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Wo die Deutsche Bank Ärger hat

08.09.2011, 09:21 Uhr | t-online.de, sia, t-online.de

Wo die Deutsche Bank Ärger hat. Die Deutsche Bank steht in diesem Jahr weltweit in der Kritik (Quelle: dpa)

Die Deutsche Bank steht in diesem Jahr weltweit in der Kritik (Quelle: dpa)

In den USA muss sich die Deutsche Bank derzeit mit Klagen wegen ihrer Hypothekengeschäfte herumschlagen, in Großbritannien ermittelt die Aufsichtsbehörde Serious Fraud Office (SFO) gegen das Geldhaus - wegen umstrittener Wertpapiergeschäfte. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann weist die Vorwürfe nach Angaben der Nachrichtenagentur dapd als haltlos und "Suche nach dem letzten Strohhalm" zurück - tatsächlich aber steht sein Geldinstitut weltweit unter Beschuss. Wir zeigen, wo und weshalb sich die Deutsche Bank in diesem Jahr bereits Ärger eingehandelt hat.

Betrug lässt sich schwer nachweisen

Am 5. September berichtete die "Financial Times Deutschland" über die SFO-Ermittlung gegen die Deutsche Bank und andere Institute. Die Untersuchung soll demnach zeigen, ob die Banken Kunden beim Verkauf von forderungsbedingten Wertpapieren falsch informiert haben. SFO-Direktor Richard Alderman erklärte gegenüber der Zeitung, die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, da die Behörde eine Betrugsabsicht nachweisen müsse.

Schadenersatzklage wegen umstrittener Hypothekengeschäfte

Nur wenige Tage zuvor, am 2. September, hatte die US-Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) eine Schadenersatzklage in Milliardenhöhe gegen 17 Großbanken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte erhoben. Betroffen davon war auch die Deutsche Bank. Den Banken wird Medienberichten zufolge vorgeworfen, 2008 so genannte Giftpapiere finanzschwacher Schuldner gebündelt und an Investoren verkauft zu haben. Weil die Schuldner ihre Kredite nicht bedienen konnten, verloren die Papiere an Wert, die großen US-Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac gerieten in der Folge ins Trudeln. Für einen Schaden von 14 Milliarden Dollar soll die Deutsche Bank verantwortlich sein. Sie weist die Anschuldigungen jedoch zurück.

Verdacht auf Steuerhinterziehung

Am 15. August schließlich hat in Frankfurt am Main ein Prozess gegen sechs Händler begonnen, denen Umsatzsteuerhinterziehung beim Handel mit CO2-Verschmutzungszertifikaten vorgeworfen wird. In den Handel war auch die Deutsche Bank involviert, sieben Mitarbeiter der Bank stehen unter dem Verdacht, daran beteiligt zu sein.

Im Visier der Börsenaufsicht

Wegen des Abbaus ihres Staatsanleihen-Bestandes in Italien stand die Deutsche Bank am 2. August in der Kritik. Die Börsenaufsicht Consob forderte laut der Nachrichtenagentur Reuters nähere Informationen von dem Finanzinstitut, das demnach Ende Juni italienische Anleihen in Höhe von 997 Millionen Euro hielt. Ein halbes Jahr zuvor waren es hingegen noch acht Milliarden Euro gewesen.

Streitigkeiten mit US-Pensionskasse

Auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagte am 1. August die US-Pensionskasse TIAA die Deutsche Bank. Das Geldinstitut soll verbriefte Hypothekenpapiere von schlechter Qualität als konservative Anlage verkauft haben, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete. Der amerikanische Altersvorsorge-Anbieter forderte, die Bank solle für die entstandenen Verluste aufkommen.

Französisch-belgische Finanzgruppe zieht vor Gericht

Mit Betrugsvorwürfen bei Hypothekenpapieren sah sich die Deutsche Bank auch Mitte Juli konfrontiert: Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtete, klagte die französisch-belgische Finanzgruppe Dexia vor dem Obersten Gericht des US-Bundesstaates New York, die Deutsche Bank habe Hypothekenpapiere an Dexia verkauft, obwohl sie von deren schlechter Qualität gewusst habe.

