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Gewinne mit der Schuldenkrise

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Anleihegewinne mit der Schuldenkrise

10.05.2012, 12:57 Uhr | Der Aktionär, Der Aktionär

Gewinne mit der Schuldenkrise. Will den europäischen Fiskalpakt neu verhandeln: Francois Hollande (Quelle: imago)

Will den europäischen Fiskalpakt neu verhandeln: Francois Hollande (Quelle: imago)

Frankreich hat gewählt. Und zwar Francois Hollande. Nicht nur die Rechtsfront-Chefin Marine Le Pen, mit 18 Prozent drittstärkste Kraft beim ersten Wahlgang, verweigerte dem alten Amtsinhaber Nicolas Sarkozy die Unterstützung. Auch der Zentrumspolitiker François Bayrou sprach sich für den Sozialisten aus. Selbst die TV-Debatte vergangene Woche entpuppte sich für den Merkel-Freund Sarkozy als Desaster.

Neue Regierung in Frankreich mit Konfliktpotenzial

Marktteilnehmer befürchten, dass sich durch den Regierungswechsel die Wirtschaftsreformen des Landes verlangsamen könnten. Darüber hinaus steht er für Eurobonds. „Konfliktpotenzial mit Brüssel und Berlin ist also vorprogrammiert“, so Torsten Gellert, Managing Director von FXCM Deutschland. Auch bei einem überraschenden Wahlsieg Sarkozys hätte Frankreich vor einer schwierigen Aufgabe gestanden. Im vergangenen Jahr war das Budgetdefizit prozentual zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) höher als das von Portugal. Das Handelsbilanzdefizit ist nahe dem Italiens und Spaniens und die Arbeitslosigkeit höher als in Italien. „Eine deutliche Besserung ist leider nicht in Sicht, das BIP-Wachstum in den nächsten beiden Jahren dürfte zu den niedrigsten unter den G7-Ländern gehören“, so Derivate-Experte Kemal Bagci von der Royal Bank of Scotland.

Pulverfass Bankensektor

Ein Pulverfass sei vor allem der französische Bankensektor, der mehr als 30 Prozent der gesamten Forderungen aller europäischen Institute gegenüber den fünf Peripherieländern hält. Allein an italienischen Staatspapieren schlummern mehr als 370 Milliarden Euro in den französischen Bankbilanzen.

In Frankreich drohen daher mittelfristig die Renditen für Staatsanleihen wieder zu steigen, nachdem sie sich in den letzten Wochen etwas beruhigt hatten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der kürzlich an der Eurex (European Exchange) eingeführte OAT-Future (Obligations Assimilables du Trésor) fallen würde. Technisch ist dieser Terminkontrakt fast genauso strukturiert wie der Bund-Future. Er fasst französische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit zwischen 8,5 und 10,5 Jahren zusammen, mit einem nominalen Kupon von sechs Prozent.

Italien im Strudel der Finanzmärkte

Ein ähnliches Szenario ist in Italien zu erwarten. Das Land muss sparen, um sein Schuldenproblem in den Griff zu bekommen. Große Sparanstrengungen
behindern aber auf der anderen Seite ein mögliches Wachstum. Bester Beleg dafür sind die jüngsten Konjunkturdaten: Das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus der italienischen Industrie fiel im April gegenüber dem Vormonat um 4,1 Punkte auf 43,8 Zähler. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 47,0 Punkte gerechnet. Der Index der Auftragseingänge verschlechterte sich von 45,7 auf 39,2, was dem größten Rückgang seit drei Jahren entspricht.

Die schwierige Situation spiegelt sich auch im BTP-Future (Buoni del Tesoro Poliennali), der die zehnjährigen Anleihen Italiens abdeckt, wider. Das Barometer ist seit seinem Zwischenhoch im März bei 110 Euro um acht Punkte gefallen. Sollte die charttechnische Unterstützung bei 100 Euro unterschritten werden, droht eine Beschleunigung des Abwärtstrends und ein Rücksetzer in den Bereich der Bewegungstiefs bei 90 Zählern.

Aufstieg vom Bund-Future noch nicht zu Ende

Genau andersherum verhält sich der Bund-Future in Deutschland, der nach einer längeren Seitwärtsphase den Weg nach oben fortgesetzt hat. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen ist auf mickrige 1,6 Prozent geschrumpft; entsprechend ist der Bund-Future über den massiven Widerstand bei 140 Euro geklettert. Die Stärke der deutschen Staatsanleihen ist darauf zurückzuführen, dass Deutschland von den Investoren als letzter sicherer Hafen in der Eurozone gesehen wird. „Für große Anleger, die einen Teil ihres Portfolios in Euro-denominierten Papieren halten müssen, gibt es kaum Alternativen”, heißt es aus Marktkreisen.

Laut Bagci könnte es in Deutschland bald japanische Verhältnisse geben. Dies soll heißen, dass die Rendite der Anleihen in Richtung null geht. „Ins Unendliche steigen kann der Bund-Future freilich nicht“, so der Experte. „Bei 160 Zählern ist theoretisch Schluss, weil ab dann die Rendite negativ wird.“ Fällt die Rendite auf null, errechnet sich der Wert des Bund-Futures so: Zehn Jahre mal sechs Prozent Zinsen auf einen Nennwert von 100 Euro ergibt 60 Euro; plus den Nennwert macht 160 Euro.

Drei Anleiheszenarien

Mit den drei vorgestellten Mini-Futures lassen sich diese drei Szenarien ganz einfach umsetzen. Das Short- Produkt von Vontobel auf den BTPFuture ist jedoch aufgrund des hohen Hebels nur sehr risikofreudigen Anlegern zu empfehlen und sollte nur mit Spielgeld gehandelt werden. Für den Mini-Short auf den OAT-Future gilt, dass das Chance-Risiko-Verhältnis besser ist. Mit dem Zertifikat von HSBC spekulieren Anleger auf eine anhaltende Flucht in deutsche Staatsanleihen.

Frankreich und Italien short, Deutschland long

Zertifikat

WKN

Aktueller Briefkurs

Underlying Kurs

Hebel

Ziel

Stopp

BTP-Future Mini-Short

VT4VAA

6,45 €

101,89 €

15,9

13,00 €

4,50 €

Bund-Future Mini-Long

TB6ZEN

11,79 €

141,89 €

12,0

15,50 €

9,50 €

OAT-Future Mini-Short

AA4YNG

15,76 €

127,72 €

8,4

23,50 €

11,90 €

Stand 04.05.12

Hinweis
Diese Publikation beruht auf Quellen, die die Wirtschaftsredaktion für zuverlässig hält, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit jedoch keine Gewähr übernommen wird. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, die nicht unbedingt der Meinung der Deutschen Telekom AG bzw. seiner Mitarbeiter entspricht. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere zeitnahe Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

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