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Quelle-Ausverkauf beginnt mit Online-Chaos

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Online-Chaos  

Schnäppchenjäger stürmen Internetseite von Quelle

01.11.2009, 16:34 Uhr | AP, dpa, dapd, dpa, t-online.de

Quelle-Ausverkauf startet im Netz mit Server-Panne (Foto: dpa / t-online.de)Quelle-Ausverkauf startet im Netz mit Server-Panne (Foto: dpa / t-online.de)Fehlstart beim größten Räumungsverkauf in der deutschen Geschichte: Der Andrang zahlloser Schnäppchenjäger auf den Ausverkauf bei Quelle hat die Server des insolventen Unternehmens zeitweise zum Erliegen gebracht. Für Frühaufsteher gab es schon kurz nach Beginn der Verkaufsaktion um 6.00 Uhr kein Durchkommen im Internet. Beim Aufruf von quelle.de erschien im Browser lediglich die Meldung: "Fehler: Netzwerküberschreitung". Inzwischen ist der Quelle-Server wieder zu erreichen. Allerdings werden die Seiten häufig nur sehr langsam geladen.

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Schon 20.000 Bestellungen

"Alleine bis 12.00 Uhr gab es 19.200 Bestellungen", berichtete der Sprecher des Quelle-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz. Mehr als 660.000 Menschen hätten in dieser Zeit die Homepage besucht. Besonders am Nachmittag rechnete das Unternehmen nochmals mit steigenden Besucherzahlen. "Das wird auch ganz stark vom Wetter abhängen", sagte Schulz. Wenn es regnet, würden möglicherweise noch mehr Menschen auf die Seite zugreifen.

IT-Experten rüsten Computersysteme nach

Immer wieder kam es am Sonntag zu Verzögerungen beim Öffnen der Homepage. "Das hängt insbesondere mit den Bestellvorgängen zusammen", erklärte Schulz. Welche Artikel besonders begehrt gewesen seien, könne bisher noch nicht gesagt werden. Über seine Webseite www.quelle.de hatte das Traditionsunternehmen am Sonntag um 6.00 Uhr seinen angekündigten Ausverkauf gestartet. Um den erwarteten Ansturm zu bewältigen, hatten IT-Experten die für den Internet-Verkauf genutzten Computersysteme extra nachgerüstet.

Bis zu 30 Prozent Rabatt

"Deutschlands größter Ausverkauf" ist auf mehrere Wochen angelegt. Die entsprechende Internetseite hat ein Angebot von rund 18 Millionen Waren. Auf das gesamte Sortiment des Herbst- und Winterkatalogs gibt es nach Angaben des Unternehmens Rabatte zwischen 10 und 30 Prozent. Einen 30-prozentigen Preisnachlass gibt es auf Damen-, Herren- und Kindermode, Wäsche, Schmuck, Sportkleidung und Schuhe. Möbel und Heimtextilien seien um 20 Prozent, technische Artikel um 10 Prozent verbilligt. Ab Montag werden die Waren zu den hohen Rabatten auch in Quelle-Shops verkauft.

Konkurrenz unter Zugzwang

Vom Quelle-Ende profitieren können derweil nicht nur Quelle-Kunden. Angesichts der extrem hohen Rabatte und Restbestände kommen andere Einzelhändler unter Zugzwang. "Eigentlich versucht der Handel zu dieser Jahreszeit noch, seine Angebote zum normalen Preis zu verkaufen und nicht zu früh Rabatte zu geben", erklärte der Handelsexperte Joachim Zentes von der Universität Saarbrücken. Das werde nun durch die Quelle-Aktion erschwert.



Experte: Ausverkauf sorgt für Turbulenzen

"Ich denke schon, dass die Konkurrenten reagieren müssen", sagt Zentes, der es deshalb für möglich heißt, dass manche Händler schon in der kommenden Woche "in einer Art Präventivschlag" mit eigenen Rabattaktionen um die Kunden buhlen werden. Betroffen vom Quelle-Ausverkauf sei nicht nur der Textilhandel, sondern auch der Haushaltswarenbereich. Denn auch hier ist Quelle ein starker Anbieter. Der Abverkauf werde für einige Turbulenzen am Markt sorgen, glaubt Zentes.

Preiskrieg träfe Branche in kritischer Phase

Ein solcher Preiskrieg träfe allerdings die Branche in einer denkbar ungünstigen Phase. Denn inzwischen bekommt auch der Einzelhandel immer stärker die Auswirkungen der Konjunkturkrise zu spüren. Der Umsatzrückgang hat sich im September weiter beschleunigt. Der Handel büßte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Nominal, das heißt zu aktuellen Preisen, sank der Absatz sogar um 4,8 Prozent. Besonders deutlich war der Rückgang zuletzt bei Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren.

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Einzelhandel skeptisch

Hubertus Pellengahr, scheidender Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels hofft deshalb, dass die Effekte des Quelle-Ausverkaufs gering bleiben. "Hinter den niedrigen Preisen steht auch eine eingeschränkte Leistung", betont er. Zwar werde das bestellte Produkt sicher ausgeliefert, aber was danach komme, stehe auf einem anderen Blatt. "Nach dem Kauf ist Gewährleistung, Service und Kundenbetreuung - wenn überhaupt - nur noch sehr eingeschränkt möglich. Darum muss jeder selber wissen, ob er da von Quelles Resterampe kaufen will", meint Pellengahr. Letztlich seien die Quelle-Angebote wohl vor allem etwas für Schnäppchenjäger.

Otto-Versand zeigt sich gelassen

Demonstrativ gelassen zeigt man sich beim großen Quelle-Konkurrenten, dem Otto-Versand. "Wir haben selbst eine Menge Rabattaktionen, so dass wir dem gelassen entgegensehen", sagt Unternehmenssprecher Thomas Voigt. Natürlich gebe es bei der Abwicklung eines Unternehmens immer besondere Rabatte. Doch der Effekt sei begrenzt. "Von der Gesamtsumme her ist es überschaubar."

C&A erwartet kaum Auswirkungen

Auch die Textilhandelskette C&A, die wie Quelle vor allem im preisgünstigen Segment aktiv ist, schaut optimistisch in die kommenden Wochen. "Wir erwarten fast keine Auswirkungen für C&A", sagt Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes. Beide Untenehmen seien in zwei verschiedenen Verkaufskanälen unterwegs - Quelle im Versandhandel, C&A im stationären Geschäft. Die Elektronikmarkt-Ketten Media Markt und Saturn wollen dezentral in den Filialen über mögliche Preisaktionen entscheiden.

Lachende Dritte

Die Gelassenheit der Wettbewerber ist einfach zu erklären. Schließlich wissen alle Konkurrenten, dass sie am Ende zu den Gewinnern gehören. Denn die Ramschaktion dauert nur wenige Wochen. Danach können die verbliebenen Wettbewerber langfristig vom Ausscheiden des Fürther Versandhandelsriesen nur profitieren. Der Otto-Versand berichtet schon jetzt von Umsatzsteigerungen durch ehemalige Quelle-Kunden. Und auch viele andere Wettberber bis hin zum stationären Einzelhandel werden sich in den nächsten Monaten ihren Teil vom Kuchen sichern.

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