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Luftfahrtmesse in Paris: Airbus fürchtet Chinas Superflieger

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Airbus und Boeing fürchten die chinesische Dampfwalze

21.06.2011, 08:05 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Luftfahrtmesse in Paris: Airbus fürchtet Chinas Superflieger. Der chinesische Flugzeugbauer Comac will die C919 2014 auf den Markt bringen (Foto: imago)   (Quelle: imago)

Der chinesische Flugzeugbauer Comac will die C919 2014 auf den Markt bringen (Foto: imago) (Quelle: imago)

Lage bestens, Stimmung getrübt: Die Flugzeughersteller Airbus und Boeing stehen bei der größten Branchenschau der Welt vor einer Flut von Aufträgen. Doch die Dauer-Duellanten fürchten einen neuen Konkurrenten aus China - der bislang nicht mehr als ein Modell in Le Bourget präsentiert.

Luftfahrt: weltgrößte Branchenschau

Die Wolken hängen tief, Regen fetzt über die Start- und Landebahnen, doch die Stimmung in Le Bourget ist ausgezeichnet. Auf dem Flughafen vor den Toren der französischen Hauptstadt trifft sich bis zum kommenden Wochenende die Crème de la Crème der internationalen Luftfahrt auf der weltgrößten Branchenschau. Gezeigt werden kommerzielle Neuheiten - darunter der Eurocopter X3, der mit seinen Stummelflügeln bis zu 400 Stundenkilometer schnell fliegen kann. Visionär ist der Solar Impulse mit seinen Riesenschwingen aus Photovoltaik-Paneelen, futuristisch die Studie eines Concorde-Nachfolgers mit dem Codenamen ZEHST.

Nach zwei Jahren Wirtschaftskrise präsentiert sich die 49. Ausgabe der jährlichen Show als Rekordevent, politisch geadelt durch die Anwesenheit von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Russlands Premier Wladimir Putin. Hinzu kommen 2100 Aussteller aus 26 Nationen, die nach Meinung von Luftfahrt-Salon-Chef Louis Le Portz neuen Schwung und "eine bedeutende Wiederbelebung der Aktivität" beweisen.

Schlechte Vorzeichen für EADS

Der Zweckoptimismus in eigener Sache ist angesagt. Gerade die großen Branchenvertreter haben ihr Budget zum Teil drastisch reduziert: kleinere Ausstellungsflächen, bescheidenere Empfänge, günstigere Buffets. Die Zurückhaltung der Luftfahrt-Multis wird freilich zum Teil wettgemacht durch den Run von mehr als 400 Mittelständlern - Spezialisten und Zulieferern, deren verstärkte Anwesenheit als Hinweis auf künftiges Wachstum gewertet wird.

Bis zum Ende der größten Luftfahrtschau der Welt rechnen Luftfahrtgiganten wie Airbus und Boeing mit einer wahren Flut von neuen Bestellungen. Dabei startet der Salon nicht nur meteorologisch unter schlechten Vorzeichen für die Airbus-Muttergesellschaft EADS: Die militärische Version des A400M, in Le Bourget erstmals der breiteren Öffentlichkeit gezeigt, wird wegen eines Motorschadens nur am Boden zu bewundern sein. Ein A380 streifte beim Schlepp am Boden mit seinem Flügel ein Gebäude und muss vorerst am Boden bleiben. Für zwei Typen seiner künftigen Langstreckenflieger A350 kündigte Airbus Verspätungen von bis zu zwei Jahren an. Der Grund sollen technische Verbesserungen an den Triebwerken sein.

Spritersparnis gefragt

Turbinen, die weniger schlucken, sind auch eines der wichtigsten Verkaufsargumente für den neuen Mittelstreckenflieger von Airbus, den A320-Neo. Mit einer Spritersparnis von bis zu 15 Prozent könnte er sich zum Bestseller von Le Bourget entwickeln. Der europäische Konzern hofft auf 180 neue Bestellungen.

Airbus in seiner Heimat die Grenzen aufzeigen - das ist das Ziel des Erzrivalen Boeing. Der US-Konzern kommt ebenfalls mit einem starken Aufgebot seiner Flotte nach Paris: Erstmals wird die B787 in Frankreich zu sehen sein - jener Karbonflieger, der den verheißungsvollen Namen "Dreamliner" trägt, seinem Hersteller bislang aber vor allem Ärger machte. Erst im Herbst wird das erste Flugzeug ausgeliefert. Mit drei Jahren Verspätung.

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Grundrenovierung bewährter Modelle

Auch der legendäre Jumbo-Jet wurde einer Grundrenovierung unterzogen. Der Boeing-Klassiker wird nun in einer komfortableren, ökologischeren und längeren Version angeboten. Dennoch liegt der Flieger mit 38 Bestellungen weit hinter seinem direkten Konkurrenten A380. Bei den Mittelstreckenfliegern dagegen, die etwa 70 Prozent der Neukäufe ausmachen, liegt Boeing vorn. Noch jedenfalls.

Denn neben dem Duo von Airbus und Boeing, die bislang den Markt beherrschen, entsteht bei Fliegern mit mehr als 110 Plätzen neue Konkurrenz: Neben den brasilianischen Erfolgsmodellen von Embraer und dem kanadischen Produzenten Bombardier schielt der chinesische Staatskonzern Comac als neuer Anbieter auf einen boomenden Zukunftsmarkt, der bis 2030 rund 33.500 Neubestellungen umfassen dürfte.

"Chinesische Dampfwalze"

Obwohl das chinesische Muster mit der Bezeichnung C-919 in Le Bourget vorerst nur im Modell zu begutachten ist, gilt der Newcomer aus Asien als ernstzunehmender Rivale: Technisch verbandelt mit Bombardier und finanziell gestützt durch eine Mega-Investition von 165 Milliarden Euro über fünf Jahre könnten die Flieger aus der Volksrepublik den Traditionsherstellern bald gefährlich werden.

Angesichts der Konkurrenz durch die "chinesische Dampfwalze" ("Le Figaro") sinnen Frankreichs Politiker auf raschen Schutz des heimischen Marktes. Eine große Koalition von gut 100 Abgeordneten will durchsetzen, dass Air-France/KLM künftig nur noch die eigenen Airbus-Modelle kauft - eine Vorstellung, die Luftfahrtexperten als Horrorvorstellung empfinden: "Techniker und Kaufleute müssen über die Zusammensetzung der Flotte entscheiden", sagt ein Experte, "nicht aber Hinterbänkler des Parlaments."

Protektionismus pur in einem globalen Weltmarkt? In Zeiten der Krise könnte die Vorstellung durchaus auf ein populäres Echo stoßen. Zumal im nächsten Jahr in Frankreich gewählt wird.

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