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Medien: Versicherung setzte Sex-Party von Steuer ab

30.05.2011, 10:29 Uhr | dpa, dpa-AFX, dpa-AFX, dpa

Versicherung setzte Sex-Party angeblich von Steuer ab. In dieser edlen Budapester Therme fand die Sex-Sause der HMI statt  (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

In dieser edlen Budapester Therme fand die Sex-Sause der HMI statt (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Kosten der in die Schlagzeilen geratenen Sex-Party für erfolgreiche Versicherungsvertreter der Hamburg Mannheimer International (HMI) sind nach einem Medienbericht von der Steuer abgesetzt worden. Die Summe von 83.000 Euro habe die Versicherung vollständig steuerlich geltend gemacht, bestätigte der Mutterkonzern ERGO der Zeitung "Welt am Sonntag". Dadurch seien Gewinn und Steuerlast vermindert worden.

Rechnung als Betriebsausgabe

"Die Rechnung ist in voller Höhe als Betriebsausgabe behandelt worden", sagte ein ERGO-Sprecher. "Nach unseren bisherigen Prüfungen war das steuerrechtlich in Ordnung. Wir prüfen jedoch weiter, ob man eine andere Beurteilung vornehmen kann und wie wir die Angelegenheit bereinigen können."

Sex-Party für die hundert besten Vertreter

Mitte Mai war bekanntgeworden, dass die mittlerweile zum ERGO-Konzern gehörende Hamburg-Mannheimer 2007 für ihre 100 besten Vertreter eine Sex-Party in Budapest organisiert hatte. Teilnehmer berichteten dem "Handelsblatt", die offenbar attraktivsten Frauen mit weißen Bändchen seien für den Vorstand und die allerbesten Vertriebler reserviert gewesen.

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Bordellbesuche als Firmenspesen branchenüblich

Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" (WamS) sei es in deutschen Unternehmen durchaus üblich, dass Bordellbesuche über die Firmenspesen abgerechnet werden. Exzesse wie die Sex-Party der Versicherung in Budapest seien aber die Ausnahme. Immerhin habe nach Konzernangaben später jeder der rund 100 Teilnehmer 3000 Euro für die Gesamtreisekosten an geldwertem Vorteil versteuern müssen.

Prostituierte als mehrsprachige Hostessen verbucht

Laut "WamS" gibt es viele Möglichkeiten, sich mit Prostituierten auf Firmenkosten zu vergnügen, ohne dass es auf der Rechnung auftauche. So könnten die Damen etwa als mehrsprachige Hostessen abgerechnet werden. Sexuelle "Zusatzleistungen" könnten nach Angaben von Steuerfahndern auch in einem erhöhten Zimmerpreis verrechnet werden. Es gebe "keine Chance", das aufzudecken, zitiert die Zeitung einen Fahnder. Auch in den Belegen der Sause in Budapest habe es keinen Posten Prostitution oder gar eine Detailrechnung gegeben, sagte der ERGO-Sprecher. Die steuerliche Behandlung von Prostitution ist nach Angaben der Zeitung in Deutschland nicht klar geregelt

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