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Industriespionage: Der Spion, der aus der Firma kam

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Gefahren durch Spionage  

Der Spion, der aus der Firma kam

25.06.2009, 13:21 Uhr | FTD, Jens Brambusch

Industriespionage: Der Spion, der aus der Firma kam.

Wer bei anderen spioniert, sollte auf harte Strafen gefasst sein. (Foto: Imago)

Unternehmen verschließen die Augen vor den Gefahren durch Spionage oder kriminelle Mitarbeiter. Gerade in Krisenzeiten sinkt die Loyalität der Mitarbeiter stark. Es geht nur noch ums Überleben.

Auslöser für Gefahren

Das Geschäftsklima verschlechtert sich. Die Finanzkrise hat die Realwirtschaft längst erreicht. Betroffen davon ist vor allem der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Trotz wachsender Gefahren vernachlässigen viele Unternehmen aber wider besseres Wissen ihr Krisenmanagement. Das entlarvt das "Gefahrenbarometer 2010" der Unternehmensberatung Corporate Trust. Kurzarbeit und Entlassungen drücken das Betriebsklima, die Verbundenheit mit dem Unternehmen leidet. Mangelnde Loyalität ist häufig die Triebfeder für Kriminalität im Unternehmen.

Natürlicher Trieb des Überlebens

Diebstähle, Unterschlagungen, Korruption oder Sabotage nehmen zu - nicht nur im Unternehmen, auch unter der Konkurrenz. Thomas Menk, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW), ist sich sicher: "Die verschärften Bedingungen auf dem Markt führen zu einem noch brutaleren Wettbewerb." Der werde mit allen Mitteln geführt. "Es geht um den natürlichen Trieb des Überlebens."

Risiken im Mittelstand

Corporate Trust hat 5.154 mittelständische Unternehmen zu den Gefahren befragt. Die Ergebnisse sind alarmierend. Aktuell entstehen den Unternehmen die größten Schäden durch Eigentumsdelikte - Diebstahl, Einbruch und Überfall. Doch das wird sich ändern. Zukünftig sehen mehr als die Hälfte der Mittelständler Spionage und Informationsabfluss als die größten Risiken an.

IT-Sicherheit in Gefahr

Bedrohlich nimmt auch die Gefahr durch Hacker zu - jedes zweite Unternehmen fürchtet sich vor Angriffen über das Computernetz. Dennoch wollen nur 30 Prozent der Befragten in den kommenden zwei Jahren in IT-Sicherheit investieren. Korruption hingegen sehen nur noch 29 Prozent der Unternehmen als reales Risiko.

Angriffsziel Mittelstand

Erschreckend: Nur 17,7 Prozent der Mittelständler verfügen über ein professionelles Krisenmanagement. Dabei ist gerade der Mittelstand bevorzugtes Angriffsziel bei Wirtschaftsspionage und Kriminalität. Laut Corporate Trust sind größere Mittelständler mit einem Umsatz von 50 bis 250 Mio. Euro häufiger Opfer als Kleinunternehmen und Konzerne.

Firmen vernachlässigen Prävention

Viele Firmen verschließen vor dem Thema Wirtschaftskriminalität die Augen. Sie unterschätzen die Gefahr, selbst Opfer zu werden, und vernachlässigen daher die Prävention. Auch das damit verbundene finanzielle Risiko blenden viele Unternehmen aus. Nur 47,8 Prozent der Befragten gaben an, eine Versicherung gegen kriminelle Risiken wie Wirtschaftskriminalität, Spionage, Entführung oder Erpressung zu haben.

Geheimhaltung wird unterschätzt

Gerade der Abfluss von vertraulichen Informationen verursacht großen Schaden. Dennoch verzichtet jedes zweite Unternehmen auf klare Vorgaben im Umgang mit Daten und Dokumenten. Nur 39,8 Prozent der Betriebe haben eine Klassifizierung der Geheimhaltungsstufe. Um die Mitarbeiter zu sensibilisieren, planen jedoch 53 Prozent der Unternehmen Schulungen zu den Risiken durch Wirtschaftskriminalität.

Private finanzielle Schieflage

Eine notwendige Maßnahme, gehen Experten doch davon aus, dass insbesondere die Gefahr durch kriminelle Mitarbeiter steigen wird. Denn durch Kürzungen und Sparmaßnahmen laufen viele Angestellte Gefahr, selbst in finanzielle Schieflage zu geraten.

Loyalität hinterfragen

"Für die Firma ist es wichtig zu erfahren, wie loyal die Mitarbeiter sind, wo die Schwachstellen liegen und woran man arbeiten sollte, um eine höhere Verbundenheit zu erzielen", sagt Christian Schaaf, Geschäftsführer von Corporate Trust.

Am Loyalitätsindex messbar

Eine Möglichkeit sieht er in gezielten Mitarbeiterbefragungen, durch die ein sogenannter Loyalitätsindex erstellt werden kann. Einem Röntgenbild ähnlich, zeige der Index, ob es in bestimmten Bereichen des Unternehmens Auffälligkeiten gebe.

Richtig handeln

Sollte ein Unternehmen Verdachtsmomente gegen einen Mitarbeiter haben, rät Alexander Haudan, von der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing, zu einem besonnenen Verhalten. "Wichtig ist, Ruhe zu bewahren, den Täter von weiteren Informationen zu isolieren und den Fall der Staatsanwaltschaft zu übergeben."

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