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Rohstoffe  

Kaffee wird günstiger - Tchibo prescht vor

16.04.2012, 13:39 Uhr | dpa, t-online.de

Kaffee wird günstiger - Tchibo prescht vor. Tchibo senkt die Kaffee-Preise - andere Hersteller dürften folgen  (Quelle: dpa)

Tchibo senkt die Kaffee-Preise - andere Hersteller dürften folgen (Quelle: dpa)

Kaffee wird im deutschen Einzelhandel billiger. Marktführer Tchibo senkte am Montag die Kaffeepreise um 50 Cent je Pfundpackung. Populäre Sorten wie "Feine Milde" oder "Beste Bohne" kosten in den Tchibo-Shops damit 5,49 Euro je Pfund. "Die Spekulationen am Kaffeemarkt haben sich beruhigt", erklärte ein Konzernsprecher. Die übrigen großen Hersteller wie Kraft Foods (Jacobs), Dallmayr und Melitta äußerten sich zunächst nicht. Sie haben keine oder kaum eigene Ladengeschäfte, sondern verkaufen an den Lebensmittel-Einzelhandel, der in seiner Kalkulation nicht an die Vorgaben von Lieferanten gebunden ist.

Gute Kaffee-Ernten drücken Preise

Die Preise sind jedoch vor allem wegen guter Ernten in Brasilien wieder deutlich zurückgegangen. Der Gesamtindex der Internationalen Kaffee-Organisation ICO in London war im Mai vergangenen Jahres auf über 3 Dollar je US-Pfund (454 Gramm) geklettert - vor allem einige der in Deutschland beliebten Arabica-Sorten (vgl. Zwölf-Monats-Kaffee-Chart). Mittlerweile notiert der Index bei 1,78 Dollar, gut ein Drittel niedriger als vor einem Jahr. Bei Arabica war der Rückgang zum Teil noch ausgeprägter, während sich der Preis für die in Deutschland weniger verwendeten Robusta-Kaffeesorten kaum veränderte.

"Der Markt wird von fundamentalen Faktoren bestimmt", sagte der Rohstoffexperte Leon Leschus vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI). "Die Spekulation verstärkt dann den Preistrend, nach oben oder nach unten." Wegen der hohen Liquidität der Finanzmärkte werden gegenwärtig fast alle Rohstoffe teurer; besonders schmerzlich bemerken die Verbraucher das beim Öl. Beim Kaffee jedoch glauben die Spekulanten nicht an steigende Preise und haben sich deshalb zurückgezogen.

Preise könnten schon bald wieder steigen

Analysten von Goldman Sachs rechnen hingegen damit, dass Kaffee in den kommenden drei Monaten wieder steigen könnte, da die neue Ernte in Brasilien durch eine Dürre bedroht und die Nachfrage aus den Schwellenländern sich zuletzt stärker gestalte. Auch die Forward-Kurve für Arabica-Kaffee deutet auf wieder steigende Preise für Rohkaffee hin.

Der Rohkaffee-Preis wirkt sich auf den Preis für die Endverbraucher aus, ist aber nur einer von mehreren Faktoren. Die Kaffeesteuer je Pfund beträgt 1,10 Euro, dazu kommt die Mehrwertsteuer von sieben Prozent sowie die Marge für den Handel und den Röster sowie weitere Kosten.

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