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Traditionswerft Sietas meldet Insolvenz an

18.11.2011, 18:04 Uhr | dpa, dapd, dpa, dapd

Traditionswerft Sietas meldet Insolvenz an. Eine Bugsektion liegt in einem Dock der Sietas Schiffswerft (Quelle: dpa)

Eine Bugsektion liegt in einem Dock der Sietas Schiffswerft (Quelle: dpa)

Schon jahrelang war die Hamburger Traditionswerft Sietas auf Schlingerkurs. Jetzt musste das Unternehmen Insolvenz beantragen. Unklar ist, wie es weitergeht. Es droht ein massiver Stellenabbau.

Fünft Schiffe befinden sich im Bau

Die Geschäftsführung stellte am Donnerstag einen Insolvenzantrag wegen Überschuldung beim Amtsgericht Hamburg. Das teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Sietas Gruppe, Rüdiger Fuchs, mit. Zur Stammbelegschaft zählen rund 700 Mitarbeiter.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Rechtsanwalt Berthold Brinkmann eingesetzt. Der Hamburger Senat und die Sietas-Führung zeigten sich zuversichtlich, dass das Unternehmen gerettet werden kann. Ziel sei es, die fünf im Bau befindlichen Schiffe - darunter drei Fähren - fertigzustellen und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, sagte Fuchs.

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Weltwirtschaftskrise traf die Werft hart

Angefangen hatte die 1635 gegründete Traditionswerft einst mit hölzernen Booten und Kuttern. Schoner, Briggs und Fischkutter folgten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Fertigung von Holz auf Stahl umgestellt. Schiffsserien wurden entwickelt.

2008 geriet die Werft in den Strudel der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise mit ihren negativen Folgen für die internationale Schifffahrt. Im Jahr 2009 trat ein familienfremdes Management an, um die schon damals in roten Zahlen steckende Werft wieder auf Kurs zu bringen. Eigentümer Hinrich Sietas gab - in der neunten Generation, im Alter von 65 Jahren und nach 40 Jahren im Betrieb - die Unternehmensführung ab.

Zu lange hatte er am Bau kleinerer Containerschiffe und überholten Produktionsmethoden festgehalten, was ihm zum Verhängnis wurde. Reeder stornierten acht Containerschiffe bei Sietas. Die Werft mit einem Umsatz von damals 350 Millionen Euro und noch fast 1000 Mitarbeitern auf den Docks geriet in schweres Fahrwasser.

Management setzt auf Spezialschiffe

Der vom Flugzeugbauer Airbus kommende Geschäftsführer Rüdiger Fuchs stellte auf Spezialbauten wie Schwergutschiffe, Fähren, und Spezialschiffe für die Offshore-Windindustrie um und erhielt wieder Aufträge. Der frische Wind stimmte die Mitarbeiter zuversichtlich, trotz finanzieller Gehaltseinbußen als Sanierungsbeitrag.

Werft will so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten

Nun droht dem überschuldeten Unternehmen ein weiterer kräftiger Stellenabbau. "Es wird sicherlich einen nicht unerheblichen Arbeitsplatzabbau geben", sagte Fuchs. Auch beim Tochterunternehmen Neuenfelder Maschinenfabrik, wo derzeit 250 Mitarbeiter beschäftigt sind, werde es einen Stellenabbau geben. Die Maschinenfabrik und die ebenfalls zur Sietas Gruppe gehörende Norderwerft seien aber nicht von der Insolvenz betroffen, betonte der Unternehmenschef. Wie viele Stellen insgesamt gestrichen werden müssten, könne er derzeit noch nicht sagen.

"Es besteht ein großes Bemühen, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten", betonte auch der vorläufige Insolvenzverwalter Brinkmann. Am Wochenende will er sich zu Gesprächen mit möglichen Kreditgebern treffen, um über einen sogenannten Massekredit für das insolvente Unternehmen zu verhandeln. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird nicht vor Ende Januar 2012 gerechnet.

Wirtschaftssenator optimistisch

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) zeigte sich optimistisch, das Unternehmen erhalten zu können. Er sehe eine "große Chance", die Traditionswerft zu retten. Das Potenzial sei vorhanden. Nun müssten alle Anstrengungen unternommen werden, sich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Mit dem Insolvenzantrag werde die Suche nach möglichen Investoren leichter.

Hamburg gewährte Siesta schon 2009 eine Bürgschaft

Hamburg hatte schon 2009 der Werft mit einer Bürgschaft von 34 Millionen Euro unter die Arme gegriffen. Horch sagte, er gehe nicht davon aus, dass diese Bürgschaft in voller Höhe verloren sei. Das Konzept der Werft, auch Spezialschiffe zu bauen, sei zukunftsfähig.

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