Jahren von Hartz IV abhängig als Minderjährige – da sind es 1,9 Millionen. Doch die gesetzliche Rente hinkt den Löhnen in den kommenden Jahrzehnten immer weiter hinterher, wenn die Politik nicht gegensteuert: Bis 2045 dürfte das Rentenniveau laut Regierung von heute 47,8 Prozent dann auf 41,6 Prozent sinken.

"Wir wollen einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass Armutsgefährdung in der Rente abnimmt", sagt der CDU-Rentenexperte Peter Weiß.

SPD bastelt an Rentenkonzept für den Wahlkampf

In den Tagen nach Pfingsten sollen die Renten wieder eine große Rolle spielen. Die SPD bastelt an ihrem Rentenkonzept für den Wahlkampf. Diesmal dürfte auch Kanzlerkandidat Martin Schulz bei der Präsentation dabei sein. Teuer soll es im Fall einer Umsetzung werden, und es soll die künftig immer begründeteren Ängste vor Altersarmut abmildern.

Ob Merkel und die Union wegen SPD-Versprechen für mehr Soziales bei ihren derzeit recht komfortablen Umfragewerten noch zittern werden müssen, bleibt abzuwarten. Nahles selbst hatte noch im vergangenen Jahr übrigens immer wieder durchblicken lassen, dass sie die Rente angesichts der vertrackten Zusammenhänge und der Zukunftsängste vieler Menschen nicht unbedingt für ein Gewinnerthema im Wahlkampf hält.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Diese Jacken bringen Sie warm durch den Winter
Trend-Jacken von TOM TAILOR
Shopping
Allnet Flat Plus mit Samsung Galaxy S8 im besten D-Netz
zu congstar.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017