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Verbraucherpreise ziehen weiter kräftig an

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Inflation  

Verbraucherpreise ziehen weiter kräftig an

27.04.2011, 16:18 Uhr | dpa, dpa

Verbraucherpreise ziehen weiter kräftig an. Sprit ist zur Zeit einer der Preistreiber (Foto: imago) (Quelle: imago)

Sprit ist zur Zeit einer der Preistreiber (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der Preisdruck in Deutschland nimmt weiter zu. Im April stiegen die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Oktober 2008. Im April verschärften die Osterferien die Inflation zusätzlich. Preistreiber waren erneut Sprit und Heizöl.

Warnschwelle der Europäischen Zentralbank

Damit übertrifft die Jahresteuerung zum vierten Mal in Folge die Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die Preisstabilität bei Raten knapp unter zwei Prozent gewahrt sieht. Ulrike Rondorf von der Commerzbank warnte: "Die Inflationsrisiken in Deutschland sind mittlerweile akut." Im März und Februar hatte die Jahresteuerung jeweils bei 2,1 Prozent gelegen. Nach Berechnungen der Unicredit erhöhte allein der späte Ostertermin die Inflationsrate um 0,4 Prozentpunkte, weil Reiseveranstalter ihre Preise später senkten als im Vorjahr.

Binnen Monatsfrist legten die Preise um 0,2 Prozent zu. "Das ist die achte Anstieg im Monatsvergleich, der von Kraftstoffpreisen getrieben wird", sagte Alexander Koch von der Unicredit. Im Mai werde die Teuerung zwar nachgeben. "Eine Kehrtwende ist allerdings noch nicht in Sicht. Der Preisdruck hat auf breiter Basis zugenommen." Die Bank erwartet, dass sich die Inflationsrate in Deutschland im Gesamtjahr auf 2,25 Prozent verdoppelt. In Großbritannien liegt sie derzeit bei mehr als vier Prozent.

Preisauftrieb beschleunigt

Laut Rondorf von der Commerzbank belegten die Zahlen, dass sich der Preisauftrieb in Deutschland deutlich beschleunigt habe. Dafür seien nicht nur die Osterferien verantwortlich, die neben der Krise im Nahen Osten und Nordafrika zu höheren Kraftstoffpreisen führten. "Die Energiepreise sind lediglich für rund die Hälfte des heutigen Anstiegs verantwortlich. Die Preise steigen (...) zunehmend auf breiter Front."

Die Europäische Zentralbank hat bereits reagiert und den Leitzins im Euroraum leicht auf 1,25 Prozent erhöht. Experten sagen voraus, dass die Währungshüter in den kommenden Monaten im Kampf gegen die Inflation weiter an der Zinsschraube drehen und den Leitzins in mehreren Schritten auf 2,0 Prozent anheben werden. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte das nicht ausgeschlossen: "Wir werden weiter die nötigen Entscheidungen treffen, um die Preisstabilität mittelfristig zu garantieren."

Schuldenkrise engt geldpolitischen Spielraum ein

Dabei sind der Notenbank allerdings Grenzen gesetzt, glaubt Ulf Krauss von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba): "Das jüngste Aufflammen der Euro-Krise kurz nach der Zinswende dürfte der EZB die Grenzen ihres Straffungskurses aufgezeigt haben. Die Verschuldungsproblematik ist ungelöst und engt den geldpolitischen Spielraum ein."

Schon jetzt trüben Inflationsangst und die Aussicht auf höhere Zinsen die Stimmung der Verbraucher, obwohl die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin rosig ist. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) begründete dies mit einem psychologischen Effekt, durch den die "gefühlte" Inflation höher ist als die real gemessene: Vor allem Güter des täglichen Bedarfs, wie das sofort zu bezahlende Benzin an der Tankstelle, seien teurer geworden, während die monatlich vom Konto abgehenden Posten etwa für Miete überwiegend gleichblieben.

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