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Schweizer Franken springt auf Rekordhoch zum Euro

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Schweizer Franken springt auf Rekordhoch zum Euro - Zinssenkung

03.08.2011, 16:30 Uhr | dpa, t-online.de - mmr, dpa, t-online.de

Werden in der Schweiz bald nur noch Reiche Urlaub machen können? Das kleine Alpenland wird immer teurer für ausländische Gäste und Handelspartner, weil die Landeswährung Schweizer Franken immer weiter zulegt. Angesichts neuer Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der US-Wirtschaft fiel der Euro-Kurs am Dienstag erstmals unter die Marke von 1,10 Franken. Am Mittwoch setzte sich die Euro-Talfahrt fort, der Franken sprang auf ein neues Rekordhoch zum Euro. Im Vormittagshandel kostete ein Euro zeitweise nur noch knapp 1,08 Franken. Umgekehrt kostete ein Franken damit rund 92 Euro-Cent. Nun reagiert die Nationalbank.

SNB mit Zinssenkung

Nach langem Abwarten hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Mittwoch Maßnahmen gegen den starken Franken angekündigt. Sie strebe ab sofort einen Dreimonats-Libor so nahe bei Null wie möglich an und werde das Zielband entsprechend verändern, teilte sie mit. Angestrebt ist ein Zielband wie in den USA von null bis 0,25 Prozent, vorher lag die Spanne bei null bis 0,75 Prozent. Zudem werde sie die Liquidität am Franken-Geldmarkt massiv erhöhen. Nach den Maßnahmen stieg der Euro wieder über die 1,10-Franken-Marke.

Markt wird mit Franken geflutet

Neben dem Angebot von günstigem Geld will die SNB mit sofortiger Wirkung auslaufende Schuldverschreibungen nicht mehr erneuern oder zurückkaufen. Dadurch sollen ebenfalls mehr Franken auf den Markt geworfen werden. Die SNB beabsichtigt so, den Girobestand der Banken von derzeit 30 auf 80 Milliarden Franken (73,5 Millarden Euro) auszudehnen.

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Große Verluste mit Devisenreserven

Seit Wochen suchen Anleger vor dem Hintergrund der weltweiten Unsicherheiten an den Finanzmärkten neben Gold den Franken als Fluchtwährung. Vor Monaten hatte die SNB massiv unter anderem Euro gekauft und sitzt nun auf rund 200 Milliarden Franken an Fremdwährungen. Das führt bei steigendem Franken zu riesigen Verlusten und weniger Ausschüttungen an den Bund und die Kantone.

Wirtschaftskrise kommt zurück

Der Franken nimmt seit Monaten Kurs auf eine Parität zur europäischen Gemeinschaftswährung. Hintergrund der aktuellen Entwicklung ist, dass zuletzt eine ganze Reihe überraschend schwacher Konjunkturdaten aus den USA für Unsicherheit bei Investoren sorgten. "Die US-Schuldenkrise ist gezähmt, die Wirtschaftskrise ist zurück", so beschrieben Experten der Commerzbank die Lage an den Finanzmärkten.

Schweizer Franken als "sicherer Hafen"

Auch wenn die politisch Verantwortlichen in den USA weitere Fortschritte im Schuldenstreit erzielen konnten, überschatte die Sorge vor einem schwachen Wirtschaftswachstum und einer hohen Arbeitslosigkeit in den USA den Handel an den Devisenmärkten, hieß es von Experten der Helaba.

Wenn Investoren auf "Nummer sicher" gehen wollen, kaufen sie häufiger den Schweizer Franken. Die "üblichen Verdächtigen" würden derzeit besonders stark nachgefragt, sagte dazu der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer. Auch der Gold-Preis notiert auf historischer Höhe. Ein weiterer Grund für die aktuellen Kursbewegungen: Da am 1. August in der Schweiz wegen eines Feiertages nicht gehandelt wurde, holt der Markt noch die Vortagesverluste anderer Märkte nach.

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Exportverluste drohen

Die Schweizer Wirtschaft leidet derweil unter dem starken Franken. Immer häufiger ertönt seitens der Unternehmen der Ruf, die Regierung müsse eingreifen. Da die Margen wegbrechen, drohen Kurzarbeit und herbe Exportverluste. Derweil helfen sich Schweizer Firmen, indem sie sich gegenseitig Rechnungen in Euro ausstellen. Der Euro ist zwar noch nicht offizielles Zahlungsmittel in der Schweiz, doch im Zahlungsverkehr von Unternehmen hat er teilweise schon diesen Status.

Da nach Schweizer Recht die Freiheit besteht, auch in anderen Währungen statt des Franken Rechnungen aufzustellen oder zu erteilen, kommt dem Euro bereits die Rolle einer Vertragswährung zu, wie Heinz Hauser, Außenwirtschaftsexperte an der Universität St. Gallen beobachtet. Er habe das kommen sehen, sagte Hauser im Schweizer Rundfunk. "Das Währungsrisiko wird somit breiter verteilt."

Wird der Franken an den Euro gekoppelt?

In einer Studie sieht das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte bei Großkonzernen eine höhere Bereitschaft, Arbeitsplätze im Ausland anzusiedeln. "Die Lage ist alarmierend, die Krise könnte bevorstehen", sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann kürzlich. Es sei wahrscheinlich, dass die Beschäftigungssituation in der Schweiz in der zweiten Jahreshälfte unter Druck komme. Wäre also eine Anbindung des Franken an den Euro eine Lösung? "Indirekt würde eine solche Maßnahme heißen, dass wir nicht nur die Währungsunabhängigkeit, sondern überhaupt die Unabhängigkeit aufgeben", sagte der Minister dem "Blick". Stattdessen will die Regierung Innovationen fördern oder dem Tourismus helfen.

Wer die Preise nicht senkt, verliert seine Kunden

Fest steht, dass der Exportboom der Schweizer Industrie des ersten Halbjahres außer bei den Uhrenexporten erst einmal vorbei ist - die Ausfuhren stagnieren und die Preise fallen. Wer die Preise nicht senkt, verliert seine Kunden. Und selbst wer noch gut exportiert, macht durch die Franken-Härte zum Teil schon rote Zahlen, wie die Maschinenindustrie feststellen muss.

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