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Bankenkrise  

BaFin beschützt Finanzaktien

22.09.2008, 09:03 Uhr | bv, AFP, t-online.de

Börse Frankfurt - BaFin legt Spekulanten teilweise das Handwerk (Foto: dpa)Börse Frankfurt - BaFin legt Spekulanten teilweise das Handwerk (Foto: dpa) Wegen der Finanzkrise und den damit verbundenen Turbulenzen an den Börsen hat die deutsche Finanzaufsicht BaFin das sogenannte Short Selling verboten, also den Verkauf von Aktien, die man gar nicht besitzt. Das Verbot gilt ab sofort bis zum Jahresende, soll aber fortwährend überprüft werden. #

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Short Selling belastet Aktienkurse

"In der derzeitigen Marktsituation kann Short Selling Finanzunternehmen in den Untergang treiben", erklärte BaFin-Präsident Jochen Sanio am Freitagabend in Bonn. Nach der Millionenüberweisung an die US-Pleitebank Lehman Brothers forderte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) eine Verkleinerung des 37-köpfigen Aufsichtsgremiums der staatseigenen KfW-Bank. Politiker von CDU und FDP sprachen sich für eine strengere Regulierung der Finanzmärkte aus.

Wetten auf Kursverluste

Bei Leerverkäufen wird darauf gewettet, dass der Kurs einer Aktie oder eines sonstigen Papiers fällt. Ein entsprechendes Verbot haben auch die USA und Großbritannien erlassen. Rechtsgrundlage für die Entscheidung sei das Wertpapierhandelsgesetz, wonach die Finanzaufsicht Missständen entgegenzuwirken habe, die erhebliche Nachteile für den Finanzmarkt bewirken könnten, teilte die BaFin mit. Die BaFin habe das Verbot in Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium erlassen, erklärte das Ministerium am Freitagabend.

Alle großen Finanztitel

Von der Regelung sind folgende Unternehmen betroffen: Aareal Bank AG, Allianz SE, AMB Generali Holding AG, Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, Deutsche Börse AG, Deutsche Postbank AG, Hannover Rückversicherung AG, Hypo Real Estate Holding AG, MLP AG sowie Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft AG.

Leihen, verkaufen, kaufen, zurückgeben

Bei Leerverkäufen (Englisch: "short sales") leihen sich Spekulanten ein Wertpapier für eine bestimmte Zeit und verkaufen es dann sofort weiter. Dann warten sie darauf, dass der Kurs fällt. Wenn das passiert, kaufen sie ein Papier derselben Art zurück, um es an den Verleiher zurückzugeben. Die Differenz im Kurs abzüglich der Leihgebühr bleibt als Gewinn.

Bankenverband - Verbot des Shortselling begrüßt

Glos fordert kleineren KfW-Verwaltungsrat

Als Reaktion auf die fehlerhafte Millionenüberweisung der KfW-Bank an die US-Bank Lehman Brothers forderte Glos eine rasche Änderung des KfW-Gesetzes. Die 37 Mitglieder im Verwaltungsrat der Bank seien für "effiziente, schnelle Entscheidungen einfach zu viel", kritisierte Glos. Die Probleme der KfW resultieren jedoch auch daraus, "dass in der Vergangenheit ihr Vorstand nie nach professionellen Kriterien, sondern nach politischer Farbenlehre ausgewählt wurde", sagte Glos, derzeit Vorsitzender des KfW-Verwaltungsrates, der "Bild"-Zeitung.

KfW lässt Strafanzeige prüfen

Die staatseigene KfW-Bankengruppe lässt nach dem Überweisungsskandal auch strafrechtliche Konsequenzen untersuchen. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, hat die Bank die Frankfurter Anwaltskanzlei Clifford Chance mit der Prüfung beauftragt, ob Vorstände oder KfW-Mitarbeiter mit einer Kündigung oder einer Strafanzeige rechnen müssen. Die KfW hatte am Montag, nur kurz vor der Pleite von Lehman Brothers, 300 Millionen Euro für ein Währungstauschgeschäft an Lehman überwiesen.

Weitere staatliche Förderbank bei Lehman engagiert

Einem Bericht des "Kölner Stadtanzeigers" zufolge ist die staatliche Förderbank NRW-Bank mit einem Betrag von 60 Millionen Euro bei Lehman Brothers engagiert. Das berichtete das Blatt am Samstag unter Berufung auf Bankenkreise. Das Geldinstitut hatte zuvor mitgeteilt, die "Belastungen" lägen in einem "unproblematischen Rahmen".

Forderung nach mehr Regulierung des Finanzsektors

Angesichts der weltweiten Finanzkrise sei eine abgestimmte Reaktion mit den wichtigsten Finanzplätzen der Welt "unabdingbar", sagte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) der "Frankfurter Rundschau". Jetzt schlage "die Stunde der europäischen Einflussnahme auf die Regulierung des globalen Finanzmarkts". Auch die FDP wolle klären, ob die bisher geltenden Finanzmarktregeln ausreichten, um Risiken in den Griff zu bekommen, sagte Finanzexperte Carl-Ludwig Thiele dem Blatt.

BaFin soll KfW beaufsichtigen

Angesichts der Millionenpanne bei der KfW fordert Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), einen Teil der staatlichen Förderbank künftig mit unter die Beobachtung der Finanzaufsicht BaFin zu stellen. "Die KfW besteht zu einem Teil aus dem privaten Bankgeschäft und zu einem weiteren Teil aus der Förderbank", sagte Koch der "Welt am Sonntag". Das Bankgeschäft sollte künftig die Erfahrung der BaFin in Anspruch nehmen. Die BaFin hätte in etwa jene Rolle zu übernehmen, die bislang allein Wirtschaftsprüfer dort spielen. "Für jene Aktivitäten, die sich etwa mit der Entwicklungshilfe in Afrika befassen, macht das aber keinen Sinn", sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende.

KfW soll politik-dominiert bleiben

Einen Rückzug der Politik aus der KfW lehnte Koch ab. "Sie ist keine normale Geschäftsbank", sagte er. "Daher ist es richtig, dass Politiker als gewählte Vertreter dort die Verantwortung tragen." Stattdessen verwies er darauf, dass die Gremien der Förderbank effizienter gemacht würden. Auch einen Rücktritt des neuen KfW-Chefs Ulrich Schröder lehnte Koch ab. "Die Panne mit den 300 Millionen Euro war ein Organisationsverschulden." Das dürfe man dem neuen Vorstandschef nicht anlasten. "Er bucht das Geld ja nicht nur nicht persönlich, er ist vor allem gerade erst zehn Tage im Amt."

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