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DAX-Konzerne bei Gewinnen ausgebremst

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Bilanzen  

Rohstoffpreise und Euro-Krise bremsen DAX-Gewinne

15.05.2012, 16:49 Uhr | dpa

DAX-Konzerne bei Gewinnen ausgebremst . Der Niedrigzins beschäftigt die Anleger (Quelle: imago)

Der Niedrigzins beschäftigt die Anleger (Quelle: imago)

Erstmals seit langem stagnieren bei vielen DAX-Konzernen die Gewinne. Die größten deutschen Unternehmen spalten sich zum Start ins neue Jahr in eine Zweiklassengesellschaft auf: Während Belastungen wie etwa die Eurokrise oder hohe Energie- und Rohstoffpreise die Gewinne etlicher Börsenriesen im Auftaktquartal schmälern, profitieren allen voran die Autokonzerne von der Nachfrage in den Schwellenländern.

Operative DAX-Gewinne in der Summe schwächer

In Summe heißt das: Die DAX-Konzerne legen bei ihren Gewinnen eine Verschnaufpause ein. In den ersten drei Monaten gab es bei den zusammengerechneten Ergebnissen vor Zinsen und Steuern (EBIT) kein Wachstum mehr, sondern ein Mini-Minus. Gleichzeitig stiegen aber die Umsätze im Schnitt klar um zehn Prozent. Das geht aus einer Auswertung der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Ernst & Young hervor.

Mit den verharrenden Gewinnen droht bei den Börsenriesen eine längere Erfolgsserie zu reißen: Seit der Wirtschaftskrise hatten die summierten operativen Gewinne der DAX-Konzerne im Quartalsvergleich stets zugelegt - mit Ausnahme einer Delle im zweiten Quartal 2011.

Rote Zahlen bei Metro und der Lufthansa

Diesmal ergab sich mit 323 Milliarden Euro zwar ein zweistelliges Wachstum bei den Erlösen. Das laufende Geschäft warf aber mit 30,7 Milliarden Euro 0,3 Prozent weniger ab als vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr 2011 hatte das Gewinnplus im Vorjahresvergleich noch acht Prozent betragen. 2010 gegenüber dem Krisenjahr 2009 waren es gar 56 Prozent Zuwachs gewesen. Nun scheint eine Verschnaufpause erreicht.

Zwar verdiente mit 17 von 30 Konzernen gut die Mehrheit besser als vor einem Jahr. Doch Metro sowie Lufthansa schrieben operativ rote Zahlen und HeidelbergCement schrammte nur haarscharf daran vorbei.

Hohe Rohstoffpreise belasten

Als Beispiele für die Belastungen und das daraus resultierende zweigeteilte Bild nennen die Autoren der Studie Konjunkturprobleme in Südeuropa, hohe Energie- und Rohstoffpreise, die etwa für Stromkonzerne teure Energiewende und Abschreibungen auf Staatsanleihen. Daher werten sie den Gesamttrend auch nicht als Überraschung: "Dass die Gewinne nicht mehr in dem Tempo wachsen werden wie in den vergangenen zwei Jahren, war angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds zu erwarten", sagte Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young, der dpa.

Der Experte sieht dennoch keinen Anlass zu größerer Sorge. Trotz der leicht rückläufigen Gewinnentwicklung sei es "ein überraschend starkes erstes Quartal". Zwar hätten die Abschwächung der weltweiten Konjunktur und vor allem die Krise im Euroraum Spuren hinterlassen und einige Unternehmen ausgebremst. "Nach wie vor ist die Lage insgesamt aber absolut zufriedenstellend. Vor allem die stark exportorientierten Unternehmen profitieren von einer anhaltend guten Entwicklung in Asien und Amerika", berichtete Harms.

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Volkswagen rollt ungebremst voran

Mit Blick auf die zentralen Kennzahlen der DAX-Familie bleibt Europas größter Autobauer Volkswagen das Maß aller Dinge. Die Wolfsburger führen nach absoluten Zahlen die Kategorien Umsatz, Ergebnis, Mitarbeiterzahl, Kassenbestand sowie Investitionen für Forschung und Entwicklung. Und selbst im relativen Vergleich der Zuwächse liegt VW weit vorne, obwohl das Niveau schon hoch war.

Die Zahl der weltweit bei den DAX-Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter stieg im Jahresvergleich um 2,4 Prozent auf 3,7 Millionen - ein Zuwachs, der sich zum Teil allerdings aus Zukäufen ergibt, wie etwa bei VW, wo nun die MAN-Mitarbeiter unter dem Konzerndach stehen. Auch bei Fresenius Medical Care, dem Mutterkonzern Fresenius SE und dem Software-Hersteller SAP wuchsen die Belegschaften zweistellig. Doch das Bild ist auch hier wieder zweigeteilt: Immerhin 14 Konzerne beschäftigten Ende März 2012 weniger Mitarbeiter als ein Jahr zuvor.

Europa und globale Konjunktur sorgen für Skepsis

Bei einem Ausblick ist Ernst-&-Young-Partner Harms vorsichtig. "Derzeit laufen die Geschäfte bei der Mehrheit der Unternehmen gut - aber niemand kann sagen, wie nachhaltig dieses Wachstum sein wird." Nicht nur die europäische Entwicklung sei ein Risiko. "Wir sehen eine Vielzahl von Risiken - von der Konjunkturentwicklung in China und den Vereinigten Staaten bis zur weiteren Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise. Zudem haben zuletzt die Unsicherheiten über den weiteren politischen Kurs in Europa deutlich zugenommen."

Es spreche daher vieles dafür, dass die Zeit der fetten Jahre vorbei sei - zumindest vorerst. Zwar könne theoretisch auch 2012 wieder ein Rekord werden. "Aber das Gewinnwachstum ist zum Stillstand gekommen, und es spricht viel dafür, dass wir uns in den kommenden Monaten auch auf eine nachlassende Dynamik bei der Auslandsnachfrage einstellen müssen." Und auch vielerorts nötige Investitionen drückten auf die Margen - seien für den Erfolg von morgen aber unabdingbar.

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