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Commerzbank braucht nach Gewinneinbruch frisches Geld

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Commerzbank  

Athen zieht die Commerzbank bergab

23.02.2012, 15:29 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Commerzbank braucht nach Gewinneinbruch frisches Geld. Sturm über dem Frankfurter Finanzdistrikt (Quelle: dpa)

Blick auf das Frankfurter Finanzviertel (Quelle: dpa)

Nun also doch: Die Commerzbank muss sich über eine Kapitalerhöhung frisches Geld besorgen. Denn die Griechenland-Krise hat der Commerzbank 2011 das Geschäft verhagelt. Milliardenschwere Abschreibungen auf Staatsanleihen ließen den Überschuss der zweitgrößten deutschen Bank um mehr als die Hälfte auf 638 Millionen Euro (Vorjahr: 1,4 Milliarden) einbrechen. Die Aktie geriet an der Börse kräftig unter Druck.

Frisches Geld für die Bank

Zur weiteren Stärkung ihrer Kapitalbasis will der teilverstaatlichte DAX-Konzern bis zu knapp zehn Prozent neue Aktien ausgeben. Diese sollen den Eigentümern von bestimmten Anleihen angeboten werden. Der Bund soll nach wie vor mit 25 Prozent plus einer Aktie größter Einzelaktionär bleiben. Dazu wandelt der Staat einen Teil seiner Stillen Einlage in Aktien um. Die Transaktion soll das Kapital der Bank um bis zu rund eine Milliarde Euro stärken. Wie bei ähnlichen Schritten im vergangenen Jahr rechnet die Bank damit, dass sich der Anleiherückkauf positiv auf den Gewinn auswirken wird.

Milliarden-Abschreibung auf Hellas

Die Bilanz 2011 wurde durch die Euro-Schuldenkrise mit rund 2,3 Milliarden Euro belastet. Insgesamt schrieb die Bank ihren Bestand an griechischen Staatsanleihen um knapp 74 Prozent ab. Die Papiere stehen nur noch mit 800 Millionen Euro - das sind gut 26 Prozent des Nominalwertes - in den Commerzbank-Büchern.

Die Commerzbank senkte im vergangenen Jahr ihr hohes Risiko in den Schuldenstaaten für die Eurozone deutlich. Das Engagement in Staatsanleihen von Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien sei um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Doch noch immer beträgt es 12,3 Milliarden Euro. Ein Großteil des bisherigen Abbaus entfällt davon auf die Abschreibungen in Griechenland.

Neue Einsparungen bei der Commerzbank

Die Verluste in Hellas ließen auch die gute Entwicklung im Kerngeschäft in den Hintergrund treten. Ursprünglich hatte Blessing eine deutliche Gewinnsteigerung angekündigt. Er musste aber im Laufe des Jahres dieses Ziel wegen der Schuldenkrise aufgeben. Auch im laufenden Jahr werde die Schuldenkrise die Commerzbank weiter herausfordern, erklärte der Konzernchef. "Mit unserem wetterfesten und zukunftsfähigen Geschäftsmodell mit Fokus auf die Kernmärkte Deutschland und Polen sind wir dafür aber gut gewappnet."

Im Kerngeschäft - dazu zählt das Privatkundengeschäft, die Mittelstandsbank, die Osteuropa-Sparte und das Investmentbanking - kündigte Blessing für 2012 ein "solides operatives Ergebnis" an. Die Vorsorge für faule Kredite soll aber von 1,4 Milliarden auf 1,7 Milliarden Euro steigen. Im vergangenen Jahr hatten die Kernsparten der Bank operativ 4,5 Milliarden Euro verdient und damit 2,5 Milliarden mehr als 2010.

Der scheidende Finanzvorstand Eric Strutz kündigte weitere Einsparungen an. Die Kosten sollen von 8,0 Milliarden Euro auf 7,6 Milliarden sinken. "Wir profitieren immer stärker von der Integration der Dresdner Bank", erklärte Strutz. Bis 2014 soll das ausgemachte Synergiepotenzial von jährlich 2,4 Milliarden erreicht werden.

Trotz der letztlich schwarzen Zahlen 2011 zahlt die Commerzbank erneut keine Zinsen auf die Staatshilfe. Der Grund: Der Gewinn fiel nur nach den internationalen Bilanzierungsrichtlinien IFRS an.

Keine Zinsen für den Bund

Nach dem für die Zinszahlung maßgeblichen deutschen Bilanzrecht HGB ergab sich aber ein Verlust von 3,6 Milliarden Euro. In den HGB-Abschluss flossen die Sonderzahlung an den Bankenrettungsfonds Soffin im Zuge der Tilgung eines Großteils der Staatshilfe ebenso ein wie Abschreibungen auf den Buchwert der Sorgentochter Eurohypo. Damit entgehen dem Bund Zinszahlungen für die verbliebenen 1,9 Milliarden Euro Stille Einlage in Höhe von rund 170 Millionen Euro. Auch die Aktionäre gehen leer aus: Eine Dividende für 2011 sei nicht möglich.

Gut voran kommt die Commerzbank mit dem Schließen ihrer Kapitallücken. Derzeit fehlten noch 1,8 Milliarden Euro, um die Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA zu erfüllen, teilte das Institut mit. Ende Januar hatte die Bank den noch offenen Bedarf auf 2,3 Milliarden Euro beziffert. Beim jüngsten europäischen Banken-Stresstest hatte die EBA bei der Commerzbank eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro festgestellt, die das Institut bis Ende Juni schließen muss.

Fast zwei Milliarden Euro Kapitallücke

Die Bank bekräftigte ihren Anspruch, das Loch aus eigener Kraft schließen zu können. Bis Ende Juni will das Institut sein Kernkapital - den Risikopuffer für Krisenzeiten - um weitere 2,9 Milliarden Euro stärken und damit die Vorgaben der EBA übertreffen. Rund 1,2 Milliarden Euro sollen aus dem erwarteten Gewinn im ersten Halbjahr 2012 kommen, der Rest aus dem beschleunigten Abbau von Randaktivitäten und weiteren Risikopositionen. Die angekündigte Kapitalerhöhung werde für die EBA-Vorgaben nicht benötigt, erklärte das Geldhaus. Vielmehr will die Bank damit den zuletzt kräftig gestiegenen Aktienkurs ausnutzen.

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