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Bankenkrise führt zu Streit um Zerschlagung der Banken

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US-Kochrezepte bedrohen Deutsche Bank

18.10.2011, 10:24 Uhr | cs mit dapd und AFP, AFP, t-online.de, dapd

Bankenkrise führt zu Streit um Zerschlagung der Banken. Wird die Deutsche Bank zerschlagen? (Quelle: dpa)

Wird die Deutsche Bank zerschlagen? (Quelle: dpa)

Die Bundesregierung diskutiert eine mögliche Zerschlagung der Banken. Dabei wollen die Politiker das normale Bankgeschäft mit Einlagen und Krediten vom Investmentbanking trennen. Doch Ökonomen reagieren auf die Idee verhalten. Denn vor allem große Institute wie die Deutsche Bank könnten solche Rezepte hart treffen. Wir stellen Chancen und Risiken des Ansatzes vor.

Deutschland benötigt starke Universalbanken

Bankenexperte Hans-Peter Burghof bezeichnete in "Handelsblatt Online" die Überlegungen als "Kochrezepte aus Amerika - an den Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft vorbei". Der Professor für Banken- und Finanzwissenschaft an der Universität Hohenheim bezweifelte, dass das Trennbankensystem dem deutschen Finanzsystem nutze. "Was sicher nicht klappt, ist die einfache Übertragung auf Deutschland."

Die deutsche Wirtschaftsstruktur mit ihren mittelständischen Unternehmen brauche starke Universalbanken, die den Unternehmen auf vielen Feldern zur Seite stehen können. "Zu den dafür benötigten Fähigkeiten der Bank gehört eben auch die Kapitalmarktkompetenz", sagte der Experte. Im amerikanischen "Deal-banking-System" kauften sich dagegen die Unternehmen die Kompetenz bei verschiedenen Finanzdienstleistern ein und besorgten sich ihr Kapital an der Börse. Deutschland aber sei "mit seinem Hausbanksystem gut gefahren und hat auch keinen Ersatz für eine bankbasierte Finanzierung des Mittelstandes."

Deutsche Bank besonders betroffen

Dagegen bezeichnete Gustav Horn vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) die Trennung des Bankensystems für "unerlässlich". Nur dann sei ein stabiles Finanzsystem möglich. Wie Horn "Handelsblatt Online" sagte, würde eine solche Neuordnung des Bankenwesens vor allem große Institute wie die Deutsche Bank hart treffen. Wichtig sei, dass die Verflechtungen zwischen Banken und Investment-Banking gekappt werden. Das müsse exakt definiert und kontrolliert werden.

"Es dürfte dazu führen, dass zum Beispiel die Deutsche Bank einen Großteil ihrer Geschäfte abstoßen müsste; sie würde stark schrumpfen und dies würde die Stabilität des deutschen Finanzsystems erhöhen", sagte der IMK-Chef. "Nicht auszudenken, was unter den heutigen Umständen bei einer Schieflage der Deutschen Bank an Belastungen auf den deutschen Steuerzahler zukäme." Dieses Risiko will der Experte durch scharfe Regulierung eindämmen.

Werden Banken risikoärmer?

Horn pries die Vorteile einer Bankenaufspaltung. Hierdurch werde die Grenze für die Höhe der Risiken festgelegt, für die die gesamte Gesellschaft letztlich einzustehen bereit sei. Dies bedinge, dass sich Banken in ihrem Geschäft auf tendenziell risikoärmere Produkte beschränken müssten. "Dafür können sie im Fall einer Schieflage mit staatlicher Unterstützung rechnen", sagte Horn. "Risikoreichere Geschäfte müssen dem Investment-Banking überlassen bleiben." Für diese Risiken solle der Staat aber nicht haften.

Steuerzahler sollen nicht haften

Dagegen begrüßten Genossenschaftsbanken und Sparkassen die Idee einer Zerschlagung der Privatbanken. "Steuerzahler sollten nicht für potenzielle Risiken spekulativer Kapitalmarktgeschäfte gerade stehen", sagte Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbankexn und Raiffeisenbanken (bvr) der Zeitung "Die Welt". Es gebe jedoch "keine einfachen Lösungen", ergänze Fröhlich: "Ein nicht zu vernachlässigender Teil des weltweiten Derivategeschäftes diene der Absicherung von Kundengeschäften." Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (dsgv) nannte es "sinnvoll, den Eigenhandel möglichst weit vom Kundengeschäft zu trennen".

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