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Kleinanleger wittern Schnäppchen bei Hellas-Bonds

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Riskantes Spiel mit heißen Hellas-Anleihen

20.01.2012, 10:01 Uhr | t-online.de - Frank Lansky, t-online.de

Eine scheinbar todsichere Investment-Chance sorgt für reges Interesse unter Privatanlegern: Eingebrochene, kurzlaufende Staatsanleihen aus Athen gelten plötzlich als fulminanter Geheimtipp. Verdoppelungen des eigenen Einsatzes scheinen auf Sicht von wenigen Monaten problemlos möglich. Denn aus Angst vor dem Staatsbankrott notieren die Hellas-Bonds weit unter dem Ausgabekurs. Doch zurückgezahlt werden müssen sie zu hundert Prozent. t-online.de hat sich im Markt umgehört.

Traumrenditen für Hellas-Bonds

Griechische Staatsanleihen sind in den vergangenen Monaten kräftig unter Druck geraten. Besonders wenig Vertrauen in eine Bedienung der Hellas-Bonds herrscht bei Langläufern: Die im Juli 2040 zu bedienende Staatsanleihe wurde für 100 Euro ausgegeben und kostete zuletzt nur knapp 27 Euro (GR0138002689).

Und bei den Kurzläufern sieht es nicht anders aus: So notierte beispielsweise die zweijährige Anleihe, die am 30. März 2012 zu 100 Prozent zurückgezahlt werden soll (GR0110021236), zuletzt bei 44 Prozent. Der 22 Milliarden Euro schwere Hellas-Bond wirft bis Ende März ohne Kupon eine Bruttorendite von 127 Prozent ab. Aufs Jahr hochgerechnet wären dies insgesamt 376 Prozent, wie das "Handelsblatt" ausgerechnet hat. Die Zeitung registriert außerdem ein gestiegenes Interesse unter Kleinanlegern an den Bonds.

Kleinanleger nicht von Schuldenschnitt betroffen

Tatsächlich wittern Schnäppchenjäger Chancen – denn Kleinanleger können nach dem aktuellen Stand der Dinge auf jeden Fall auf eine komplette Rückzahlung hoffen. "Das stimmt: Privatanleger kann der Schuldenschnitt mit Griechenland kalt lassen – der betrifft nur institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen", bestätigte Torge Middendorf, Analyst der WestLB. Kleinanleger brauchen auch ihre Bank überhaupt nicht informieren – sie bekommen nach der bisherigen Lage hundert Prozent der Hellas-Anleihe zurückgezahlt, urteilte der Experte im Gespräch mit t-online.de.

Auf Sicht von zwei bis drei Quartalen sieht der Experte auch keine Gefahr, dass eine Anleihe nicht bedient wird – denn beide Seiten wollten einen Default verhindern. "Die Eurozone will einen Staatsbankrott Griechenlands wegen der Ansteckungsgefahr und der möglicherweise ausbrechenden Panik unbedingt vermeiden. Und Griechenland will seinen laufenden Haushalt sanieren und das Primärdefizit beseitigen."

Nach der Haushaltssanierung droht der Default

Das heißt konkret, dass Athen mit Hilfe der Gelder aus dem Ausland zuerst einen mindestens ausgeglichenen Staatshaushalt erreichen will. Und erst wenn die eigene Wirtschaft ohne Hilfe von außen läuft, könnten die Zahlungen an ausländische Gläubiger eingestellt werden. Nach diesem Muster ging beispielsweise Argentinien vor. Alles in allem sei das Griechenland-Investment aber nach wie vor eine sehr riskante Anlage, betonte Middendorf. Falls eine Hilfstranche für Hellas nicht gezahlt werde, stehe eine Bedienung der Anleihen in den Sternen.

Vorsicht Falle bei Hellas-Bonds

Skeptisch zeigte sich Mario Mattera, Zins- und Devisen-Stratege des Bankhauses Metzler: "Das Angebot ist nur auf den ersten Blick verlockend. Doch ich würde mich nicht darauf verlassen - es hat in der Schuldenkrise schon zu viele Wortbrüche gegeben". Zurzeit wisse niemand, wie genau und ob überhaupt der vereinbarte Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent umgesetzt wird, warnte er im Gespräch mit t-online.de.

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Wenn nicht genügend Investoren dem Schuldenschnitt zustimmten, dann sei es gut möglich, dass aus dem freiwilligen Angebot plötzlich Zwang werde. Und dann dürfte wohl eine noch deutlich geringere Quote zur Rückzahlung anstehen, vermutet der Metzler-Experte.

Eine weitere Frage sei die, was passiere, falls Griechenland im Extremfall aus der Eurozone austreten würde. Bei einer Rückkehr zur Drachme könne das Land niemals seine in Euro denominierten Schulden bedienen; ergo müsste der Schuldenschnitt gerade in diesem Fall deutlich höher ausfallen als es die gegenwärtigen Marktpreise implizieren.

"Ich würde derzeit nicht gutes Geld dem schlechten hinterher werfen. Ein Investment in griechische Staatsanleihen halte ich für nicht empfehlenswert, da dies noch immer viel zu riskant ist."

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