Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Börsencrash: DAX stürzt unter 6000er-Marke

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Börsen-Crash  

DAX stürzt unter 6000er-Marke - neue Crash-Runde

08.08.2011, 19:59 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de - sky, mmr, AFP, dpa-AFX

Der seit vergangenem Montag anhaltende Salami-Crash setzte sich zum Wochenstart fort. Nach der Herabstufung des US-Ratings trudelten zunächst die Aktienkurse in Fernost in die Tiefe. Der deutsche Markt folgte zunächst mit angezogener Handbremse. Doch nachdem auch an der Wall Street die Börsenkurse absackten, verstärkte sich der Ausverkauf hierzulande. Der DAX konnte selbst die psychologisch wichtige 6000er-Marke nicht verteidigen. Zum Feierabend stand der Leitindex mit fünf Prozent in der Kreide bei 5923 Punkten - der niedrigste Stand seit dem 1. September 2010. Der Late-DAX rutschte im späten Handel sogar unter 5900 Punkte. Im nachbörslichen Handel bot auch die 5800-Punkte-Marke keinen Halt. Der MDAX büßte zum Xetra-Schluss satte 6,5 Prozent auf 8539 Punkte ein, für den TecDAX ging es um 5,3 Prozent auf knapp 680 Punkte runter. Gleichzeitig war Gold gesucht. Der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 g) sprang erstmals über die Marke von 1700 US-Dollar und notierte am Abend auf neuem Hoch bei 1719 Dollar. Der Bund-Future stieg um 0,9 Prozent auf 133,49 Euro. Der Euro pendelte bei 1,42 Dollar (siehe EURUSD). Und ein Fass Erdöl der US-Sorte (WTI) kostete nur noch 83,32 Dollar.

US-Indizes sacken stark ab

Nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit sackten auch die Aktienkurse an der Wall Street am Montag ab. Zum Handelsschluss stand der Dow Jones Industrials mit 5,6 Prozent im Minus bei 10.810 Punkten. Der marktbreite S&P 500 verlor sogar 6,7 Prozent auf 1119 Punkte. Der Composite-Index an der Technologiebörse Nasdaq rutschte um fast sieben Prozent auf 2358 Punkte ab.

Ein Grund für die Endzeitstimmung an der US-Börse: Die Ratingagentur Moody's droht ebenfalls mit einem Entzug der Spitzennote "AAA". Am vergangenen Wochenende hatte schon Standard & Poor's (S&P) bekanntgegeben, dass sie erstmals die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft habe. Das hatte am Wochenende die Sorge vor einem Börsen-Crash zu Wochenbeginn genährt. Auch belastete eine zusätzliche Abstufung von Kreditgebern, die mit der US-Regierung in Verbindung stehen. Demnach hat S&P die beiden mit staatlichen Geldern geretteten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac abgestuft.

Newsletter
Wichtiges zu privater Vorsorge
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Weitere Herabstufungen drohen

Nach Einschätzung des Wirtschaftsprofessors der Universität Bonn und Direktors des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, drohen den USA weitere Herabstufungen durch Ratingagenturen. "Die Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's, die Bonität der USA erstmals um eine Stufe auf "AA+" herabzusetzen, ist ein dramatischer Weckruf, dass die USA ihre seit Jahren verschleppten strukturellen Haushaltsprobleme endlich nachhaltig angehen müssen", schreibt Zimmermann am Montag in einem Gastbeitrag für "Handelsblatt Online". Der Haushaltskompromiss von vergangener Woche zeige, dass diese Lösung bestenfalls ein Zeitgewinn bis nach der Präsidentenwahl darstellt. "Insoweit erwarte ich weitere Abstufungen, auch von anderen Ratingagenturen", urteilte Zimmermann.

China-Börsen sorgen für Skepsis

Mit neuen Verlusten reagierten die Märkte auf die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA. An den Fernost-Börsen rutschten die Aktienwerte am Montag weiter ab. In Tokio ging der Nikkei-Index für 225 führende Werte mit einem Minus von 2,2 Prozent bei 9098 Punkten aus dem Tag. Auch der Hang Seng in Hongkong verlor gut zwei Prozent, in China waren die Verluste fast doppelt so groß. Der südkoreanische Kospi-Index sank um 3,8 Prozent.

