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Milch-Boykott: Erste Molkerei zahlt Milchbauern mehr

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MILCH-LIEFERSTREIK  

Milch wird teurer - Proteste der Bauern halten an

07.06.2008, 18:33 Uhr | dpa / t-online.de, t-online.de

Plakate an deutschen Weiden machen auf den Boykott aufmerksam (Foto: dpa)Plakate an deutschen Weiden machen auf den Boykott aufmerksam (Foto: dpa) Nach den Bauernprotesten der vergangenen Tage gibt es nun einen ersten Erfolg. Wie der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM) mitteilte, wird die mittelständische Molkerei Berchtesgadener Land Chiemgau eG rückwirkend zum 1. Juni 43 Cent pro Liter Milch an die Erzeuger zahlen. Für Bio-Milch sollen die Bauern demnach 51 Cent pro Liter bekommen. Der Handel reagiert prompt: Lidl und Edeka wollen schon in Kürze die Milchpreise erhöhen. Trotz der Erfolge setzen die Bauern ihre Proteste fort. Heute veranstalten die Landwirte einen bundesweiten Aktionstag für höhere Milchpreise.

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Milch und Butter werden teurer
Der Großdiscounter Lidl will bereits vom kommenden Montag an in seinen Filialen den Verkaufspreis je Liter Milch um zehn Cent erhöhen. Butter wird 20 Cent mehr kosten. "Der hieraus erzielte Netto-Mehrpreis ist ausschließlich für die erzeugenden Landwirte bestimmt und muss über die Molkereien an die Erzeuger ausbezahlt werden", hieß es in einer Lidl-Erklärung. Ein Sprecher des Bauernverbandes sagte, jetzt müssten auch die anderen Handelsunternehmen dem Beispiel Lidls folgen. Der Einzelhandelskonzern Rewe hat sich bereits ebenfalls zu einem solchen Schritt bereit erklärt.

Edeka wartet ab
Nach dem Vorstoß des Discounters Lidl will der Lebensmittelkonzern Edeka die Entwicklung in der Branche zunächst beobachten. "Wir sind grundsätzlich gesprächsbereit", sagte ein Unternehmenssprecher. Eine Frage sei, ob die Lieferanten auf Edeka zukämen. Die Verträge mit den Molkereien liefen allerdings noch bis zum Herbst. Der Sprecher bekräftigte, dass Angebot und Nachfrage für die Preisbildung ausschlaggebend seien. Vor der Edeka-Zentrale in Hamburg halten norddeutsche Landwirte eine Mahnwache, mit der sie für höhere Milchpreise protestieren.

Unterbrecher Ghana

Kundgebung vor dem Brandenburger Tor
Um ihre Forderungen zu unterstreichen, veranstalten die Milchbauern am heutigen Donnerstag einen bundesweiten Aktionstag. Damit wollen sie parallele Gespräche des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter mit dem Milchindustrieverband (MIV) unterstützen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) rief alle Milchbauern zur Teilnahme an dem "nationalen Milch-Aktionstag" auf. Neben einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin sollen Demonstrationen vor den Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels ausgeweitet werden.

Sonnleitner verteidigt Proteste
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, verteidigte die weiteren Proteste. "Die Preise werden erhöht, aber noch nicht bei allen. Und deshalb brauchen wir jetzt noch gemeinsame Anstrengungen, um auch die restlichen Lebensmitteleinzelhändler auf diese Linie zu bringen", erklärte Sonnleitner am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Bauernpräsident Sonnleitner in der Kritik
Die Haltung des Bauernpräsidenten stößt nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) warf dem Bauernverband "doppeltes Spiel" vor. Statt vor die Zentralen der Handelsketten zu ziehen, müsse man der Molkereiindustrie "Beine machen", sagte der AbL-Vorsitzende Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf.

Bundeskartellamt ermittelt gegen BDM
Das Bundeskartellamt hat unterdessen wegen des Aufrufs zum Milch-Lieferstopp offizielle Ermittlungen gegen den Milchviehhalterverband aufgenommen. Es werde überprüft, ob der Tatbestand des Boykott-Aufrufs erfüllt sei, sagte eine Sprecherin der Behörde. Bundesweit sind alle Molkerei-Blockaden nach Angaben des Milchindustrieverbands wieder aufgelöst, nur die Zufahrt zu einem Betrieb im baden-württembergischen Rottweil sei noch versperrt.

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