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Hedge Fonds AHL - Für mutige Anleger geeignet

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Hedge Fonds AHL  

Hedge Fonds AHL - Für mutige Anleger geeignet

18.02.2010, 13:43 Uhr | Frank Lansky, t-online.de

Tower Bridge in London (Foto: imago)Tower Bridge in London (Foto: imago) Hedge Fonds sind als Mega-Heuschrecken verschrien, die mit Milliarden jonglieren und im Verborgenen tricksen. Das Misstrauen grassiert: Die G-20-Staaten und die EU-Kommission wollen sie künftig stärker kontrollieren. Dabei haben Hedge Fonds mehr mit Mathematik als mit Manipulation zu tun – und trotz Finanzkrise bieten sie selbst Kleinanlegern interessante Chancen. Allerdings sind die Investments nur für Risikofreudige mit langem Anlage-Horizont geeignet, wie der AHL Diversified Managed Futures der britischen Man Group beweist. t-online.de/wirtschaft blickte in London hinter die Kulissen.

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Von Rum zu Rohstoff-Kontrakten

London, nahe der Tower Bridge. Auf der Themse dümpelt träge die HMS Belfast vor sich hin. Das ausgemusterte Kriegsschiff erinnert die Mitarbeiter der Man Group am Sugar Quay gegenüber an die Anfänge ihrer Firma: Im Jahr 1783 sicherte sich der Fassmacher James Man den Exklusiv-Vertrieb von Rum für die Navy. Bis 1970 lief die Lizenz zum Gelddrucken – im britischen Weltreich hatte jeder Matrose Anspruch auf eine Ration Rum täglich. Man stieg neben der Verarbeitung von Zuckerrohr bald in das Geschäft mit Kaffee und Kakao ein. Daraus entwickelte sich die lukrative Spekulation mit Rohstoff-Terminkontrakten, den sogenannten Futures.

Größter Hedge-Fonds-Anbieter der Welt

Und heute schlägt am Sugar Quay das Herz der britischen Hedge-Fonds-Industrie: Die Man Group ist der größte Hedge-Fonds-Anbieter auf dem Globus. Hedge Fonds dürfen mit riskanten Derivaten sowohl auf fallende als auch auf steigende Kurse spekulieren – also short oder long gehen. Sie können sich somit in jeder Börsenlage absichern - to hedge auf Englisch. Ferner können Sie auf Kredit investieren und selbst mit einer nur kleinen Vorausleistung (margin) riesige Summen Geld bewegen. Da Hedge Fonds meist in Steueroasen sitzen, sind sie kaum reguliert. Herkömmliche Fondsmanager dürfen dagegen nur Wertpapiere kaufen – aber nicht auf Kredit.

AHL setzt auf Mathematik

Das Flaggschiff der Man Group ist der AHL Diversified Managed Futures, der rund 25 Milliarden Dollar verwaltet. AHL steht für die Anfangsbuchstaben der drei Physiker Adam, Harding und Lück. Sie entwickelten im Jahr 1983 ein Computer-System, das täglich rund 150 Märkte für Aktien, Anleihen, Währungen, Agrarprodukte, Gold oder Energie nach stabilen und handelbaren Trends durchkämmt. In der Universität Oxford betreuen Forscher das Rechenhirn, das für den Katastrophenfall zwei identische Klone hat.

Rund 1600 Prozent Rendite

Die geballte Statistik-Macht zahlt sich aus: Vom März 1991 bis heute hat das AHL Diversified Handelssystem nach Angaben der Man Group eine Rendite von gut 1600 Prozent erzielt. Der DAX brachte es im gleichen Zeitraum auf ein Plus von knapp 200 Prozent. Die Netto-Performance von AHL beträgt rund 18 Prozent pro Jahr - und davon sind laut Man die Kosten schon abgezogen: Für ihr Fonds-Management behält die Man Group jährlich drei Prozent ein. Ferner fließen immer wenn ein neues Hoch erzielt wurde, zwanzig Prozent Gewinnbeteiligung an die Man Group.

Performance des AHL gegen den DAX (Grafik: Apano)Performance des AHL gegen den DAX (Grafik: Apano)


Kein Schlaf, keine Emotionen

Das Geheimnis des Erfolges von AHL und anderer Computer-basierter Modelle: Zum einen reduziert die breite Streuung das Risiko erheblich. Zum anderen wacht der Super-Computer unermüdlich über die Märkte: Broker-Teams in London und Hongkong setzen die Long- oder Short-Aufträge des Rechners sklavisch um – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Außerdem kennt das Rechenhirn keine Emotionen, es entscheidet nur nach Wahrscheinlichkeiten.

