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Schwarzer Freitag: DAX-Crash setzt sich fort

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Salami-Crash  

DAX rauscht unter 6400 Zähler auf Zehnmonatstief

05.08.2011, 13:38 Uhr | dpa-AFX, t-online.de - sky, sky, dpa-AFX

Schwarzer Freitag: DAX-Crash setzt sich fort. Die Bären sind los - Statue vor der Frankfurter Börse (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Bären sind los - Statue vor der Frankfurter Börse (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Neue Runde im Salami-Crash: Am vierten Tag hintereinander haben die Bären den DAX nach Eröffnung der Wall Street abstürzen lassen. Der Leitindex riss im Tagesverlauf sein Fukushima-Tief vom März und rauschte bis auf 6392 Zähler - der Index notierte damit so tief wie seit dem 13. Oktober 2010 nicht mehr. Der DAX hat seit Beginn der Korrektur vor etwas mehr als einer Woche somit fast 1000 Punkte oder rund 13 Prozent eingebüßt und die längste Verluststrähne seit März erlebt. Letztlich ging der DAX am Donnerstag mit einem Verlust von 3,4 Prozent bei 6415 Punkten aus dem Tag. Der LDAX schwächelte noch etwas mehr. Erneut belasteten US-Konjunkturdaten den Handel, auch Brüssel verunsicherte die Anleger.

Neue Rekorde bei Gold und im Bund-Future

Auch bei den Nebenwerten regierte die Panik: Der MDAX fiel satte 5,1 Prozent auf 9225 Punkte, auch der TecDAX gab fünf Prozent ab auf 724 Zähler. Der Euro rutschte im Tief auf 1,4108 Dollar (siehe EURUSD).

Defensive Anlagen waren weiterhin gefragt: Der Preis von Gold schoss auf ein neues Rekordhoch von 1682 Dollar und signalisierte damit ein ungebrochen hohes Maß an Unsicherheit und Risikoaversion. In Euro kostete eine Feinunze den Rekordpreis von 1186 Euro. Der Bund-Future markierte ebenfalls einen neuen Rekord und zog bis auf 132,97 Euro an. Ein Barrel US-Öl (WTI) wurde für nur noch 89,73 Dollar umgesetzt.

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"Die letzten Dämme brechen"

Börsianer verwiesen auf charttechnische Gründe für die Entwicklung. "Jetzt brechen die letzten Dämme", kommentierten Börsianer den Kursrutsch unter das März-Tief nach der japanischen Erdbebenkatastrophe. Ein Händler sieht gar noch Schlimmeres auf den DAX zukommen: "Wenn man auf die Kurse von 2008 sieht, ist noch Speck dran." Offensichtlich fielen im Moment auch etliche Stop-Loss-Marken von Anlegern, die sich mit automatischen Verkaufsorders für bestimmte Tiefstkurse gegen Verluste abgesichert hätten. Am Vortag hatten Marktbeobachter bereits darauf verwiesen, dass der marktbreite US-Index S&P 500 bei 1250 Punkten einen wichtigen charttechnischen Widerstand durchbrochen habe.

"Wir sehen zur Zeit eine kräftige Korrektur", ergänzte Marktstratege Christian Stocker von der Unicredit. "Die Frühindikatoren aus den USA haben frühzeitig Warnsignale gesendet. Doch erst mit dem Hochkochen der Schuldenproblematik in den USA ist dies, verbunden mit den Schuldenproblemen in Europa, mit Wucht in den Vordergrund gerückt." Stocker kann sich ein weiteres Absacken bis auf 6200 Punkte im DAX in den nächsten Wochen vorstellen, bevor der Boden gefunden ist und es wieder hochgeht.

