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Was bei Lebensmittelzertifikaten zu beachten ist

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Was bei Lebensmittelzertifikaten zu beachten ist

13.07.2012, 12:44 Uhr | Der Aktionär, Der Aktionär

Was bei Lebensmittelzertifikaten zu beachten ist. Lebensmittelzertifikate bieten relativ wenig Rendite (Quelle: imago)

Lebensmittelzertifikate bieten relativ wenig Rendite (Quelle: imago)

Deutschland ist das Land der Schnäppchenjäger. An der Börse gibt es zwar nichts geschenkt, doch mit Discount-Papieren bekommen Anleger einen Rabatt auf den Basiswert.

Schon seit 15 Jahren

Beim Begriff „Discount“ denken die meisten Deutschen wahrscheinlich sofort an die Lebensmitteldiscounter Aldi und Lidl und an die Schnäppchen, die dort regelmäßig zu machen sind. In der Finanzindustrie ist das Wort in der Zertifikate-Branche zuhause.

Discount-Zertifikate gibt es mittlerweile seit mehr als 15 Jahren. Im Jahr 1995 wurden die ersten Produkte auf den Markt gebracht. Ähnlich wie bei Aldi oder Lidl erwirbt der Käufer auch hier etwas günstiger als anderswo, nämlich den zugrunde liegenden Basiswert. Basiswerte, oder englisch Underlying, können sein: Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Anleihen.

Meistens sehr hohe Cap

Bei einem Discount-Zertifikat muss der Anleger folglich weniger Kapital zum Kauf des Basiswerts einsetzen, im Gegenzug ist jedoch seine Gewinnchance auf den sogenannten Cap begrenzt. Steigt die zugrunde liegende Aktie über den Cap beziehungsweise den Höchstbetrag hinaus, muss der Zertifikate-Anleger in den sauren Apfel beißen und auf diesen Teil der Kursentwicklung verzichten. Allerdings ist er gegenüber dem Aktionär so lange im Vorteil, bis die sogenannte Gewinnschwelle erreicht ist. Im vorliegenden Beispiel muss die Aktie XY am Laufzeitende mindestens 14,3 Prozent höher notieren, damit die Aktie besser abschneidet als das Zertifikat.

Außerdem schützt der Discount zunächst einmal vor Verlusten, er dient quasi als Sicherheitspolster. Erst wenn der Basiswert unter den Kaufpreis des Zertifikats fällt, macht der Anleger Verluste. Diese fallen aber immer geringer aus als mit dem Underlying selbst.

Höhe des Discounts von mehreren Faktoren abhängig

Die Höhe des Discounts oder Abschlags ist wiederum von mehreren Parametern abhängig, in erster Linie aber von der Volatilität. In aller Kürze: Je volatiler der Basiswert, desto größer der Rabatt. Ferner haben die Restlaufzeit des Zertifikats, die Dividendenerwartungen an den Basiswert sowie der Marktzins Einfluss auf den Discount. Während der Laufzeit führen Veränderungen bei diesen Faktoren zu entsprechenden Preisänderungen des Zertifikats. Entscheidend ist vor allem die Entwicklung des Basiswerts, aber auch die der Volatilität. Beruhigen sich die Märkte und die Kurse schwanken nicht mehr so heftig, dann steigt das Zertifikat. Analog fällt das Produkt, wenn die Nervosität der Anleger und damit die Volatilität zunimmt.

Dem Einfallsreichtum der Zertifikate- Industrie sei Dank haben sich in der Zwischenzeit zwei Abarten des klassischen Discounters am Markt mehr oder weniger etabliert. Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat das Uncapped Discount- Zertifikat "erfunden". Der Anleger erwirbt damit den Basiswert nicht nur unter dem Marktpreis, er kann gleichzeitig unbegrenzt an der Kursentwicklung partizipieren. Möglich ist dies dadurch, dass der Emittent einen Teil des Bonitätsrisikos, das der Anleger mit dem Erwerb eines Zertifikats eingeht, vergütet.

Renditen von bis zu 1000 Prozent möglich

Allerdings gibt es von dieser Gattung lediglich fünf Stück: DAX, Gold, Silber, Öl und die Buffett-Aktie Berkshire Hathaway sind die Basiswerte. Die Abschläge variieren hier zwischen zwei Prozent beim Berkshire-Hathaway-Zertifikat und rund sieben Prozent beim Silber-Schein. Wer vergünstigt in den DAX einsteigen will, bekommt derzeit einen Rabatt von knapp vier Prozent. Die Laufzeit endet im Mai 2016.

