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Saab steht kurz vor der Pleite

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Keine Lohnauszahlung  

Saab steht kurz vor der Pleite

24.06.2011, 15:32 Uhr | dpa, t-online.de, dpa

Saab steht kurz vor der Pleite. Bei Saab könnte schon bald gar nichts mehr gehen (Foto: dpa)

Bei Saab könnte schon bald gar nichts mehr gehen (Foto: dpa)

Dramatische Zuspitzung beim angeschlagenen Automobilhersteller Saab: Das schwedische Unternehmen kann nicht einmal mehr die Löhne der 3700 Mitarbeiter bezahlen. Die Lieferanten machen Druck, Verhandlungen mit 800 Zuliefern über eine Stundung von Saab-Schulden scheiterten. Das Stammwerk Trollhättan steht still. Die Gewerkschaften schließen einen Antrag auf Insolvenz nicht mehr aus.

Juni-Löhne können nicht ausgezahlt werden

Wie Saab in Trollhättan mitteilte, können die fälligen Juni-Entgelte für die Beschäftigten nicht ausgezahlt werden. Der Sprecher der Metall-Gewerkschaft, Veli-Pekka Säikkälä, sagte im Rundfunksender SR zu einem möglichen Insolvenzantrag nach Ablauf einer einwöchigen Mahnfrist für die fälligen Zahlungen: "Das wäre ein Weg. Wir hoffen, dass es nicht soweit kommt." Auf der Internetseite von IF Metall erklärte er: "Man soll die Hoffnung nie aufgeben, aber im Moment sieht es äußerst düster aus."

Saab-Sprecherin Gunilla Gustavs nannte die Lage ebenfalls "bedauerlich und traurig". Sie sagte im Rundfunk weiter: "Uns ist erst sehr spät gestern klar geworden, dass wir nicht mehr die Mittel für Löhne und Gehälter haben." Zu einem möglicherweise bevorstehenden Insolvenzantrag sagte sie: "So weit sind wir noch nicht." Man kämpfe weiter um eine kurzfristige Lösung.

3700 Mitarbeiter betroffen

Nach Einschätzung von Medien hat der Autobauer bei den 800 Zulieferern mindestens 50 Millionen Euro Schulden. Die Produktion im westschwedischen Trollhättan mit insgesamt 3700 Beschäftigten stand seit mehreren Wochen mit kurzen Ausnahmen still.

Der niederländische Saab-Eigner Swedish Automobile (früher Spyker Cars) will das langfristige Überleben des Unternehmens mit Kapital des chinesischen Autoherstellers Zheijang Youngman Lotus und des Autogroßhändlers Pang Da sichern. Beide haben zusammen 245 Millionen Euro als neue Teileigner zugesagt, dazu aber bisher nur eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Bänder stehen still

Bemühungen um kurzfristige Gelder durch Verkauf der Saab-Anlage sind bisher erfolglos geblieben. Saab-Chef Victor Muller wollte die Anlage leasen und mit dem eingenommenen Geld die Produktion wieder in Gang bringen.

Bei dem Hersteller von Autos für gehobene Ansprüche sind im ersten Quartal nur 10.000 Wagen und im zweiten fast keine mehr vom Band gerollt. Auch vor dem Verkauf durch den US-Konzern General Motors an den jetzigen niederländischen Eigner 2010 hatte Saab mit jährlichen Produktionszahlen um 100.000 zu den kleinsten Serien-Herstellern Europas gehört und fast jedes Jahr Verluste eingefahren.

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