Brüssel verunsichert die Anleger

Keine Unterstützung für den Markt gab es von EZB: Der Leitzins für die Eurozone bleibt unverändert bei 1,5 Prozent. Das beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) auf seiner monatlichen Sitzung. Experten hatten mit dieser Entscheidung der Währungshüter gerechnet. Die EZB hatte den Leitzins zuletzt im Juli um 0,25 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent angehoben. Die EZB will außerdem mehr Geld in die Wirtschaft pumpen: Sie werde Banken am 9. August für einen Zeitraum von sechs Monaten zu günstigen Konditionen Geld leihen. Zudem behält sich die Notenbank vor, wieder Staatsanleihen der Schuldenstaaten aufzukaufen.

Für Verunsicherung sorgte auch Brüssel: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat eine erneute Aufstockung des 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF ins Gespräch gebracht. In einem Brief an die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Staaten forderte Barroso die Regierungen zu einer "raschen Überprüfung aller Elemente des EFSF" auf. Die Regierungen müssten sicherstellen, dass der Fonds "über die Mittel verfügt, um Ansteckungsgefahren zu bekämpfen".

Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank kritisierte scharf die Schwäche der Politik in Europa und den USA, die die Finanzmärkte extrem verunsichere. "Es wird allerorts nur über Schulden gesprochen, etwa wie man sie in Europa in den Griff bekommt oder über ihre Erhöhung in den USA, doch das Thema wirtschaftliche Perspektiven fällt dabei völlig herunter. Der DAX leidet dabei doppelt, weil es auch um Exportperspektiven für Deutschland geht."

Wall Street und Euro-Börsen tauchen ab

Auch an der Wall Street ging es zuletzt heftig zur Sache: Nach den wöchentlichen Arbeitslosenzahlen rutschten die Kurse ab. Der Dow Jones verlor zuletzt 2,8 Prozent auf 11.569 Zähler, der finanzlastige S&P 500 gab drei Prozent nach auf 1223 Stellen und an der Nasdaq verlor der Composite-Index 3,1 Prozent auf 2609 Punkte.

Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ging zwar in der vergangenen Woche abermals stärker als erwartet zurück auf 400.000 Anträge, während Volkswirte mit 405.000 Anträgen gerechnet hatten. Marktteilnehmer sahen darin gleichwohl eine zu geringe Verbesserung, um die Wachstumssorgen auch nur zu dämpfen oder gar auf einen positiven Arbeitsmarktbericht am morgigen Freitag zu hoffen.

Wegen der schwachen Wall Street brach auch der EuroStoxx 50 ein und sackte am Ende um weitere 3,3 Prozent auf 2416 Punkte ab. Damit ging der Leitindex auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren aus dem Handel. Seine Verlustserie baute er auf mittlerweile neun Tage aus. In Paris rutschte der CAC 40 um 3,9 Prozent auf 3320 Punkte ab. Der Londoner FTSE 100 büßte 3,4 Prozent auf 5393 Punkte ein.

Kein einziger DAX-Wert im Plus

In Frankfurt hielten sich defensive Aktien noch am besten, während konjunktursensible Werte besonders abgestraft wurden. Dennoch schaffte keine einzige Aktie im Leitindex ein Plus. Allein vier DAX-Konzerne standen mit Geschäftszahlen im Blick der Anleger.

Die Aktien des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf verloren nach besser als erwartet ausgefallenen Halbjahreszahlen als bester DAX-Wert lediglich 0,2 Prozent auf 42,52 Euro. Die ebenfalls defensiven Titel der Deutschen Telekom sanken nach der Zahlenvorlage um 1,1 Prozent auf 10,14 Euro. Der Sportartikelhersteller Adidas hob nach Zuwächsen im zweiten Quartal seine Prognosen für 2011 an, worauf die Aktien nur 0,6 Prozent tiefer bei 48,54 Euro schlossen.

Die Anteilsscheine der Munich Re hielten sich mit minus 2,3 Prozent auf 95,52 Euro immerhin besser als der Markt. Der weltgrößte Rückversicherer hatte nach den Erdbeben und Wirbelstürmen des ersten Halbjahrs zwar erneut rote Zahlen vermeldet, doch war der eingefahrene Verlust nicht so hoch ausgefallen wie am Markt befürchtet.

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