Einer größeren Beliebtheit erfreuen sich die sogenannten Discount-Optionsscheine, die bei BNP Paribas und Commerzbank zu finden sind. Hierbei erhält der Anleger quasi einen Rabatt auf einen vergleichbar ausgestatteten Plain-Vanilla-Optionsschein. Auch hier ist die Rendite nach oben begrenzt. Der Maximalbetrag errechnet sich aus dem Cap abzüglich dem Basispreis, multipliziert mit dem Bezugsverhältnis. Anders als die Uncapped und die klassischen Discount-Zertifikate, die zu den Anlagezertifikaten zählen und eher für einen längeren Investmentzeitraum ausgelegt sind, zählen die Discount-Calls und -Puts zu den Hebelprodukten. Je nach Basiswert und Ausstattung sind hier Renditen von 1000 Prozent und mehr möglich. Entsprechend groß ist dann aber auch das Risiko. Notiert bei einem Discount-Optionsschein der Basiswert am Ende der Laufzeit unter dem Basispreis, erleidet der Anleger sogar einen Totalverlust.

Discount-Zertifikate: Weniger Rendite, mehr Sicherheit

Scheine wie der DAX Discount-Call mit der WKN BP2 UXD sind deshalb nur als spekulative Depotbeimischung gedacht. Auf Sicht von vier Monaten besteht jedoch die Chance auf eine Rendite von knapp 27 Prozent, wenn der Index über dem Cap von 6200 Punkten steht. Notiert der DAX am Bewertungstag (16. November 2012) zwischen dem Basispreis (5700 Punkte) und dem Cap, gibt es die Differenz aus Schlusskurs und Basispreis, multipliziert mit 0,01, zurück. Unter 5700 Zählern würde das Papier wertlos verfallen.

Deutlich weniger Rendite, aber wesentlich mehr Sicherheit versprechen die klassischen Discount-Zertifikate, die zudem so gewählt sind, das der Preis des Basiswerts deutlich über dem Cap notiert. Wer angesichts der schwelenden Schuldenkrise mit einem Seitwärtsmarkt oder leicht fallenden Kursen rechnet, ist bei dieser Produktgattung
bestens aufgehoben.

Für jeden etwas passendes

Unter den über 19.000 (!) Discount- Zertifikaten, die es zurzeit auf den DAX gibt, sollte für jeden das passende dabei sein. "Der Aktionär" hat exemplarisch einen Schein ausgewählt, der selbst bei einem schärferen Rücksetzer des deutschen Aktienmarktes noch eine Rendite verspricht, die einige Prozentpunkte über der von Bundesanleihen liegt.

Ein ausgesprochen attraktives Chance-Risiko- Profil bietet das Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 12/14 Dividenden Future. Der Kontrakt bildet alle Dividenden ab, die von den europäischen Großkonzernen im Laufe des Jahres 2014 ausgeschüttet werden. Behalten die Analysten von Goldman Sachs Recht, steigt der Future bis Dezember 2014 auf rund 130 Euro. Aktuell notiert er aber gerade einmal bei 95 Euro. Der Markt erwartet also in den kommenden zwei Jahren einen deutlichen Einbruch der Dividendenzahlungen, sogar unter den Wert von 2010 (112,70 Euro), als die Finanzkrise ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt erreicht hatte.

Für den 2012er-Kontrakt werden nämlich im Moment 116,80 Euro bezahlt, wobei die meisten Konzerne ihre Dividende schon ausgeschüttet haben beziehungsweise die Ausschüttungen für das zweite Halbjahr bekannt sind. Mit dem Discounter auf den 2014er- Kontrakt sichert sich der Anleger quasi doppelt ab: Zum einen notiert der Future weit unter den Analystenschätzungen, zum anderen bekommt er zusätzlich einen Rabatt von 9,2 Prozent. Der Cap liegt bei 105 Euro, was eine Rendite von 21,6 Prozent ermöglicht.

Während sich Anleger mit den klassischen Discount-Zertifikaten gemütlich zurücklehnen können, eignet sich der Discount-Call lediglich für Risikofreudige. Das Uncapped Zertifikat ist die clevere Alternative zum DAX ETF oder zum klassischen Indexzertifikat, wobei man die begrenzte Laufzeit berücksichtigen muss.

Hinweis
Diese Publikation beruht auf Quellen, die die Wirtschaftsredaktion für zuverlässig hält, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit jedoch keine Gewähr übernommen wird. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, die nicht unbedingt der Meinung der Deutschen Telekom AG bzw. seiner Mitarbeiter entspricht. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere zeitnahe Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

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