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Türkei will für Schiffe zweiten Bosporus graben

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Türkei will für Schiffe zweiten Bosporus graben

28.04.2011, 15:06 Uhr | oca, AFP, dpa, AFP, dpa

Türkei will für Schiffe zweiten Bosporus graben. Türkei will Kanal zur Entlastung der Bosporus-Meerenge bauen (Foto: imago) (Quelle: imago)

Türkei will Kanal zur Entlastung der Bosporus-Meerenge bauen (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der Bosporus ist eng. Zudem ist er eine der dichtbefahrensten Meerengen der Welt. Oft kommt es zu Unfällen. Eigentlich ist es ein Wunder, dass es bis heute nicht zu einer Umweltkatastrophe kam. Mit dem Bau eines bis zu 50 Kilometer langen Kanals will die Türkei nun die vom Schiffsverkehr verstopfte Bosporus-Meerenge vor der Metropole Istanbul entlasten. "Wir krempeln die Ärmel hoch für den Istanbul-Kanal, eines der größten Projekte des Jahrhunderts", kündigte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan (AKP) in Istanbul an. Die Vorstudien zu dem Mammut-Projekt sollen nach den Parlamentswahlen im Juni beginnen.

Bauzeit bis zum Jahr 2023 geplant

Die Wasserstraße soll den Angaben Erdogans zufolge 150 Meter breit und 25 Meter tief sein. Der Kanal, über dessen Bau seit Wochen spekuliert wurde, soll auf der europäischen Seite der Zwölf-Millionen-Metropole Istanbul verlaufen. Er soll das Schwarze Meer und das Marmara-Meer verbinden und täglich bis zu 160 Handelsschiffen und Tankern die Möglichkeit der Passage bieten. Als Eröffnungsjahr peilt Erdogan das Jahr 2023 an, in dem die türkische Republik ihren 100. Geburtstag feiert. Das Marmara-Meer ist ein Binnenmeer des Mittelmeers, das über den Bosporus und die Dardanellen die Ägäis mit dem Schwarzen Meer verbindet.

Erdogan bezeichnete den geplanten Bau als "eines der größten Projekte aller Zeiten", das den Panama- und den Suez-Kanal überstrahlen werde. Neben der Entlastung des Schiffsverkehrs in der Bosporus-Meerenge stehe vor allem der Umweltschutz im Vordergrund, hob er hervor. Derzeit wird der Bosporus, der Istanbul in einen europäischen und einen asiatischen Teil trennt, jährlich von zehntausenden Schiffen durchquert. 140 Millionen Tonnen Öl werden jedes Jahr auf diesem Weg transportiert. Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens wächst die Sorge vor einem schweren Unfall, der für die Umwelt in der Türkei katastrophale Folgen haben könnte. Bei Zusammenstößen von Öltankern waren in den Jahren 1979 und 1994 dutzende Menschen gestorben.

Fachleute sehen das Projekt allerdings skeptisch. Neben der Umweltzerstörung ist es nicht sicher, ob sich das Projekt überhaupt rechnet. Denn nach dem 1936 geschlossenen Vertrag von Montreux gelten die Meerengen als internationale Gewässer. Handelsschiffe haben freie Durchfahrt. Die Opposition wirft dem islamisch-konservativen Politiker Erdogan Wahltaktik vor. Außerdem profitierten von den Projekten der Regierung ausschließlich strenggläubige Muslime oder Unternehmer, die der AKP nahe stünden. Tatsächlich werden bei Ausschreibungen von staatlichen Projekten meist islamische Unternehmer bevorzugt.

Dritter Flughafen geplant

Im Rahmen des Projekts soll Istanbul zudem einen dritten Flughafen bekommen - es soll der größte der Türkei werden. Geplant sind nach Angaben Erdogans zudem ein neuer Hafen sowie Wohn- und Bürogebäude in der Nähe des Kanals. Die auf zwei Jahre angesetzten Vorstudien für das Projekt sollen nach den Parlamentswahlen Mitte Juni beginnen, wie Erdogan sagte. Über die geplanten Kosten und die Finanzierung machte er keine Angaben.

Der Bau des Kanals ist eines von mehreren Mega-Projekten in der wirtschaftlich aufstrebenden Region Istanbul. Im vergangenen Jahr kündigte die Türkei den Bau einer dritten Brücke über den Bosporus an, deren Kosten sich auf 4,5 Milliarden Euro belaufen sollen. Ein türkisch-japanisches Konsortium arbeitet derzeit an Plänen für den Bau eines 1,6 Kilometer langen Eisenbahn-Tunnels unter der Meerenge. Mitte April kündigte Erdogans Regierung den Bau zweier Städte an den Ufern des Bosporus an. Städtebau-Experten kritisieren, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei den Projekten zu kurz kommen.

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