Probleme bei Trendbrüchen

Durch den Trendfolge-Ansatz gebe es einen natürlichen Stop Loss, erläuterte Harry Skaliotis, Investment Manager bei AHL, im Gespräch mit t-online.de/wirtschaft. Sobald die Volatilität stark steige oder der Kauf anders als gewünscht laufe, schließe der Computer seine Position. Dennoch ist auch AHL nicht vor Rückschlägen gefeit – dies treten immer dann auf, wenn ein Trend bricht. In den Monaten nach dem 11. September beispielsweise fiel die Performance um rund ein Fünftel. Problematisch sind auch Seitwärtsphasen, in denen der Computer teuer handelt und immer wieder in die falsche Richtung läuft. Die Man Group empfiehlt für den AHL Managed Futures daher einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren. Unangenehm wird es für Fonds auch immer dann, wenn Anleger in großem Stil Gelder abziehen. Die Man Group sieht sich dagegen gewappnet und weist darauf hin, dass selbst ein solcher Schritt nur geringe Auswirkungen habe, da bis zu 80 Prozent des Kapitals am Geldmarkt geparkt sei.

AHL in Deutschland nicht erlaubt

Wer sich für den Terminmarkt-Fonds interessiert, kann in Deutschland nicht direkt einsteigen, denn der AHL hat keine Vertriebszulassung. Der Hintergrund: In Deutschland waren Hedge Fonds bis 2004 nicht zum öffentlichen Verkauf zugelassen. Auch die seitdem angebotenen Fonds-Anteile haben nicht viel mit internationalen Hedge Fonds zu tun, da ihr Einsatz von Krediten limitiert ist. Ferner verlangt der deutsche Staat eine genaue Dokumentation der Investments – bei mehreren hundert Transaktionen pro Tag halten sich die wenigsten ausländischen Manager daran. Somit gelten echte Hedge Fonds wie der AHL in Deutschland als intransparentes Investment, das mit einer Strafsteuer von 70 Prozent belegt wird.

Indirekter Einstieg über Zertifikate

Allerdings ist ein Einstieg indirekt über ein Zertifikat des Finanzdienstleisters Apano möglich: Das Global Futures Fund Garantiezertifikat 4 (WKN: HV5AL7) bildet die Performance von AHL eins zu eins ab. Das Man AHL Handelssystem sei aus Diversifikationsgründen zur Depot-Beimischung positiv, erläuterte Markus Sievers, Geschäftsführender Gesellschafter von Apano, im Gespräch mit t-online.de/wirtschaft. Denn der Hedge Fonds könne den Anlegern selbst dann Gewinne bringen, wenn die Börse abtauche. Allerdings sei das Produkt nichts für Anfänger. Sievers empfiehlt eine Beimischung von einem Fünftel bei einer Depotgröße von 50.000 Euro.

10.000 Euro Mindesteinstieg

Die Zeichnungsfrist läuft vom 4. Mai bis zum 30. Juni. Zum Laufzeitende am 25. Februar 2027 besteht ein Kapitalschutz von 115 Prozent, zugleich sind die Gewinne nach oben nicht limitiert. Im Rahmen der Konstruktion fließen rund 60 Prozent des Anlegergeldes in einen Zero-Bond, den die Bayerische Hypo- und Vereinsbank garantiert. Die Mindest-Zeichnungssumme sind 10.000 Zertifikate, dies entspricht 10.000 Euro. An Kosten fallen 0,4 Prozent für die HypoVereinsbank an. Für den Vertrieb kommt je nach Einlage ein Agio von fünf, respektive sechs Prozent dazu. Nach eineinhalb Jahren ist erstmals der Ausstieg möglich, allerdings sind dann Gebühren von mindestens einem Prozent fällig. De facto ergibt sich für den Anleger in der Performance kaum ein Unterschied zwischen Fondsanteil und Zertifikat. De jure schon: Fonds fallen als Sondervermögen nicht in die Konkursmasse, Zertifikate schon. Das heißt: Im Extremfall ist - wie bei Lehman Brothers - das Geld weg.

Gute Rendite und hohe Kosten

Fazit: Der Hedge Fonds AHL Diversified Managed Futures reduziert durch die breite Streuung seiner Investments das Risiko. Der Computer kennt weder Angst noch Gier und nutzt Chancen rund um die Uhr – deshalb schlugen sich Managed Futures in der Finanzkrise wacker. Bislang hat der AHL eine prächtige Performance vorgelegt, allerdings muss der Investor dafür hohe Kosten zahlen. Ferner ist das Zertifikat nur für Investoren geeignet, die dem Rechner blind vertrauen und ihm die Arbeit überlassen – denn der Anleger weiß nie, wo sein Geld genau investiert ist. Außerdem muss er starke Rückschläge in Kauf nehmen.

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