Die Deutsche Bank habe sogar gegen den US-Häusermarkt gewettet und damit noch davon profitiert, dass die Hypothekenpapiere floppten, die sie zuvor an Dexia und andere verkauft habe, hieß es in der Meldung. Eine Deutsche-Bank-Sprecherin habe jedoch erklärt, die Klage entbehre jeder Grundlage.

Los Angeles gegen die Deutsche Bank

Am 4. Mai schließlich wurde eine Klage der Stadt Los Angeles gegen das größte deutsche Geldhaus publik - wegen der Verwahrlosung zwangsvollstreckter Häuser und illegaler Zwangsräumungen. Laut den Nachrichtenagenturen dpa und dapd hieß es in der Klageschrift, das Kreditunternehmen sei der größte "Slumlord" - auf Deutsch "Ausbeuter" - von Los Angeles, die Stadt fordere Entschädigungszahlungen in Höhe Hunderter Millionen Dollar. Außerdem verlange sie Entschädigungen für Hunderte betroffener Mieter. Nach Angaben der Deutschen Bank wurde die Klage inzwischen abgewiesen.

Betrug bei Angaben zu Krediten für Eigenheimbesitzer?

Nur einen Tag zuvor hatte die US-Regierung Klage gegen die Deutsche Bank erhoben. Die Vorwürfe richteten sich gegen die Bank und die MortgageIT, ein von der Deutschen Bank im Januar 2007 übernommenes Unternehmen für Wohnimmobilien-Kredite, berichteten die Nachrichtenagenturen. Das Geldinstitut und seine Tochterfirma sollen demnach Angaben zu Krediten für Eigenheimbesitzer geschönt haben, damit der Staat die Finanzierungen absichert. Der Deutschen Bank drohe eine Strafe im Milliardenbereich. Die wies auch diese Anschuldigungen zurück.

Wegen problematischer Hypothekenkredite am Pranger

Am 13. April wurde bekannt: Ein Ausschuss des US-Senats beschuldigte unter anderem die Deutsche Bank und Goldman Sachs, mit umstrittenen Finanzprodukten die Finanzkrise gefördert zu haben. Die Bank soll wissentlich problematische Hypotheken zu verbrieften Schuldpapieren, so genannte CDOs, gebündelt und an Investoren verkauft haben, schrieb dazu der "Spiegel". Die Deutsche Bank habe beispielsweise einen Hypothekenkredit (CDO) namens "Gemstone 7" verkauft - trotz des zusammenbrechenden Hypothekenmarkts.

Betrugsskandal im asiatischen Derivatehandel

In Hongkong ermitteln die Behörden in einem mutmaßlichen Betrugsskandal im Derivatehandel, meldete die Presse am 15. April. Dabei gerieten auch zwei Mitarbeiter der Deutschen Bank in Verdacht. Die beiden Händler wurden nach Unternehmensangaben von der Anti-Korruptionsbehörde ICAC festgenommen.

Bundesgerichtshof straft riskante Zinswetten ab

Eine herbe Schlappe musste die Deutsche Bank am 22. März in einem Streit um riskante Zinswetten einstecken. Der Bundesgerichtshof verurteilte die Bank dazu, einem mittelständischen Unternehmen rund eine halbe Million Euro Schadensersatz für spekulative Zinswetten zu zahlen (Az.: XI ZR 33/10). Das Institut habe den Kunden aus dem Mittelstand nicht ausreichend über die hohen Risiken einer Anlage aufgeklärt, befanden die Richter.

Halbjähriges Handelsverbot an Börse in Seoul

Zur Kasse gebeten wurde die Deutsche Bank ebenfalls am 25. Februar in Asien: Wegen Marktmanipulation an der Börse im südkoreanischen Seoul wurde laut AFP eine Rekordstrafe von 642.000 Euro gegen das deutsche Geldhaus verhängt. Am 23. Februar hatte die Börse in Seoul bereits ein halbjähriges Handelsverbot gegen ein Unternehmen der Deutschen Bank verhängt. Grund für die Strafe war ein ungewöhnlicher Kurssturz an der Börse in Seoul im November 2010, berichtete die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Deutsche Bank erklärte demnach, die Sanktionen beträfen einen "sehr speziellen Teil des Handels" der Tochter Deutsche Securites Korea (DSK).

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