In Singapur verzeichnete die Börse mit einem Minus von 4,7 Prozent ebenfalls einen deutlichen Verlust. In Australien fiel der wichtigste Index S&P/ASX 200 um 2,9 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. In Neuseeland schloss der Aktienmarkt mit einem Minus von 2,8 Prozent auf dem tiefsten Stand seit elf Monaten.

Nächste Episode in der Schuldenkrise

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die europäische Schuldenkrise, über deren Bewältigung nur knapp drei Wochen nach dem jüngsten Euro-Krisengipfel schon wieder gestritten wird. Dort signalisierte jedoch die Europäische Zentralbank am Sonntagabend den Ankauf von spanischen und italienischen Staatsanleihen. Die EZB wolle ihr Anleihen-Kaufprogramm "aktiv umsetzten", teilte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nach einer Telefonkonferenz des Rats der Notenbank am Sonntag in Frankfurt mit.

Der Dollar gab nach der Abstufung nach und verlor vor allem gegenüber dem Schweizer Franken an Wert. Die Schweizer Währung wird derzeit wegen der Probleme in Europa und USA vermehrt als Fluchtwährung gesucht.

Newsletter
Wichtiges zu privater Vorsorge
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

G7 geben sich wachsam

Die Finanzminister der G7 bekannten sich nach einer Telefonkonferenz in der Nacht zum Montag zu ihrer Verantwortung für stabile Aktienmärkte. Die G7 würden bei Bedarf "koordiniert eingreifen", um Liquidität zu sichern und um das Funktionieren der Finanzmärkte zu unterstützen, heißt es unter anderem in einer am Morgen in Tokio verbreiteten gemeinsamen Erklärung. Wie Japans Finanzminister Yoshihiko Noda erklärte, hatte er kurz vor Handelsbeginn an der Tokioter Börse mit seinen Kollegen telefoniert. Die Minister vereinbarten zudem, dass sie in den kommenden Wochen bei Bedarf weitere Stabilisierungsmaßnahmen erörtern wollten.

Finanzwerte und dabei insbesondere die Aktien der Versicherer zählten zur Überraschung einiger Anleger zeitweise zu den Favoriten. Der Sektor gilt als ein Seismograph für die Sorgen um die angespannte Verschuldungslage in der Eurozone. Aktien der Deutsche Bank erlebten wie an den Vortagen eine Berg- und Talfahrt. Zum Schluss blieb ein Minus von vier Prozent auf 32,00 Euro. Der Versicher Munich Re verlor 1,9 Prozent auf 93,62 Euro. Börsianer verwiesen auf die Anleihen-Käufe der EZB, die für Beruhigung in der Branche sorgten. Die Reaktion der Währungshüter auf die jüngsten Verwerfungen an den Märkten kann Experten der Royal Bank of Scotland zufolge als "kraftvolle" Antwort verstanden werden.

Unternehmensnachrichten im Hintergrund

Luftfahrttitel reagierten erst verzögert auf den von Börsianern negativ gewerteten, geplanten Fluglotsenstreik. Lufthansa sackten um 5,1 Prozent ab auf 11,90 Euro, nachdem die Titel noch am Morgen dank des deutlich gefallenen Ölpreises zeitweise klar im Plus gehandelt worden waren. Air Berlin fielen zuletzt um fünf Prozent auf 2,71 Euro zurück und die Anteile am Flughafenbetreiber Fraport rutschten um 8,5 Prozent auf 45,37 Euro ab. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ruft für Dienstagmorgen zum bundesweiten Fluglotsen Streik auf, was mittlerweile vom Arbeitsgericht Frankfurt genehmigt wurde.

Einzeltitel wurden zudem von Analystenstimmen bewegt: MAN litten mit einem Minus von 5,8 Prozent unter einer negativen Studie von Merrill Lynch zum Lkw-Markt. ThyssenKrupp mussten nach einer Abstufung von Cheuvreux auf "Outperform" mit dem Kursziel 60,00 Euro 9,6 Prozent abgeben. Die Analysten verwiesen auf die gegenwärtig schwierigen Marktbedingungen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Börsen und Märkte aktuell bei boersenradar.t-online.de
KURSABFRAGE

Deutschland

        DAX TecDAX MDAX SDAX
mehr

Europa

        EuroStoxx50 AEX SMI CAC40
mehr
Video des Tages

Shopping
Shopping
Geschenktipp: NIVEA Creme- dose mit Ihrem Lieblingsfoto
Fotodose bestellen auf NIVEA.de
Shopping
Kleines und großes Glück zum Verschenken & selbst lieben
von ESPRIT
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017