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Verbraucherschützer: Riestern fast immer zu teuer

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18 Produkte geprüft  

Verbraucherschützer: Riestern ist fast immer zu teuer

08.01.2018, 14:23 Uhr | Friederike Marx, dpa-AFX

Verbraucherschützer: Riestern fast immer zu teuer. Eine Rentnerin mit Euroscheinen: Riestern ist Verbraucherschützern zufolge häufig zu teuer. (Quelle: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

Eine Rentnerin mit Euroscheinen: Riestern ist Verbraucherschützern zufolge häufig zu teuer. (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Die Riester-Rente soll die Lücke bei der gesetzlichen Rente stopfen. Doch es gibt Kritik – insbesondere an den Kosten. Verbraucherschützer fordern neue Wege in der privaten Altersvorsorge.

Die Kosten für die Riester-Rente sind aus Sicht von Verbraucherschützern in den meisten Fällen zu hoch. Von wenigen Ausnahmen abgesehen würden Produkte angeboten, "die die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllen", kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Effektivkosten höher als Regierung annimmt

Die Experten haben insgesamt 18 Produkte – klassische Rentenversicherungen und fondsgebundene Modelle – mit unterschiedlichen Laufzeiten geprüft. Das Ergebnis: Die Effektivkosten sind in den meisten Fällen höher als der Wert, der sich aus den Annahmen des Alterssicherungsberichts der Bundesregierung ergibt.

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Die Effektivkosten für staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte geben an, um wie viele Prozentpunkte die Kosten eines Vertrags die Rendite (Ertrag, Verzinsung) sinken lassen.

Das geht aus einer Analyse des vzbv hervor. "Im Extremfall sind die Kosten um das Fünffache höher", heißt es darin. Günstiger sind je nach Laufzeit nur bis zu maximal zwei Angebote für das staatlich geförderte Zusatzplus im Alter. Die Verbraucherschützer werteten die Produktinformationsblätter (Stand: April 2017) verschiedener Anbieter aus.

Ausreichende private Altersvorsorge nicht möglich

"Wir sind bei der Vielzahl der Produkte angesichts der Kosten weit davon entfernt, ausreichend Kapital für die private Absicherung neben der gesetzlichen aufzubauen", kritisiert die Leiterin des vzbv-Finanzmarktteams, Dorothea Mohn. Insbesondere wegen der Vertriebskosten sei es offenbar nicht möglich, kosteneffiziente Produkte anzubieten.

Das Bundesarbeitsministerium weist darauf hin, dass es sich im Alterssicherungsbericht um modellhafte Berechnungen handele und nicht um Prognosen. Es gehe darum, "das Spektrum künftiger Veränderungen, die letztlich bei jedem Einzelfall individuell verschieden sind, auf wesentliche Erkenntnisse zu verdichten".

Verbraucherschützer schlagen schwedisches Vorsorgemodell vor

In dem Modell wird grundsätzlich von einer Verzinsung der eingezahlten Beiträge (Eigenbeiträge plus Zulagen) von 4,0 Prozent ausgegangen. Als Verwaltungskosten werden zehn Prozent der eingezahlten Beiträge angesetzt. Daraus leiteten die Verbraucherschützer die Effektivkosten ab und verglichen sie mit den Angaben in den Produktinformationsblättern.

Mohn schlägt vor, einen Vorsorgefonds einzuführen, der sich am schwedischen Modell orientiert und ohne eigene Gewinninteressen die Kapitalanlage organisiert. In dem Land gibt es einen staatlich organisierten Aktienfonds und einen Rentenfonds für die private Altersvorsorge. Die Anlage der Gelder übernehmen nach Ausschreibungen private Investoren.

Rentenschätzer: Berechnet die zu erwartende Rente mit nur drei Eingaben

Arbeitnehmer zahlen automatisch in diese Vorsorge ein, es sei denn, sie widersprechen ausdrücklich. Dadurch ist der Aufwand für den Vertrieb geringer. "Die Kosten liegen daher insgesamt deutlich unter denen der Riester-Produkte", sagt Mohn.

Stiftung Warentest vergab nur zweimal Note "gut"

Die Stiftung Warentest gab jüngst nur zwei klassischen Riester-Rentenversicherungen beim Thema "Rentenzusagen und Kosten" die Note "gut". Einschließlich weiterer Kriterien wie Anlageerfolg oder Flexibilität kam keines der neun getesteten Produkte über ein "befriedigend" hinaus (Finanztest 10/2017). Dennoch könne sich riestern lohnen. "Hier gibt es staatliche Zulagen und Steuerersparnisse, die alleine schon für eine gewisse Rendite sorgen", argumentierten die Tester.

Das Problem: Die Auswahl schrumpft. Es gibt immer weniger Versicherer, die klassische Riester-Rentenverträge mit Garantiezins anbieten. Dieses Modell sei jedoch ein Garant für eine planbare Altersvorsorge, argumentierte Stiftung Warentest. Vor fünf Jahren waren den Angaben zufolge noch 29 Riester-Klassiker im Test.

Quellen und weiterführende Informationen:
- dpa
- Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
- Stiftung Warentest

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