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Quelle weckte mit Zusicherungen offenbar falsche Hoffnungen

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Quelle-Chaos  

Quelle-Zulieferer fühlen sich aufs Glatteis geführt

29.10.2009, 15:20 Uhr | Frank Lansky, dpa, t-online.de

Die Zulieferer von Quelle sehen rot (Foto: ddp)Die Zulieferer von Quelle sehen rot (Foto: ddp) Unter den Geschäftspartnern des insolventen Versandhauses Quelle wächst die Wut über den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg: Noch vor wenigen Wochen hatten Quelle und die Konzernmutter Primondo Zulieferern und Vertriebspartnern unter Verweis auf staatliche Gelder die Bezahlung von Aufträgen zugesichert. Abgezeichnet waren die Schreiben in Vollmacht von Görg. Doch vor gut einer Woche kam das endgültige Aus – und die Begleichung der Rechnungen steht in den Sternen. Die Branche ist über die seitdem herrschende Funkstille verbittert – die Kanzlei Görg stellt sich bei den Anfragen der Zulieferer taub, wie t-online.de erfuhr. Derweil sieht rund ein Drittel der Belegschaft die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: 2100 Mitarbeiter müssen in Kürze gehen.

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Quelle versprach seinen Geschäftspartnern Sicherheit

Offenbar brachte Quelle seine skeptischen Geschäftspartner mit möglicherweise nicht einzuhaltenden Versprechen dazu, sich auf letztlich verlustreiche Geschäfte einzulassen. Der Redaktion von t-online.de liegen Schreiben der Quelle-Einkaufsleitung aus dem August dieses Jahres vor, die Insolvenzverwalter Görg in Vollmacht abzeichnete. Darin heißt es, Aufträge bis 31. August  seien durch Treuhandkonten gesichert, neue Aufträge ab dem 1. September seien durch Masseverbindlichkeit vorrangig besichert. Den Massekredit in Höhe von 50 Millionen Euro hatten der Bund sowie die Länder Bayern und Sachsen dem Unternehmen gegeben. Weiter hieß es, eine Investmentbank sei mit der Suche nach einem Investor beauftragt worden.


Vertrieb wartet auf 200.000 Euro

Ein ähnliches Schreiben sandte Primondo noch Anfang September an einen großen Online-Vertrieb in Süddeutschland. Primondo ist die Dachgesellschaft aller Versandhandelsmarken in der insolventen Arcandor AG. Der Vertrieb ließ sich nach juristischer Prüfung des Schreibens auf einen weiteren Verkauf der Quelle-Produkte ein und muss nun Branchenkreisen zufolge Außenstände in Höhe von rund 200.000 Euro verkraften.

Quelle-Zulieferer verließen sich auf die Zusagen

Der Firma Consult-Tex – sie lieferte Schlafanzüge und Unterwäsche – ging es genauso: Er habe die Produktion für Quelle nur auf ausdrücklichen Wunsch und auf schriftliche Zusage von Quelle und Insolvenzverwalter Görg hin gestartet, sagte Hans-Theo Janssen, Geschäftsführer der Leipziger Firma, im Gespräch mit t-online.de. "Wir haben Quelle in der Krise geholfen, obwohl wir noch auf Gelder von vor der Insolvenz warteten." Nun sitzt Janssen nicht nur auf offenen Rechnungen in Höhe von 85.000 Euro für Lieferungen aus April und Mai. Wegen der von Görg abgegebenen Zusagen kämen neue Forderungen in Höhe von 50.000 Euro hinzu. Bei Consult-Tex müssen nun fünf Mitarbeiter um ihren Job bangen.

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Niemand weiß, wie es weitergeht

Quelle verweigere außerdem die Annahme der produzierten Ware. Janssen weiß nicht wie er sich verhalten soll: Wenn die Lieferungen gestoppt würden, müsse Consult-Tex vielleicht mit Schadenersatz-Forderungen rechnen. Der Unternehmer ergänzte verbittert: "Das Schlimmste sind die Unsicherheit und der Umgangsstil. Wir sind sprachlos." Seit gut einer Woche blieben Dutzende von Nachfragen via Mail, Fax und Telefon unbeantwortet. Jeder in der Branche – auch er selbst – habe schon Erfahrungen mit Insolvenzen machen müssen, erläuterte Janssen weiter. Andere Insolvenzverwalter hätten aber stets einwandfrei kommuniziert.


Quelle hatte einen Katalog, aber keine Ware

Die gleichen Erfahrungen machte ein Zulieferer aus Nordrhein-Westfalen, der nicht genannt werden wollte. Im Gespräch mit t-online.de sagte der Hersteller von Bekleidung, auch er habe seit dem endgültigen Aus für Quelle keine klare Aussage erhalten. Im August sei Quelle auf sein Unternehmen zugetreten: Wegen der Arcandor-Insolvenz seien die asiatischen Zulieferer abgesprungen, im Sommer hatte Quelle somit einen Katalog, aber keine Produkte. Nur wegen der Zahlungszusicherung durch den Insolvenzverwalter habe sein Unternehmen überhaupt den Auftrag angenommen. Nun stehe die Ware in Asien und verursache Lagerkosten – an Quelle liefern wolle er aber nicht, weil unklar sei, ob er sein Geld bekomme. Die Firma sitzt auf offenen Rechnungen von rund 55.000 Euro.

Görg verspricht in Kürze Informationen

Ob und wann die Zusagen von Görg aus dem August und September nun greifen, ob und in welcher Höhe die Außenstände bezahlt und die bestellte Ware abgenommen wird, ist derzeit noch völlig offen. Zumindest in die Informationspolitik kommt nun offenbar Bewegung: Thomas Schulz, der Sprecher des Insolvenzverwalters Görg, teilte auf Anfrage von t-online.de mit, Dienstleister und Lieferanten würden derzeit schriftlich von der Insolvenzverwaltung informiert.

Ein Dutzend Bieter für die Töchter

Weiter erläuterte Schulz, der Insolvenzverwalter treibe derzeit die Bieterverfahren für Teilgesellschaften des Primondo/Quelle-Verbunds voran. Nach Angaben des Sprechers laufen zurzeit Verhandlungen mit gut einem Dutzend Bieter oder sie seien in Vorbereitung. Ferner konzentriere sich die Kanzlei Görg auf den Ausverkauf der Waren im Wert von rund 18 Millionen Euro in den Quelle-Lagern.

2100 Mitarbeiter müssen sofort gehen

Für viele der Quelle-Mitarbeiter bewahrheiteten sich derweil die schlimmsten Befürchtungen: Mit noch rund 4300 Beschäftigten will Quelle- Insolvenzverwalter Görg von der kommenden Woche an im Internet den Ausverkauf des Versandhauses organisieren. Gut 2100 Mitarbeiter erhalten dagegen zum 1. November ihre Kündigung. Mit diesen Zahlen beendete Görg fürs erste die anhaltende Unsicherheit darüber, wie es mit den Quelle-Mitarbeitern weitergeht. Wegen des bisher fehlenden Konzepts war der Insolvenzverwalter von Gewerkschaft und Betriebsrat scharf kritisiert worden.

Mehr zum Thema:
Quelle-Ausverkauf - 2100 Mitarbeiter müssen sofort gehen
Millionen-Gehalt - Quelle-Insolvenzverwalter in der Kritik
Bundesagentur - Massenansturm von Quelle-Arbeitslosen
Quelle - Filetstücke sollen schnell verkauft werden


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