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Geldpolitik: US-Notenbank senkt Leitzins praktisch auf Null

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US-Notenbank  

US-Notenbank senkt Leitzins praktisch auf Null

17.12.2008, 09:56 Uhr | cs/bab/sky, dpa, dapd, AFP, t-online.de

Fed-Chef Ben Bernanke  (Foto: AFP)Fed-Chef Ben Bernanke (Foto: AFP) Im Kampf gegen Finanzkrise und Rezession hat die US-Notenbank den Leitzins auf den niedrigsten Stand in der amerikanischen Geschichte gesenkt. Sie reduzierte die sogenannte Federal Funds Rate von derzeit 1,0 Prozent überraschend stark auf eine Spannbreite von null bis 0,25 Prozent. Die Fed kündigte zugleich an, sie werde "alle verfügbaren Mittel" einsetzen, um die schlimmste Finanzkrise seit mehr als sieben Jahrzehnten zu überwinden und eine lang anhaltende Rezession zu vermeiden. Dazu zählen auch auch der Aufkauf fauler Kredite von Banken. Der DAX nahm die Nachricht im Gegensatz zur Wall Street nur verhalten auf.

Überraschend energischer Schritt

Mit ihrer Zinsentscheidung ging die Führung der Notenbank unter Leitung ihres Präsidenten Ben Bernanke noch weiter, als allgemein erwartet worden war. Analysten hatten mit einer Verringerung des Leitzinses auf 0,5 Prozent gerechnet. Der neuerliche Zinsschnitt sei nötig, weil sich die Wirtschaftslage "weiter verschlechtert" habe, hieß es in der Erklärung. Die Zinsentscheidung fiel nach Abschluss zweitägiger Beratungen des Offenmarktausschusses der Fed. Seit August 2007 senkte die Fed ihren Leitzins von 5,25 auf bisher 1,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Zins am 4. Dezember auf 2,5 Prozent festgelegt.

Erstmals eine Spanne

Es war das erste Mal, dass die Fed eine Spannbreite für die Leitzinsen festlegte. Die Notenbank deutete an, dass der jetzt beschlossene Zinssatz über eine längere Zeit gehalten werden solle. In der Vergangenheit war der Leitzins nie unter 1,0 Prozent gefallen. Eine sinkende Inflation hat den Spielraum der Notenbank bei der Zinsentscheidung vergrößert.

Nur die Wall Street applaudiert

Die US-Börsen reagierten mit deutlichen Kurssprüngen: Der Leitindex Dow-Jones-Index legte bis Zum Ende des Handels um 4,2 Prozent auf 8924 Punkte zu. Der marktbreite S&P-500-Index gewinnt 4,3 Prozent auf 905 Punkte. An der Nasdaq geht es für den Composite-Index um 5,2 Prozent auf 1590 Punkte nach oben. Auch der Euro ging auf einen Höhenflug und stieg über die Marke von 1,40 Dollar. Nachdem die Währung vor der Bekanntgabe der Fed mit rund 1,38 Dollar gehandelt wurde, kletterte der Wert anschließend auf 1,41 Dollar. So hoch lag er zuletzt Anfang Oktober. Der DAX rutschte dagegen bis 9.45 Uhr um 0,3 Prozent auf 4717 Zähler.

Ankauf fauler Hypotheken angekündigt

Die Notenbank kündigte weiter an, in den kommenden Monaten "in großem Umfang" hypothekengestützte Wertpapiere aufzukaufen. Dadurch werden Schrott-Hypotheken aus den Bilanzen der Kreditinstitute entsorgt. Somit können diese ihre Risiko-Absicherung verringern und stärker Kredite vergeben. Ferner will die Notenbank US-Staatsanleihen aufkaufen, um Liquidität in die von der Kreditklemme getroffene Industrie zu pumpen.

Brechstange gegen die Kreditklemme

Für die Amerikaner wird es nun billiger, Kredite aufzunemen und ihre Hypotheken zu bezahlen. Die Geschäftsbanken Wells Fargo, Wachovia und U.S. Bancorp senkten nach der Entscheidung der Fed ihre Kreditzinsen von vier auf 3,25 Prozent. Experten erklärten jedoch, dass viele Bürger aus Sorge um den Zustand der Wirtschaft und ihre Arbeitsplätze trotz des Zinssignals vor der Aufnahme neuer Kredite zurückscheuen könnten.

Angst vor Deflation wächst

Zuvor war bekannt geworden, dass die Verbraucherpreise in den USA im November so stark gesunken sind wie seit Beginn der Aufzeichnungen der Statistik im Jahre 1947. Vor allem der deutliche Rückgang der Energiekosten führte dazu, dass die Verbraucherpreise binnen Monatsfrist um 1,7 Prozent sanken, wie das US-Handelsministerium berichtete. In den USA wächst die Angst vor einer Deflation, deren Schaden für die Wirtschaft nach Einschätzung vieler Ökonomen noch größer ist als die Inflation. Zugleich sank die Zahl der Neubauprojekte im November um 18,9 Prozent, wie die US-Behörden am Dienstag mitteilten.

US-Wirtschaft in der Rezession

Die US-Wirtschaft befindet sich in der Rezession. Seit Dezember vergangenen Jahres sind etwa zwei Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Wirtschaftsexperten rechnen in den USA mit einem weiter negativen Konjunkturentwicklung. Der designierte US-Präsident Barack Obama versicherte am Dienstag erneut, mit einem umfangreichen Investitionsprogramm des Staates die Konjunktur wieder ankurbeln zu wollen. Im Kampf gegen die Rezession "gehen uns allmählich die Mittel aus", sagte er in Chicago mit Blick auf die Fed- Entscheidung und die ohnehin schon extrem niedrigen Zinsen. "Wir gehen derzeit durch die härteste Zeit seit der großen Depression", betonte Obama, der am 20. Januar das Präsidentenamt übernimmt. Es sei deshalb "absolut wichtig", dass der neu gewählte US-Kongress nach seiner Konstituierung Anfang Januar ein solches Paket auf den Weg bringe.

Europa vor einer Zinspause

Unterdessen hat der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, eine Pause bei den Leitzinssenkungen im Euro-Raum angedeutet. Die bisherigen Zinssenkungen müssten nun erst einmal in der Realwirtschaft wirken. Zuvor hatten bereits andere europäischer Zentralbanker Erwartungen gedämpft, die EZB könne schon im Januar erneut ihre Zinsen senken. Die EZB hat ihren wichtigsten Zinssatz um insgesamt 1,75 Prozent binnen zwei Monaten gesenkt: Nach einer konzertierten Aktion mehrerer Notenbanken Anfang Oktober senkte sie den Zins im November und noch einmal im Dezember. Er liegt nun bei 2,5 Prozent.

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