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OECD-Studie: So ungerecht ist die deutsche Rente

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OECD schlägt Alarm  

So ungerecht ist die deutsche Rente

24.10.2017, 07:25 Uhr | David Ruch, t-online.de

Einer neuen Studie der OECD zufolge nimmt das Risiko von Armut und Ungleichheit im Alter für die heute jüngeren Generationen zu. (Screenshot: t-online.de)
So ungerecht ist die deutsche Rente

Einer neuen Studie der OECD zufolge nimmt das Risiko von Armut und Ungleichheit im Alter für die heute jüngeren Generationen zu.

Das Armutsrisiko hat sich von der älteren Generation zur jüngeren verlagert, resümiert eine OECD-Studie. (Quelle: t-online.de)


Den heutigen Rentnern in Deutschland geht es besser als jeder Generation zuvor. Auf zusätzliche Unterstützung vom Staat jenseits von Rente und Vorsorgeleistungen sind nur wenige angewiesen. Für die jungen Generationen wird sich das in Zukunft dramatisch verändern. Die Sozialverbände mahnen deshalb Reformen in der Rentenpolitik an.

Einer neuen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge nimmt das Risiko von Armut und Ungleichheit im Alter für die heute jüngeren Generationen zu. Ihr Leben als Rentner wird sich im Vergleich zu heutigen Pensionären dramatisch verändern. Größte Risikogruppen sind Alleinerziehende, Geringverdiener und Langzeitarbeitslose.

Ein wesentlicher Grund ist die zunehmende Belastung der sozialen Sicherungssysteme. Kamen 1980 im OECD-Raum noch 20 Menschen über 65 Jahre auf 100 im arbeitsfähigen Alter, so sind dies heute bereits 28. Bis 2050 wird sich ihre Zahl auf dann 53 fast verdoppelt haben, in Deutschland von jetzt schon 35 auf dann 64.

Während die Lebenserwartung steigt, werden künftig mehr Menschen im Laufe ihres Erwerbslebens durch Phasen von Arbeitslosigkeit und geringem Einkommen gehen. Gleichzeitig werden andere von höheren und stabileren Einkommen profitieren.

Bildung und Gesundheit entscheidend für Lebenserwartung

Wesentliche Faktoren, die sich auf die Bezüge im Alter auswirken, sind Bildung und Gesundheit. Und sie greifen bereits in jungen Jahren. Dazu schreibt die OECD-Studie: "Ein 25-jähriger männlicher Uni-Absolvent wird im Durchschnitt um acht Jahre länger leben als ein weniger gebildeter Mann gleichen Alters. Bei Frauen beträgt der Unterschied 4,6 Jahre."

Zugleich wirken sich bei bildungsfernen Gruppen chronische Gesundheitsbeschwerden besonders dramatisch auf die Einkommenssituation aus. Sie erzielen im Laufe des Lebens 33 Prozent weniger Einkommen. Chronisch Kranke mit guter Bildung haben hingegen nur 17 Prozent weniger Einkommen.

Um benachteiligte Jugendliche künftig besser in Arbeit zu bringen und die Gesundheitsvorsorge zu stärken, schlägt die OECD deshalb gute Angebote bei der Kinderbetreuung und frühkindlichen Bildung vor.

Armutsrisiko von den Alten zu den Jungen verlagert

Die Studienmacher kommen zu dem Schluss, dass sich das Armutsrisiko von der älteren Generation zur jüngeren verlagert hat. Während die Armutsrate der Menschen über 65 in den Industrienationen seit Mitte der 80er-Jahre zurückgegangen ist, nahm sie für alle jüngeren Altersgruppen zu, insbesondere für Menschen unter 25 Jahren.

Deutschland weicht hier etwas vom Durchschnitt ab. Einen Rückgang der Armutsrate gab es lediglich in der Altersgruppe 76 plus. Für die 51- bis 64-Jährigen sowie die 18- bis 25-Jährigen stieg sie deutlicher an.

Hierzulande betrifft Altersarmut vor allem Frauen. Sie beziehen im Schnitt 46 Prozent weniger Rente als Männer – ein Rekordwert in der OECD. Diese Diskrepanz dürfte auch in Zukunft bestehen bleiben, denn noch immer arbeiten viele Müttern dauerhaft in Teilzeit.

Sozialverbände: Mehr Menschen werden im Alter Grundsicherung beziehen

Seit Langem warnen die Sozialverbände in Deutschland davor, dass die Zahl der Menschen, die im Alter Grundsicherung beziehen muss, deutlich steigen wird. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Entwicklung des Rentenniveaus, das gegenwärtig bei 47,9 Prozent liegt. Bis 2030 plant der Gesetzgeber eine Absenkung auf 43 Prozent.

Der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer, sagte dazu t-online.de: „Das Thema Altersarmut betrifft Jung und Alt gleichermaßen. Denn auf unsere Renten wirken sich arbeitsmarktpolitische Entscheidungen ebenso wie rentenpolitische Entscheidungen aus. Jedoch gibt es zweifellos Lösungen gegen Altersarmut, die bei den Ursachen ansetzen und das bestehende Rentensystem respektieren."

Dazu gehörten insbesondere der Ausbau von Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung in der Erwerbsphase sowie ergänzende Regelungen im Rentenrecht. Zudem müssten Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner erfolgen, denn für sie sei das Risiko von Altersarmut besonders hoch.

Bauer fordert deshalb, die "systemwidrigen Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten" abzuschaffen. "Diese Fragen gehören auf die Agenda der neue Bundesregierung“, sagte er.

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