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Griechenland-Sorgen drücken Euro in den Keller

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Devisen  

Sorgen um Griechenland und Spanien drücken Euro weiter abwärts

14.05.2012, 16:18 Uhr | dpa, t-online.de, mmr

Griechenland-Sorgen drücken Euro in den Keller. Griechenland-Krise trübt den Euro-Kurs  (Quelle: imago)

Griechenland-Krise trübt den Euro-Kurs (Quelle: imago)

Nun wackelt unsere Gemeinschaftswährung doch wieder stärker. Mehrere Wochen hatte sich der Euro recht stabil über 1,30 Dollar gehalten, nun befürchten Analysten eine weitere Talfahrt. Vor allem die schier ausweglose Lage in Griechenland und die Probleme Spaniens setzen dem Euro zu. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel am Montag erstmals seit vier Monaten unter die Marke von 1,29 Dollar. Zeitweise kostete der Euro nur noch 1,2827 Dollar (siehe EUR/USD) und damit so wenig wie seit Mitte Januar nicht mehr.

Euro und Aktien auf dem Rückzug

Ein Devisen-Händler sagte, er gehe in den kommenden Tagen von tendenziell weiter fallenden Euro-Kursen aus. Bei 1,30 Dollar fiel eine technische Unterstützungsmarke, das nächste Kursziel sei nun das bisherige Jahres-Tief bei 1,2625 Dollar. Auch die europäischen Aktienmärkte reagierten zum Wochenstart mit heftigen Kursverlusten. Der EuroStoxx 50, in dem die wichtigsten Aktien des Euroraums gebündelt sind, fiel auf den niedrigsten Stand seit knapp fünf Monaten. Der DAX verlor gut zwei Prozent.

An den Märkten wird der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone immer stärker ins Kalkül gezogen trotz aller gegenteiligen Beteuerungen aus Brüssel. Die EU-Kommission machte klar, dass Griechenland in der Eurozone bleiben solle. Auf die Frage, ob die Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen heute die Möglichkeit des Austritts beraten wollten, antwortete Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker mit einem klaren "Nein".

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Griechen-Politik hoffnungslos

Das Griechen-Drama beherrsche die Märkte, erklärten indes Händler. In Athen scheint die politische Lage hoffnungslos: Nach den jüngsten Parlamentswahlen von vor einer Woche ist es immer noch nicht gelungen, eine Regierung zu bilden, die zu den vereinbarten Spar- und Reformmaßnahmen steht. Angesichts der Blockadehaltung vieler Parteien stehen die Chancen für einen Kompromiss schlecht. Damit steuert das Land nach Ansicht etlicher Experten auf eine Staatspleite oder gar einen Austritt aus dem Währungsraum zu. Dies sorgt für große Unsicherheit, da die Folgen für Athen und den Währungsraum nicht sicher abzusehen sind.

Euro-Austritt "nicht gewünscht"

Brüssel versucht, die Wogen zu glätten. Zur öffentlichen Debatte über einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone sagte die Sprecherin von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso: "Das wünschen wir nicht." Es gebe in den europäischen Verträgen auch keine Klausel, die ein Verlassen des gemeinsamen Währungsgebiets ermögliche. Barroso hatte laut seiner Sprecherin im italienischen Fernsehen zwar gesagt: "Falls ein Mitglied eines Clubs - und ich spreche nicht von einem speziellen Land - nicht den Regeln folgt, ist es besser, dass es den Club verlässt, und das gilt für jede Organisation und oder Institution." Es handele sich um eine allgemeingültige Bemerkung, die nicht auf Griechenland zugeschnitten sei, sagte sie.

Galgenfrist bis Ende Juni

Nach Angaben von Diplomaten können die Euro-Finanzminister auch deshalb keine Entscheidungen zu Griechenland treffen, da es in Athen bisher keine neue Regierung gibt. Das Land sei zudem mit der Auszahlung von 4,2 Milliarden Euro aus dem Hilfsfonds EFSF in der vergangenen Woche bis Juni finanziert.

Die Eurokrise dürfte auch wichtigstes Thema beim Antrittsbesuch des neuen französischen Präsidenten François Hollande an diesem Dienstag bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden. Hollande will den europäischen Fiskalpakt neu verhandeln und tritt für Wachstumsprogramme ein. Merkel lehnt jede Änderung des Fiskalpakts ab, ist aber zu Ergänzungen bereit, um das Wachstum anzukurbeln.

Spanische Staatsanleihen mit Risikoaufschlägen

Sorge bereitet auch das angeschlagene Spanien. Zu Wochenbeginn stiegen die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen und die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf neue Rekordstände. Im Fahrwasser der spanischen Papiere gerieten auch die Pendants aus Italien verstärkt ins Visier der Investoren, was von Experten als besonders bedenklich eingestuft wird.

Selbst der Versuch der spanischen Regierung, den Auswirkungen der geplatzten Immobilienblase durch eine Bankenreform zu begegnen, sorgte für keine Beruhigung. Auf Verlangen der Regierung legten die spanischen Banken weitere Milliarden für faule Immobilienkredite zurück. Die Banco Santander stellte nach eigenen Angaben weitere 2,7 Milliarden Euro zurück, Konkurrent BBVA 1,8 Milliarden Euro. Die Rückstellungen würden den Gewinn erheblich drücken, hieß es. Es nützte nicht viel: Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere Spaniens kletterten am Montag erstmals seit Dezember 2011 über die Marke von 6,2 Prozent, in der Spitze auf 6,27 Prozent. Damit liegt der Risikoaufschlag zu deutschen Papieren, die immer noch als sehr sicher gelten, bei rund 4,75 Prozentpunkten - so hoch wie noch nie.

Ölpreise fallen

Die Sorge vor einem Scheitern der Regierungsbildung in Griechenland drückte auch die Ölpreise. Der Preis für US-Rohöl der Sorte WTI rutschte wieder unter die Marke von 95 US-Dollar. Der Preis für Nordseeöl Brent zur Juni-Lieferung gab zeitweilig um gut zwei Dollar auf 110,23 Dollar nach, bevor er sich wieder etwas berappelte. Experten der Commerzbank erklären den Preisrutsch beim Rohöl in erster Linie "mit einem massiven Ausstieg der spekulativen Finanzanleger".

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