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Adolf Merckle: Pharma-Milliardär muss wohl Ratiopharm verkaufen

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Ratiopharm  

Pharma-Mogul Merckle sondiert Landes-Bürgschaft

18.11.2008, 12:09 Uhr | sky, dpa-AFX, t-online.de

Adolf Merckle (Foto: dpa)Adolf Merckle (Foto: dpa) Neue Details im Fall Ratiopharm: Der Blaubeurer Unternehmer Adolf Merckle hat Presseberichten zufolge beim Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg die Möglichkeit einer Bürgschaft sondiert. Das berichten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag unter Berufung auf Kreise der Landesregierung. Ein erstes Gespräch zwischen politischen Vertretern und Banken habe am gestrigen Montag schon stattgefunden, erläutert die "FAZ". Dies lasse den Schluss zu, dass die Probleme, die durch die Spekulationen Merckles mit VW-Optionen entstanden seien, längst nicht mehr auf das Privatvermögen der Familie Merckle beschränkt sind, die bisher zu den reichsten Familien Deutschlands zählten. Der Unternehmer ist unter anderem mehrheitlich an HeidelbergCement beteiligt. An diesem Engagement wolle Merckle dem Vernehmen nach aber festhalten, schreibt die Zeitung.

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Banken verlangen Landesbürgschaft

Merckle verhandelt der Zeitung zufolge mit Banken über einen Überbrückungskredit. Diese Kreditinstitute wiederum wollten offenbar ihr Engagement durch eine Landesbürgschaft gesichert sehen. Ob ein Scheitern der Verhandlungen zu Problemen für einzelne Merckle-Unternehmen führen würde oder lediglich das Privatvermögen der Familie beträfe, sei bisher nicht klar.

Die Pleitegeier kreisen

"Man sieht eine drohende Illiquidität", heiße es in Verhandlungskreisen, ohne dass zu erkennen gegeben werde, bei welcher der Merckle-Firmen es zu so existentiellen Problemen kommen könnte. Die grundsätzliche Lösung seiner finanziellen Schwierigkeiten sehe Merckle offenbar im Verkauf des Generika-Herstellers Ratiopharm. Sollte ein ausländischer Investor einsteigen, könne dies für Baden-Württemberg mittelbar negative Wirkungen haben. Der Stammsitz Ulm wäre dann möglicherweise nur noch der Sitz einer deutschen Tochtergesellschaft eines internationalen Konzerns.

Möglichst wenig Verkäufe

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" ist der Milliardär bemüht, seine Finanznot, ohne den Verkauf großer Beteiligung zu lösen. "Unterschiedliche Optionen werden geprüft, um eine geordnete Rückführung der Verbindlichkeiten zu gewährleisten", sagte Ludwig Merckle, Sohn des Firmenpatriarchen Adolf und Geschäftsführer der Merckle-Holding VEM, der Zeitung.

Eine Milliarde Euro Verlust

Der Pharma-Milliardär Merckle soll bei Geschäften mit VW-Papieren und anderen DAX-Papieren im Oktober und November bis zu eine Milliarde Euro verloren haben, meldete die "FAZ" am Montag. Andere Quellen sprechen von nur 400 Millionen Euro Verlust. Laut "FAZ" soll der 74-jährige Unternehmer auf sinkende Kurse bei der Autoaktie gewettet haben. Allerdings zog die VW-Aktie Ende Oktober bis über 1000 Euro davon. Der Autobauer aus Wolfsburg überholte gemessen an der Börsen-Kapitalisierung sogar für kurze Zeit Exxon Mobil als teuerster Konzern der Welt. Das "Handelsblatt" berichtete am Montag von Verhandlungen mit den Banken über eine Lösung des Problems, das in einem Notkredit liegen könnte. Merckles Sohn Ludwig leitet demnach die Verhandlungen.

40 Banken beraten über eine Lösung

Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf mit den Umständen vertraute Personen, dass eine Gruppe von rund 40 Banken nun darum ringe, eine Kreditvereinbarung zu erzielen, um die von Merckle beherrschte VEM Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in Dresden zu unterstützen. Im Zuge der Rettungsaktion wird offenbar auch die Veräußerung von Ratiopharm diskutiert. Möglicherweise könnte Merckle durch den Verkauf bis zu fünf Milliarden Euro erlösen. Von Merckle selbst war am Wochenende keine Stellungnahme zu erhalten. Die "FAZ" zitierte lediglich seinen Sohn Ludwig mit den Worten: "Wir stehen mit den Banken in Verhandlungen zur Stabilisierung der Situation. Diese Verhandlungen sind weit fortgeschritten."

"Short Squeeze" bei VW

Großaktionär Porsche hatte einen Ansturm auf die Aktie ausgelöst, als der Sportwagen-Hersteller überraschend mitteilte, er habe sich mit Aktien und Optionen bereits 74,1 Prozent der VW-Anteile gesichert. Damit löste Porsche eine sogenannte "Short Squeeze" aus: Das Aktien-Angebot wurde ausgerechnet in einer Zeit knapp, da viele Hedge Fonds und Banken mit Leerverkäufen auf sinkende VW-Kurse spekuliert hatten. Erst nachdem Porsche Aktienverkäufe ankündigte, entspannte sich die Lage.

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Einer der reichsten Menschen der Welt

Der "Spiegel" kommentierte in seiner Online-Ausgabe, Adolf Merckle gelte eigentlich als gewiefter Investor. Über die Jahre hat Merckle sich ein Firmenimperium zusammengekauft, das heute einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro erwirtschaftet. Neben Ratiopharm gehören auch HeidelbergCement und der Phoenix Pharmahandel zum Konglomerat. Zudem zählt Merckle zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Im Ranking des US-Magazins Forbes liegt er mit geschätzten 7,3 Milliarden Euro auf Rang 94.

HeidelbergCement im Fokus

Zuvor berichteten berichteten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Südwest Presse" aus Ulm, mit dem Verkaufserlös wolle die Merckle-Gruppe die Bilanz von Deutschlands größtem Baustoffhersteller HeidelbergCement verbessern. Die Zeitungen berufen sich auf Finanz- und Branchenkreise. Die Gerüchte wurden offiziell weder bestätigt noch dementiert. Ein Ratiopharm-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Tatsache ist, dass der Geschäftsführung keine Entscheidung der Gesellschafter vorliegt."

Kaufpreis von 5,4 Milliarden Euro

Als Käufer für Ratiopharm werden den Zeitungsberichten zufolge die israelische Teva-Gruppe und der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis gehandelt. Auch über die Verkaufssumme wird bereits spekuliert. Danach handle es sich um bis zu 5,4 Milliarden Euro. Die Prüfung des Verkaufsantrags für Ratiopharm soll bereits an eine Bank vergeben worden sein. Ratiopharm hat 5400 Mitarbeiter.

Einbruch im Bau-Geschäft

HeidelbergCement macht der Markteinbruch in den USA und Großbritannien zu schaffen. Der Baustoffhersteller reagierte erst vor rund einer Woche mit einem weiteren Sparprogramm in Millionenhöhe und deutlichem Stellenabbau. Bis zu 20 Millionen Euro sollen über ein Sofortprogramm konzernweit bis zum Jahresende eingespart werden. Daneben hat das Management schon im Sommer das "Fitnessprogramm 2009" aufgelegt, mit dem die Kosten jährlich um 250 Millionen Euro reduziert werden sollen.

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