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Sex-Sause der Hamburg-Mannheimer kein Einzelfall?

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Sex-Sause der Hamburg-Mannheimer kein Einzelfall?

21.05.2011, 08:19 Uhr | dpa , dpa

Sex-Sause der Hamburg-Mannheimer kein Einzelfall? . In dieser edlen Budapester Therme fand die Sex-Sause der HMI statt  (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

In dieser edlen Budapester Therme fand die Sex-Sause der HMI statt (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Sex-Reise der Vertretertruppe von der damaligen ERGO-Sparte Hamburg-Mannheimer hat in der Versicherungs-Branche für massive Verstimmung gesorgt. Die Versicherer fürchten um ihr Image, die Verbände sind massiv verärgert über den Exzess der Strukturvertriebs-Truppe. Der Vorstand des Verbands Deutscher Versicherungsmakler hält jedoch derartige Veranstaltungen für bestimmte Strukturvertriebe für durchaus typisch.

"Strukturvertriebe sind keine Kinder von Traurigkeit"

"Es ist verabscheuungswürdig, was da abgelaufen ist - grausam, in welches Licht man gezogen wird", sagte Hans-Georg Jenssen, Vorstand des Verbands Deutscher Versicherungsmakler in Hamburg. Möglicherweise sei der Skandal aber auch "typisch für besonders auf Erfolg getrimmte strukturierte Vertriebsformen", sagte Jenssen am Freitag. "Die Strukturvertriebe sind keine Kinder von Traurigkeit. Um die Truppe trotz schrumpfender Märkte bei Laune zu halten, muss immer mehr geboten werden."

Incentive-Reise mit Prostituierten

Die im vergangenen Jahr im ERGO-Versicherungskonzern aufgegangene Hamburg-Mannheimer International (HMI) hatte für ihre besten 100 Vertreter eine Sex-Party in Budapest organisiert. Am 5. Juni 2007 war dazu die traditionsreiche Gellert-Therme in Budapest in ein Freiluftbordell verwandelt worden. Die ERGO, die zum weltgrößten Rückversicherer Munich Re gehört, hatte bestätigt, dass an jenem Abend während einer sogenannten "Incentive"-Reise etwa 20 Prostituierte anwesend gewesen seien. Der aktuelle Verhaltenskodex der ERGO-Gruppe mit verschärften Regeln sei erst ein Jahr später in Kraft getreten.

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Image-Schaden für die Versicherungswirtschaft

"Das ist völlig indiskutabel und absolut unvertretbar, was da abgelaufen ist", sagte ein Sprecher des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. Das Geschehen in Budapest sei "nicht förderlich für das Image der Versicherungswirtschaft".

"Es macht uns Sorgen, dass so etwas passieren kann", sagte ein Sprecher des Bundesverbands der Versicherungskaufleute in Bonn. "Ein ganzer Berufsstand wird dadurch in ein schlechtes Licht gerückt."

ERGO sucht nach weiteren frivolen Fällen

Nach der Sex-Orgie in Budapest im Jahr 2007 untersucht der ERGO-Konzern, ob es weitere derartige Partys gab. "Wir sind uns sehr sicher, dass sich das seit 2007 nicht wiederholt hat", sagte eine Unternehmenssprecherin in Düsseldorf. Auch was die Zeit davor angehe, gebe es derzeit keine Hinweise auf weitere derartige Reisen.

Sause kostete 3000 Euro pro Person

Die "Financial Times Deutschland" berichtet unter Berufung auf Branchenkreise, Hintergrund des Bekanntwerdens des Sex-Skandals könne ein Streit ehemaliger Vertreter um Ausgleichszahlungen sein. Die Ehemaligen sähen sich um viele Millionen Euro gebracht und kämpften bereits seit Jahren um das Geld. Wie viel die Vertreter-Bespaßung gekostet habe, wollte ERGO laut "FTD" nicht mitteilen. Jeder Teilnehmer habe aber später 3000 Euro als geldwerten Vorteil versteuern müssen.

Gut organisierter Sex-Event

In der Branche der Incentive-Agenturen herrschte nach Bekanntwerden der Vorgänge "Entsetzen" und "sehr große Überraschung". Das ist "unfassbar", sagte ein Veranstalter. Keines der von dpa befragten elf Unternehmen wollte offen zu dem gut organisierten Sex-Event Stellung nehmen.

Das "Handelsblatt" beruft sich auch auf eidesstattliche Versicherungen mehrerer Teilnehmer der Orgie. Den Teilnehmern zufolge sei alles bestens organisiert gewesen: "Die Damen trugen rote und gelbe Bändchen. Die einen waren als Hostessen anwesend, die anderen würden sämtliche Wünsche erfüllen. Es gab auch Damen mit weißen Bändchen. Die waren aber reserviert für die Vorstände und die allerbesten Vertriebler."

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